#lockdownjetzt

Vor drei Tagen sagte ich den Kindern, dass die Schulen erst mal nicht schließen werden. Erst ab einer Inszidenz von 200; das ist zum Glück nicht der Fall. Heute, drei Tage nach Ferienende, ist die Inszidenz hier bei 150, die ach so utopische 200 rückt näher und Corona damit auch.

Die Bundesbremse; ist das ein dummes Wort, soll uns Hoffnung geben und den Ausweg bieten, leider erst in ca. 14 Tagen; also ab einer Inszidenz von ca. 600. Oder 800… Ich begreife es nicht, wo die alle diese Ruhe her nehmen. Diese unverantwortliche Gelassenheit, diese Dummheit.

Die Intensivstationen laufen voll, vor etwa 5 Tagen hieß es schon, man solle zeitnah in Bremen lieber keinen Herzinfarkt haben, keinen Schlaganfall oder sowas. Wir stehen auf kurz vor “voll” zu und die Luft wird dünn.

Ein Jahr und vier Monate nach dem Beginn dieser Pandemie ist das gesamte Management noch immer intransparent und nicht nachvollziehbar. Dabei haben uns verschiedene Katastrophenfilme doch gelehrt, wie es geht. Dustin Hoffman, erkläre es doch noch mal: Virus bricht aus, alles dicht, Menschen in Anzüge, Klappe zu Affe tot. Es war doch so einfach und immer haben sie den Affen bekommen, bevor alle tot waren.

Wir machen das anders. Obwohl der Affe längst identifiziert ist, obwohl die Wissenschaft und der einfachste Verstand wissen, dass Krankheiten ansteckend sind, rennen wir lustig weiter umher, niesen im Büro und freuen uns, sobald die Shops wieder open sind über das unbeschwerte Event. Der Mensch ist so arm.

Das ist er, armselig und inkonsequent. Und mit jeder Woche der Pandemie wird er es mehr; aus Einsamkeit, aus Nachlässigkeit und aus Ignoranz. Zwar prahlen Hinz und Kunz gern damit, dass sie seit Monaten nirgendwo waren, leider sprechen WhatsApp Stati, Facebook und die Realität, in der wir uns alle Bewegen, eine andere Sprache. Fast niemand lockt mehr down, bis auf das wir Bremer seit Monaten nicht shoppen und in die Kneipe gehen, ist alles wie immer.

Lockdown; das bedeutet BEWUSST Kontakte zu meiden. Das bedeutet, BEWUSST über die Schmerzgrenze zu gehen. Es bedeutet nicht bei jedem Kontakt zu sagen: “Na ja, aber sonst sehe ich ja keinen”, bedeutet nicht jede Regel auszureizen oder sogar drüber zu gehen. Vielleicht wäre es eine kluge Idee, die ganze Sache doch mal ernst zu nehmen und endlich mit diesem Ge-eier aufzuhören.

COVID-19 tötet Menschen; jedes Tag ein paar Hundert. Jeder kennt inzwischen jemanden der es hatte; jeder kennt inzwischen Berichte von schlechten Verläufen. Diese Bedrohung ist real und sie macht mir Angst. Also bitte…

Lockdown jetzt; und wenn die Regierung es nicht hin bekommt, und wir das doch alle sehen; wieso fangen wir dann nicht schon mal an?

Eierköppe

Corona- Ferien; wir zu fünft, in unserem Haus, in unserem Garten. Schön, gemeinsam, bisschen Zeit verbringen. Keine Ausflüge, keine Attraktionen, keine Dates. Nur wir. Hier.

Wie auch in den letzten, den vorletzten, den vor-vor-letzten und den Ferien davor, versuche ich das Programm dennoch irgendwie nett zu gestalten und die Kluft zwischen Gammeln und Ver-Gammeln sowie die zwischen dem inzwischen fast 14-jährigen A-Hörnchen und dem sieben Jahre jungen D-Hörnchen zu schließen. Gestern waren wir Wandern, ein großer Erfolg.

