Chester Bennington

Früher hatte ich eine CD von Linkin Park. Hybrid Theory. Ich habe sie lange und oft rauf und runter gehört. Ich habe sie im Auto gehört, laut. Immer auf dem Weg von der Arbeit nach Hause. Ich hatte einen nicht so attraktiven Job Anfang der 2000er und die CD gab mir jeden Tag das Gefühl verstanden zu werden. Laut und Wüend, aggressiv, zerstörerisch und ganz emotional. Verletzlich und doch stark. Musik gefällt mir immer dann wenn sie mich trifft, und sie trafen! Die CD verkaufte ich versehentlich mit meinem Auto. Aus den Ohren, aus dem Sinn. 

Nun, fast 15 Jahre später, schoben sich Linkin Park wieder in meinen Horizont. Chester Bennington ist tot. Seine Lebensgeschichte liest sich traurig, ein Drama, das kein Happy End fand. Verletzlich und doch stark, tief emotional und dabei zerstörerisch und aggressiv. 

Seit drei Tagen höre ich nun wiede Linkin Park. Sie schaffen was sie immer schaffen; holen mich ab und nehmen mich mit. Ein Jammer sie vergessen zu haben, und ein noch viel größerer ist der Grund aus dem ich sie nun wieder gefunden habe. 

B-Hörnchen ist gerade acht geworden. In der Schule ist sie das, was man eine Überfliegerin nennt. In Mathe und Deutsch liegt sie seit über dem Regeldurchschnitt (so nennt man die 1+ mit * wenn es keine Noten gibt) und ist auch in den anderen Fächern top. Sie zeichnet herausragend, kann sich alles schnell und gut merken und spielt virtuos Block- und Querflöte. Auch sportlich ist sie ganz vorn dabei. Sie ist eine gute Kletterin, bouldert die schwierigsten Strecken und kann hervorragend Schwimmen. Neue Bewegungsabläufe lernt sie schnell und effektiv. Durch ihre schmale aber muskulöse Statur ist sie wendig und kraftvoll. B-Hörnchen liest unglaublich viel, sie ist vielfältig interessiert und kann gut und logisch argumentieren. Man könnte glatt denken: Die kann ja alles! Könnte man, und zwar so lange, bis sie in einen sozialen Konflikt gerät. Denn da hört der Höhenflug aus, B-Hörnchen gerät ins Straucheln und stürzt ab. 

Bis vor kurzem hat sie schlicht kein Wort mit Fremden gewechselt – fremd waren auch ihre Lehrer, die Eltern ihrer Freunde etc. Gab es hier zu Hause Streit, erstarrte sie zur Salzsäule und verstummte. Jeder Konflikt war mit Geduld und viel Empathie meinerseits verbunden. Denn sie auf ihren Emotionen sitzen zu lassen war für mich keine Option. So übten wir fleißig zu sprechen, Emotionen in Worte zu packen, Kissen zu schlagen und eben nicht an der eigenen Emotionalität zu ersticken. Langsam wurde es leichter, auch in der Schule taute sie zusehends auf. Ich war erleichtert. 

Inzwischen haben wir eine ganz neue Facette des emotionalen Umgangs, und wieder ist es alles andere als einfach. B-Hörnchen hat offenbar gut gelernt, Emotionen nach außen zu bringen. Da sie aber immer noch nicht in der Lage ist einen Missstand in Worte zu fassen, lösen Kneifen, Hauen und Haare ziehen das Problem. So traktiert sie ihre Schwester im Streit ohne auch nur ein Wort gesprochen zu haben. Argh!! Man kann nicht alles können, so ist es wohl. Vor ihr und mir liegt abermals viel Arbeit und ich frage mich, ob diese neue Farbe der Streitkultur nun, bei aller Abart die ich Gewalt im allgemeinen zuschreibe, ein kleiner Fortschritt ist. Vor allem aber hoffe ich, dass sie diese Dummheit schnell wieder ablegt und durch etwas sozialverträglicheres Verhalten ersetzt. Denn den der hat, den mag am Ende meistens keiner. Am wenigstens er selbst fürchte ich. 

Kochen 

Aus der Serie „A-Hörnchen kocht“ präsentiere ich dieses Mal: 

Limettenbrot mit   karamellisiertem Obstkompott und Limetten-Honig-Joghurt an Früchten der Saison. 

Einkauf, Rezept und Durchführung lagen beim Hörnchen; ein wenig durfte ich helfen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Es war lecker, sah toll aus und er hat sechs Personen sat bekommen. Zu allem Überfluss war es auch noch weitestgehend gesund – zumindest nicht schrecklich ungesund. Ich bin stolz auf meinen Großen. Zudem finde ich, dass Kochen eine total sinnige Freizeitbeschäftigung ist. Viel besser als Handy, Computer, chillen oder kleine Geschwister taktieren. 

Das letzte Loch

Wisst ihr was wirklich stressig ist? Wenn man um eins erfährt, dass der Dachdecker um drei kommt. Der Dachdecker, der an den Balkon am Schlafzimmer muss. Denn dann steht man mit unter so im Schlafzimmer und es fällt einem auf, dass man zwar die Betten der Kinder regelmäßig bezieht, das eigene aber ein wenig vernachlässigt. Dann fällt einem auf, dass man zwar in Bad und Küche auch dringlich in den Ecken saugt und wischt, das Schlafzimmer aber allenfalls im Vorbeigehen mal. Auch das Staubwischen, das im Wohnzimmer und den Kinderzimmern regelmäßig gemacht wird, hat mein Schlafzimmer länger nicht erlebt. Dafür beherbergte es noch die Arzeimittelreste der letzten dreizehn Infekte, hunderte Haargummies, einzelne Ohrringe und all das, was ich in den Hosentaschen unserer Hisen so finde. 

Denn das einzig geordnet und gepflegte in meinem Schlafzimmer ist das Dreckwäschesystem. Die wird dort emsig nach 60 und 30 Grad getrennt, nach blau, rot, schwarz und hell und natürlich nach Wolle. Kurz um, würde ich mich um alles in diesem gottverlassenem Loch so gut kümmern wie um die dreckige Wäsche, würden der Menne und ich nicht die einzig zweisame Zeit eines jeden Tages im dreckigsten, chaotischsten und hässlichsten Raum des Hauses verbringen. 

Ich bin mir sicher, dass fast jeder Haushalt diese Ecken hat, diese schlimmen Zimmer. Wieso aber verwandle ich mein eigenes Zimmer in diese No-Go-Area? Ich sollte es mir wert sein ein schönes Zimmer zu haben! Und deshalb werde ich in Zukunft versuchen endlich auch beim putzen mal an mich selbst zu denken. Den Kindern ist es genau genommen schei** egal ob es bei ihnen sauber ist. Also, einmal weniger bei denen und vier mal mehr bei mir. Klingt nach nem Plan! 

Großer Bruder 

Wir saßen im Auto, die vier Hörnchen und ich. Ich war ganz zufrieden, hörte laut Musik und sang noch lauter. Auf den Rücksitzen war es recht leise; eher die Ausnahme in letzter Zeit. Ich war zufrieden. Irgendwann begannen A- und C-Hörnchen zu sprechen und ich begann zu lauschen. 

„Bundesländer sind wir Gruppen von Städten…. die sind wir Nachbarn und leben alle neben einander….“ Ich hörte was über Stadtstaaten, Hauptstädte und all sowas. Ich lauschte Ausführungen über Russland, Asien und die OstfrieInseln. Es war toll! Mit viel Geschick und Geduld erklärte er seiner Schwester die Welt. So oft habe ich dieser Art Gespräch mit ihm geführt, so viel geredet und erklärt. So oft habe ich gezweifelt ob er mir zuhört und nun die Erkenntnis: Hat er! Viel wichtiger aber die Gewissheit, dass er der definitiv beste große Bruder der Welt ist! 

Ich liebe es meine vier Hörnchen so als Einheit zu erleben. Sie stehen für einander ein, ünterstützen sich und sind wie eine Gang. Gegen die vier kommt keiner an, am wenigsten Mama! 