Den erste Kilometer haben A-Hörnchen und ich uns angeschrien bis ich die Karte zerrissen habe und damit drohte, sie aufzuessen. Danach hat er mich ausgelacht. Den zweiten und dritten Kilometer haben alle gemault, weil wandern scheiße ist. den vierten Kilometer haben alle gemault, weil das schöne Wandern schon bald wieder vorbei ist. Den fünften und sechsten Kilometer haben alle gejammert, weil ihnen die Füße weh tun. Sonst aber nett.

Heute haben wir Ostereier gefärbt. Ich habe schicke Sachen eingekauft und 26 Eier, was mir wahnsinnig peinlich war, weil die Hühner so arm dran sind. (Natürlich kaufe ich Bio-Eier) Dann habe ich alles schön vorbereitet, die Eier gekocht und eine angenehme Atmosphäre geschaffen. Es war so, wie man es aus dem Kita-Broschüren kennt.

40 Minuten später sah ich aus wie ein zerzaustes Glitzer-Perlmutt-Huhn, war allein und ich tat mir leid. In den 40 Minuten hatten die lieben Kinder festgestellt, dass die Eier Kacke sind, zu heiß und zu eierig. Die Stifte waren voll doof und das Glitzer viel zu glitzerig, das Perlmutt zu perlmuttig und viel zu wenig glitzerig und der Zauberstift, der die Eierfarbe auf-freschen sollte, zauberte nicht zauberig genug. Außerdem wurden weitere wichtige Fragen in den österlichen Raum geworfen: Warum essen wir so selten bei Burger King, können wie mal wieder Kino und wieso sind die dummen Eier nicht zum ausblasen? Dann, is ja klar, würde der ganze Kack auch Spaß machen.

Nachdem die drei kleineren Hörnchen grad weg waren, kam das A-Hörnchen aus dem Bett. Ich saß glitzernd in der Küche und malte tapfer Eier an; einer muss den Job ja machen. Strahlend bot ich ihm an, auch noch drei-vier Eier zu malen.

Er lachte nur müde auf und beschwerte sich dann über das beschissene Frühstück. Porridge; alter. Was für eine Zumutung!

Hochverehrtes Publikum, ich ziehe eine kleine Gruppe Arschgeigen groß. Glückwunsch 🎉

Lass mich alda

Ich habe Urlaub. Das Wetter ist bombastisch, die Kinder spielen seit Tagen friedlich im Garten. Herrlich. Was mir jetzt zu meinem Glück fehlt ist meine Hängematte. Hach, das wäre was.

Leider ist das Gestell nicht aufgebaut und eigentlich lohnt das auch kaum weil morgen der letzte schöne Tag ist und danach ist auch der Urlaub fast vorbei und wer liegt schon in der Hängematte, wenn er keinen Urlaub hat.

Außerdem ist da dieser Gerümpelhaufen, an der Stelle, an der die Matte im letzte Jahr stand. Der Müsste ja auch erst mal weg. Genau genommen weiß ich gar nicht wohin damit; wahrscheinlich in den Schuppen.

In dem steht aber noch die Bank und die bekomme ich da allein nie im Leben raus. Völlig zwecklos also. Und mal im Ernst, was bringt es denn schon, das Gerümpel jetzt erst wo anders hinzustellen, um es dann, wann anders noch mal alles in die Hand zu nehmen und in den Schuppen zu stellen. Nix, eben!!

Und was die Hängematte angeht, irgendwie ist mir jetzt auch die Lust vergangen. Es ist doch alles ein Scheiß. Wäre das wetter wenigstens etwas schlecht, dass hätte ich jetzt nicht solche Probleme. Und was soll auch Urlaub zu dieser Jahreszeit; echt mal.