Ohne Angst

Das D-Hörnchen tat sich etwas schwer mit einer recht hohen Rutsche. Erst wollte er nicht so recht rauf, dann nicht runter. Erst ganz langsam, dann unter Tränen. Irgendwas hakte da bei dem kleinen Kerl und so beschloss er die Rutsche besser von unten zu begutachten. Das tat er eine Weile bis dann ein ebenso kleines Mädchen des Weges kam. Zielsicher ging sie an die Leiter und wollte sie grad erklimmen, da warnt das D-Hörnchen:“Die Rutsche ist hoch, da hatte ich Angst!“ Das Mädchen ist ganz taff, klettert weiter und ruft dann aus rund drei Metern Höhe:

„Ist nicht schlimm für mich! Ich hab keine Hirnangst!“ 

Da war das D-Hörnchen erleichtert. Er sah dem Mädchen beim Rutschen ohne Hirnangst zu und stürmte dann auch die Rutsche. „Jetzt ohne Hirnangst!“ rief er noch begeistert und dann rutschte er. So ist es eben, ohne nerviges Hirn ist alles einfacher. 

Mein bester Freund 

Seit einigen Jahren habe ich einen besten Freund. Viele meiner Freunde und Bekannten kennen ihn, nur wenigen wissen um die wahre Tiefe unserer Freundschaft. Wir unternehmen fast täglich etwas, oftmals völlig unerwartet. Er ist unkompliziert, macht alles mit und diskutiert selten. Gelegentlich ist er etwas wählerisch, oftmals jedoch zurecht. Er weiß eben was gut für ihn ist, eigentlich kann ich viel von ihm lernen. 

Er ist immer für mich da, fordert aber auch Aufmerksamkeit. Wir ergänzen uns einfach gut. Unsere Freundschaft beruht auf ähnlichen Interessen und Bedürfnissen; es passt einfach! Oftmals, wenn wir allein etwas unternommen haben, bekommt es selbst der Menne nicht mit. Tatsächlich weiß ich nicht ob er ahn wie oft ich mit ihm unterwegs bin. 

Unterwegs sind wir überall. Ganz oben, Mitte, Unten. Er kennt keine Grenzen, braucht dennoch etwas Hilfe. Treppen sind nicht sein Ding und manchmal hat er eine lange Leitung- die trotzdem nicht reicht. Ich trage ihn dann, Liebevoll von Etage zu Etage. Ihn, meinen Staubsauger. Den einzig wahren, meinen Helden des Alltags. 

Der Robbie

Robbie Williams war in Hannover, und da war auch ich! Zum inzwischen 27. Mal beguckte ich den schönen Mann beim singen, kaspern erzählen und einfach Robbie sein. Und wie jedes Mal war es einfach großartig und himmlisch schön! 

Anders als sonst war ich dieses Mal mit meiner Mama im Konzert; wenn auch nicht zum ersten Mal. 1995 kutschierte Mama mich als damals 12 jährige ins 450 km entfernte Berlin zum Konzert und harrte damals wie heute viele viele Stunden vor dem Konzert mit mir aus. Anders als vor 22 Jahren hat sie mich dieses Mal nicht hochheben müssen, auch war die Gefahr mich im Gewühl zu verlieren dieses Mal etwas (wenn auch nicht wesentlich) geringer. Mir ist zum einen wieder einmal sehr deutlich geworden was das damals für ein großes Ding war, zum anderen aber auch wie sehr ich mich darauf freue ein solches Event irgendwann mit meinen Kindern erleben zu dürfen. 

Ein Domizil 

Seit ein paar Tagen haben wir nun ein neues Domizil; unseren Kleingarten. Seit ein paar Tagen sind wir nun kräftig am buddeln und am werkeln. Heute haben wir unsere erste echte Mahlzeit eingenommen, Miraculi, und ein wenig gefeiert. Nun wissen auch alle Nachbarn, dass wir da sind, denn dank BassBox schallte Elsa’s „Ich lass los“ durch die Gärten.  Es ist herrlich und schon nach diesen wenigen Tagen ist klar, dass diese kleine Oase, dieses kleine „weg“ ein Geschenk des Himmels sind.  

Pläne haben wir schon ganz viele; umsetzten werden wir nichtmal einen Bruchteil. Immerhin haben wir das Stück Welt mit Kartoffeln, Gurken und Bohnen an Bord übernommenen. Wenn es gut geht kommen Zwiebeln, Erbsen, Kürbis, Salat und Grünkohl dazu. Und wenn nicht, dann eben nicht. Dann haben wir a) gut zu tun gehabt und b) immer noch einen place be.