Und jetzt lasst mich doch halt mal in Ruhe, ich steh mir grad so schön im Weg. Vielleicht sollte ich mir einen Kaffee kochen; aber meine Lieblingstasse ist dreckig. Na ja, ein Glas Wasser tut es ja auch. Prost ihr ficker.

Kommt mal eben rein

Editors; Papillon. Grad eben lief es in meiner Playlist. Immer wenn ich dieses Lied höre, denke ich an meine Freundin K., an durchtanze Nächte in der Disco, die direkt neben meiner Arbeit ist. Ich denke an wunderbares Gekicher im Raucher Raum und an irre Begegnungen. An eine Nacht im Auto, in der wir vor Lauter Neuigkeiten kaum bis in die nahe Disco kamen, an Abende beim Inder und gutes essen. Oh, was fehlt mir das alles.

Abend in der Stadt; Aufbruch. Der letzte Kneipen Abend vor dem Lockdown im Februar 2020. Es war inzwischen sieben Uhr morgens, ich hatte dutzende nette Menschen kennengelernt und mehr als genug getrunken. Der Bar-Mensch legte zum Ende dieses Lied auf, wir grölten es laut und innig mit. Draußen zwitscherten die Vögel. Alle gingen ihrer Wege. Die Kneipe gibt es heute nicht mehr; sie hat es nicht überlebt.

David Bowie; Major Tom. Ich bin ca. 14 und auf einer sehr abgefahrenen Party. Die ganze Nacht läuft Bowie, ich gebe vor alles gut zu kennen, unterhalte mich angeregt mit einem alten Typen, muss beweisen, was ich alles weiß. Am Montag drauf kaufe ich viele CDs; lerne Bowie lieben und vorher auswendig. Sicher ist sicher. Den Typen habe ich nie wieder gesehen. Bowie blieb.

Illusion, VNV Nation. Das letzte Konzert vor dem Ende der Welt. Am 6. Dezember 2019 im Logo in Hamburg. Es war so gut, so eng, so muffig. Die Menschen klebten aneinander, badeten im Schweiß der anderen und tanzen 2,5h durch. Extase und absolute Leichtigkeit. Wir blieben über Nacht in Hamburg, schliefen in einem hammer Hotel und genossen Freiheit, Unabhängigkeit und das gute Leben. Auf St. pauli war Weihnachtsmarkt und wir tranken Glühwein und waren und und alternativ.

Bonnie & Clyde; Die Toten Hosen; eine Hymne die vieles transportiert. Erste Erfahrungen mit großen Konzerten, Punk (oder was man dafür hielt), erste große Liebe und grenzenlose Möglichkeiten. 14 sein ist schon ganz groß; zumindest wenn man nicht im Lockdown lebt und der einzige Sozialkontakt seit 13 Monaten online oder mit Abstand ist. Was ist denn mit Knutschen und all dem? Mein armes Kind.

It´s no good, Depeche Mode; der Beginn einer ganz großen Liebe. Erinnerungen an ganz ganz viele Konzerte, Mitsingen bis zur Heiserkeit, tosenden Applaus, totale Euphorie. Eigentlich war lange klar, dass ich Dave Gahan mal heiraten werde. Weiß auch nicht, was da schief gelaufen ist 😉 Nicht zu vergessen die Depeche Mode Partys; komische Leute aber gute Musik. Tanzen. Oh, wie es mir fehlt zu tanzen. Außerdem war Dave auf meiner ersten Bravo, damals in der 4. Meine Mama warnte mich vor derart Verfehlungen und wahrscheinlich machte es das erst so gut. Danke Mama.

Little Girl; H-Bloxx; haha. Der Soundtrack zur Abschluufeier der 6. Klasse. Die erste Party überhaupt. Ich sah aus wie eine kleine Nutte, hielt mich für die aller hottest Dame der Schule. Wir tranken Saftpäckchen bis zur Dramüberreizung und rauchten Salzstangen auf dem Schulklo. Punx not Dead 💀 Und ich habe es ach geschafft.

Schrei nach Liebe; die Ärzte; Punk. Da ist er wieder. Die Ärzte kamen früh in mein Leben und blieben bis heut. Der große Bruder meiner aller besten Freundin M. Brachte sie mit und wir hatten heimlich die “Ab 18”-Kassette kopiert. Wir waren so Punk, wir hatten sogar karierte Hosen bevor sie modern wurden; und gafakte Dr. Martens. Live hab ich sie nur ein einziges Mal gesehen, vor genau 20 Jahren. Ein fulminantes undercover Konzert unter dem Alias “Die Zuspäten”. Und, so Corona will, in nur etwa 1,5 Jahren darf ich die Helden meiner Kindheit, meiner Jugend und jeder anderen Phase meines Lebens nochmal sehen. So Corona will.

Learn to fly; Foo Fighters; Ich kannte den Namen der Foo Fighters, mehr nicht. Bis ich sie 2019 beim Hurricane sah und fast durchdrehte vor “ist das gut”. Dieser Dave Grohl kann das so gut, was er da tut und als ich dann noch kapierte, dass das der selbe Typ ist, der damals bei Nirvana; alter!! Seit dem also mag ich die Foo Fighters; wenigstens für diesen einen Abend und die bahnbrechende Erkenntnis.

Open your eyes, Guano Apes. Bis heute eins der besten mit-Gröhler-Lieder der Welt. Hab die auch mal Live gesehen, fand Sandra Nasic so toll und angeblich soll jemand, den ich kenn und mag da nen Stick gefangen haben aber irgendwie weiß ich davon nix mehr.

Once in a lifetime; Wolfsheim. Der direkte Draht zu diesen kleinen aber feinen düsteren Partys in dieser kleinen, feinen, verrauchten Disco. DJ F.E. Legt auf und ich kam immer so gern. Ein klein wenig war es immer wie Klassentreffen; jeden, den man lange nicht gesehen hatte, traf man dort ganz bestimmt, auf ein Bier oder ein Tänzchen oder beides. Es war familiär und heimelig und für mich damals die erste Flucht nach den Jahren des Stillens und der Schwangerschaften. Ich war so dankbar und so frei frei frei.

One; Metallica. Auch diese Band habe ich früh lieben gelernt. In meinem Kinderzimmer hingen Metallica Poster direkt neben denen von take that und ich schwöre, dass die sich gut verstanden haben. Auch diese Band habe ich 2019 noch einmal live sehen dürfen. Als sie “One” anstimmten freute ich ich so sehr, dass meine Begleitung unsicher war, ob alles ok sei. es war so enorm ok!!! Ich liebe Konzerte. Ich könnte eigentlich ununterbrochen und … hach.

Wisst ihr, ich könnte ewig so weiter machen; aber das bringt ja alles nix. Ein bisschen noch durchhalten, ein bisschen noch warten und dann werden wir alle erleben, was noch übrig ist von all dem, was wir mal für ganz normal hielten. Zumindest die Menschen, die ich mag, sind bisher alle noch da; Corona konnte mir noch keinen nehmen. Dafür bin ich sehr dankbar. Alles andere wird sich finden; auch wenn jeden Tag deutlicher wird, dass es anderes sein wird. Und hoffentlich dennoch gut.

Haltet durch ihr Menschen, und hört Musik. Und habt euch lieb.

Natural born Rebels

Was haben drei Gurken, eine Paprika, vier Äpfel, der Käse, ein Feta, drei Pakete Kaffee, zwei Becher Sahne und ein Päckchen Butter gemeinsam?

Richtig!! Jonah, meine jüngste Einkaufs-Bekanntschaft, hat sie eben mit seinem wahrscheinlich unfertigem Gebiss touchiert. Der Papa von Jonah rief jedes mal: “Oooohhh Jooonnaaahhhh!!” und warf dann affektiert lachend den Kopf in den Nacken. Jonah genoss die Show und machte weiter. Tolles Spiel und tolle Sauerei, ohne Frage.

Jonahs Papa war der Sache nicht so ganz gewachsen. Immer wieder blickte er, nach Anerkennung und Zuspruch flehend, in die Runde der Mit-Einkäufer um dann wieder einen schrillen : Jooonnaaahhhh!-Schrei auszustoßen. Armselig.

In der Tiefkühlabteilung fiel Jonah dann aus dem Wagen. Er war zum ca. 673. Mal im Kindersitz aufgestanden, weil er standhaft versuchte weitere Waren zum anfressen aus dem Wagen zu fummeln. Ich weiß nicht wer mehr weinte, Papa in seiner Karo-Hose oder Jonah, der sich heldenhaft an einer Gurke festhielt. Zu gern hätte ich Jonahs Papa mal die Welt erklärt; denn so kompliziert ist sie nicht.

Kinder, so sagt man, kann man erziehen. Das macht wenig Spaß, lohnt sich aber. Mit einfachen Tricks wie “Konsequenz” oder “Logik” kann man selbst kleinen Kindern, und zB. Hunden oder Wellensittichen, Erstaunliches beibringen. Dies wiederum ist echt ätzend, mit unter laut und madig, führt aber dazu, dass man früher oder später ein echt stressfreies Leben führen kann. Aber Spass beiseite.

Kinder brauchen Orientierung. Irgendjemand muss ihnen zeigen, wo “gut” aufhört und “scheiße” beginnt. Macht dies niemand, sucht der kleine Mensch weiter nach Grenzen; irgendwann muss dieses “Gut” doch aufhören. Kinder frei von Regeln zu erziehen, ist modern. Viele Eltern versuchen sich an dieser freien Methode, wollen ihren Kindern zu mehr Selbstbestimmung und Freiheit verhelfen. Den Grundgedanken kann ich gut verstehen und befürworte es dennoch nicht. Denn was frei und ohne Zwang beginnt, endet nur zu oft in kleinen Katastrophen und großer Orientierungslosigkeit. Die natural born Rebels ecken an, passen nicht ins Bild und was bei vier jährigen noch irgendwie rabaukig und süß ist, ist bei acht jährigen meistens einfach nur daneben. Was in der Kita noch als echter Wildfang durchgeht, ist in der Schule plötzlich eine Katastrophe usw.

Ich finde das auch alles nicht schön, ich befürworte Schule nicht unbedingt. Ich brauche wenig Regel und wenig Norm und ich mag Freiheit sehr. Dennoch halte ich es für meine Pflicht, meine Kinder zumindest so in die Welt einzupassen, dass sie nicht unangenehm auffallen, zumindest dann, wenn sie es nicht wollen. Ich mag anecken, ich mag Rebellion, ich mag das alles sehr. Dennoch finde ich, dass meine Kinder die grobe Norm kennen sollten, damit sie sich bewusst für oder gegen das Anecken entscheiden können. Freiheit beginnt mit Wissen.

#GenderCare Gap

Ich werde heute Abend rund 9h Care Arbeit geleistet haben.

A-Hörnchen würde jetzt begeistert rufen: „Das war Futur 2!“ und er hätte Recht. Ich habe ihm die Zeitformen erklärt und es freut mich, dass er sie nun endlich beherrscht.

Die restlichen Stunden des Tages werde ich gearbeitet haben, von zu Hause aus, denn ins Büro werde ich es heute nicht geschafft haben. Die Katzen sind krank und der Tag begann mit viel Katzenkotze und der Feststellung, dass ein Tierarzt-Termin her muss. Auch das ist Care-Arbeit; ebenso wie das Aufwischen der Kotze und das Waschen der Fußmatte. Mein Mann wird jetzt sagen, dass er am Wochenende auch viel Kotze weggewischt hat, und das stimmt.

Gender Care Gap. Die Tatsache, dass Frauen immer noch fast 60% mehr Care-Arbeit erbringen als Männer. 60% im Durchschnitt mehr – das heißt nicht, dass die Männer nichts tun, nein nein. Das heißt aber wohl, dass Frauen eher in Teilzeit arbeiten, oder gar nicht. Das heißt auch, dass in den vergangenen 12 Monaten wesentlich mehr Frauen im Homeoffice wegen Homeschooling waren und das diese dies leider immer noch wie selbstverständlich tun. Das bedeutet auch, dass es in sogenannten „Frauen-Berufen“ immer und selbstverständlich Stellen in Teilzeit gibt, wohingegen es in vielen sogenannten „Männer-Berufen“ oftmals kaum machbar ist, eine Teilzeit-Stelle zu finden. Das liegt nicht nur daran, dass die Typen fast immer auch mehr verdienen und es leider immer noch viel zu oft notwendig ist, dass „er“ in Vollzeit macht und Muddi zu Hause bleibt.

Und wieder höre ich sie schreien in meinem Kopf: „Ich würde ja, und ich mach ja schon.“ Und vielleicht ist es den Patriarchen der Moderne gar nicht möglich ganz und gar zu überblicken, was man da von ihnen erwartet. Denn eine endgültige Abschaffung des Patriarchats, ohne Wenn und Aber, würde eine Entmachtung des Mannes bedeuten. Und dafür kann Mann sich dann, bei aller Gleichberechtigung, auch nicht entscheiden.

Frauen zu unterdrücken hat so eine Art Gewohnheitsrecht. Den Ursprung, so sagt man, hat all das Theater in der Problematik, dass der Mann, im Gegensatz zur Frau, nicht sicherstellen konnte, dass sein Erbe auch wirklich sein Erbe ist, und dass sein Hab und Gut also auch wirklich an seinen genetischen Nachfolger geht. Was liegt da also näher, als die Bruthenne an sich zu binden. Die monogame Ehe war geboren, das Besitztum und damit auch die Unterdrückung. Denn, sein wir mal ehrlich, ohne ein bisschen Macht, ohne Druck lässt sich Frau nicht beugen. Und um das ganze auch zu legitimieren, sprach man der Frau alles ab, was sie vom Gegenteil überzeugen könnte: Intelligenz, Meinung und Freiheit.

Zack 4000 Jahre später haben wir erste Erfolge zu verbuchen. Frauen wählen, Frauen fahren Auto und entscheiden fast selbstständig, was, ob und wo sie arbeiten – so lange es eben mit der Care Arbeit gut zusammen passt. Frauen planen ihren Lebensabend, eben so, wie er mit der schmalen Rente zusammen passt und Frauen planen auch alles andere immer schön um das Leben ihrer Lieben herum. Ganz artig eben.

Muss ja auch, sagt da der eine oder andere und ja! Muss auch. das erstaunliche ist aber, wenn beide Elternteile dies gleichwertig tun, haben am Ende beide gleich viel Geld, Zeit, Rente, Selbstverwirklichung und Leben. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg und auf diesem kann man nicht viel mehr tun als immer wieder laut zu sein, sich nicht kampflos beugen zu lassen und zu beißen, kratzen und zu treten.

Gleichberechtigungbeginnt im Kopf. Und bestenfalls nicht nur in denen der Frauen.

#catcontent

Tag 1 mit Katzenklappe.

Katzenklappe auf.

3 Katzen im Haus

4 Katzen im Haus.

2 Katzen im Haus.

3 Katzen im Haus

4 Katzen im Haus

3 Katzen im Haus

2 Katzen im Haus

Keine Katze im Haus

1 Katze im Haus

2 Katzen im Haus

1 Katze im

Keine Katze im Haus

1 Katze im Haus

2 Katzen im Haus

3 Katzen im Haus

2 Katzen im Haus

3 Katzen im Haus

2 Katzen im Haus

1 Katze im Haus

Keine Katze im Haus

1 Katze im Haus

Keine Katze im Haus

1 Katze im Haus

Keine Katze im Haus

Eine Katze im Haus

Keine Katze im Haus

Eine Katze im Haus

Zwei Katzen im Haus

Drei Katzen im Haus

Zwei Katzen im Haus

Eine Katze im Haus

Keine Katze im Haus

Eine Katze im Haus

Zwei Katzen im Haus

Eine Katze im Haus

Keine Katze im Haus

Eine Katze im Haus

Zwei Katzen im Haus

Drei Katzen im Haus

Vier Katzen im Haus

Drei Katzen im Haus

Zwei Katzen im Haus

Drei Katzen im Haus

Zwei Katzen im Haus

Eine Katze im Haus

Keine Katze im Haus

Eine Katze im Haus

Zwei Katzen im Haus

Drei Katzen im Haus

Zwei Katzen im Haus

Eine Katze im Haus

Zwei Katzen im Haus

Eine Katze im Haus

Zwei Katzen im Haus

Drei Katzen im Haus

Vier Katzen im Haus

Drei Katzen im Haus

Vier Katzen im Haus

Drei Katzen im Haus

Zwei Katzen im Haus

Drei Katzen im Haus

Zwei Katzen im Haus

Eine Katze im Haus

Keine Katze im Haus

Eine Katze im Haus

Zwei Katzen im Haus

Drei Katzen im Haus

Zwei Katzen im Haus

Eine Katze im Haus

Zwei Katzen im Haus

Drei Katzen im Haus

Vier Katzen im Haus

Frühstück

Vier Katzen raus

Eine wieder rein

Eine wieder raus

Eine andere rein

Noch eine rein

Die andere wieder raus

Wieder alle raus

Alle rein.

Raus

Rein

Raus

Rein

Raus

Rein

Raus

Rein

Raus

Rein

Raus

Rein

Raus

Rein

Raus

Rein

Raus

Rein

Raus

Rein

Raus

Rein

Raus

Rein

Raus

Rein

Raus

Rein

Raus

Rein

Raus

Rein

Raus

Rein

Raus

Rein rein rein rein

Mittagsschlaf

Raus raus raus raus.

Rein

Raus

Rain

Raus

…und ich bin schon so aufgeregt, wie es morgen wohl wird!!!

78 tins later

Wisst ihr, wie viele Arten Katzenfutter es bei Lidl gibt? Es sind 26.

Eben war ich noch mal eben schnell einkaufen; ein paar Kleinigkeiten. Im Laden war es voll, unangenehm voll sogar und die Schlangen an der Kasse standen durch den ganzen Laden. Gerade als mich anstellen wollte, sagte ein netter Mitarbeiter, dass er nun Kasse 1 öffnen werde ich und machte mich auf den Weg.

Genauer gesagt drehte ich mich um 180 Grad, denn ich stand quasi an Kasse 1. Neben mir türmte sich ein monströser Einkaufswagen auf. Ein großer Wagen, über und über voll mit Dingen. Vielen Dingen. Hinter dem Wagen stand eine Frau. Ich fragte sehr nett, ob ich eben vor könne und sie sagte: “Das sieht nur so viel aus!” Ich hatte es nicht eilig und so stellte ich mich geduldig an.

Die Frau begann aufzutischen, das Band füllte sich rasch. Nach wenigen Minuten war Status Quo erreicht, das Band war voll, der Wagen nur halb leer und die 4,7 Teilen, die der nette Kassierer gescannt hatte, verstopften den Warenabfluss; Sie kennen das. Die Frau begann in aller Seelenruhe zu puzzeln, sortierte das Band um und baute illustre Türmchen. Ich sah ihr gespannt zu. Irgendwann waren im Wagen nur noch ca. 90 Kartons Katzenstreu, 45l Milch und ich dachte: Na ja, jetzt geht es ja fix.

Milch und Katzenstreu scannte der nette Kassierer direkt aus dem Wagen und die nette Frau begann damit, die 298 Kartons neben der Kasse zu einem Türmchen aufzubauen. Hübsch dachte ich noch, und verstand dennoch nicht den Sinn. Zunächst – dann erst sah ich das viele Katzenfutter, dass sich am Boden des Wagens befand.

Inzwischen waren gut 10 Minuten vergangen. Die Menschen an Kasse 2,3 und 5 waren lange bedient, mehrere Schichtwechsel hatten stattgefunden, die Kassen 3 & 4 waren ausgezählt, ein Geldtransporter hatte die Tageseinnahmen abgeholt und eine neue Bundeskanzlerin war gewählt. Der nette Kassierer sah das Katzenfutter und fragte: “Wie viele sind das?”

Von jeder Sorte 3, sprach die nette Frau und begann damit, dem netten Kassierer jede der 78 Dosen einzeln anzureichen. Danach stapelte sie Milch und Katzenstreu auf die Dosen, dann die Waren aus dem verstopften Warenausgang, dann die vielen Dinge vom Band.

Das Licht im Markt ging aus, irgendwo spielte leise Musik. „194,34€“, sagte der nette Kassierer. Die Frau zog einen 200€ Schein aus dem Portemonnaie. Bei so großen Scheinen muss eine zweite Person die Echtheit kontrollieren, somit rief der nette Kassierer eine nette Kassiererin hinzu. Sie hielt den Schein ein mal hoch, strich ihm zärtlich über den Bauch uns sagte: “Alles ok!”. In diesem Moment fiel der Frau mit dem Wagen ein, dass sie 34 Cent wahrscheinlich klein hat. Sie suchte.

Rund drei Tage später verließ ich den Laden. Hinter mir campte ein kleines Mädchen. Sie kaufte sich ein Eis und trank es vor der Tür.

Fix und faul

Alles fing mit acht Covid- Tests an und endete damit, dass ich heute, nach ungefähr sieben Monaten, zum ersten mal allein bin. Opa hatte Geburtstag, und als Geschenk bekam er einen Tag mit uns; safe. Seit fast einem Jahr hatte es das nun nicht mehr gegeben. Letzten Sommer sahen wir uns zwar einige Male, jedoch immer mit Abstand usw. Weihnachten feierten wir bei Eiseskälte im Garten; 30 Minuten mit Abstand. Die Kinder litten sehr, Oma und Opa auch und so kam uns die Idee. Heute, zwei Tage nach dem Fest der Feste nutzen wir die mühsam gewonnene Keimfreiheit erneut und die Hörnchen gehen zu Oma und Opa. Ins Haus!! Tja, und ich bin allein.

Was macht man da? Erst mal staubsaugen. Und dann?

Es ist eine komplizierte Angelegenheit, dieses allein sein. Es gibt 1000 Dinge, die man machen könnte, zu denen man in den vergangenen Monaten zu selten gekommen ist. Weitere 1000 Dinge sollten dringend mal geputzt oder gewaschen werden. Außerdem gibt es 1000 Dinge, die man schon die letzten Monate nicht machen wollte, zu denen man auch jetzt keine Lust hat. Und dann gibt es die Dinge, die man machen können wollte, die aber gar nicht gehen, weil ja immer noch Corona ist. Und dann gibt es die Realität. Die sagt, dass ich seit Monaten nur eins will: Meine Ruhe. Und somit ist das letzte Wort gesprochen.

Ich höre jetzt auf praktisch zu sein, ich versuche nicht sinnvoll, logisch oder angepasst zu agieren. Ich bin nicht erwartungsgemäß oder zielorientiert. In den kommenden 6 Stunden werde ich nur eins sein: Bedürfnisorientiert und faul. Kaffe Wanne Netflix und vielleicht den einen oder anderen Eierlikör. Und jetzt Ruhe, Muddi muss sich ausruhen.