90 Minuten

Sofa. Ich glaube irgehdwo zwischen den Kissen 15 Min. Ruhe gefunden zu haben. Haha

14.15 B-Hörnchen kommt von der Schule. Ich laufe freudig die zwei Treppen zur Tür runter und begrüße das Kind.

14.20 Die Schule war „gut“ alles andere war „normal“. Wir setzen uns kurz an den Küchentisch.

14.25 C-Hörnchen kommt von der Schule. Sie hat unsagbar gute Laune und verliert innerhalb von drei Minuten 3000 Wörter.

14.30 C-Hörnchen erklärt sich bereit das D-Hörnchen vom Kindergarten abzuholen, ich bin dankbar. B-Hörnchen geht in ihr Zimmer und bastelt.

14.31 Ich schaffe diverse Pflanzen-Babys in die Küche um sie umzutopfen.

14.35 A-Hörnchen fragt ob er mir helfen kann. Ich nehme dankend an und bitte ihn weitere 45 Pflänzchen aus dem Wohnzimmer runter zu holen. Ich selbst besorge Erde, Töpfe etc.

14.40 80% der Babys sind in der Küche. Ich beginne umzutopfen. Es macht Spaß.

14.42 A-Hörnchen bricht in unsagbares Geschrei aus und sagt viele böse Worte.

14.43

14.45 Die Wogen sind geglättet, alle Tränen getrocknet. B-Hörnchen war vorsorglich drei mal durch die Erde gelaufen um sie auch auf dem Flur zu verteilen. Ich bitte A-Hörnchen den Staubsauger zu holen und beginne zu saugen.

14.55 Treppe sauber, Flur sauber.

14.57 100% der Pflänzchen sind nicht mehr oben oder auf der Treppe; leider war ein weiterer Satz im Wohnzimmer havariert.

15.00 Ich sauge im Wohnzimmer

15.05 C- und D-Hörnchen kommen nach Hause. Beide verlieren im vorbeigehen je 2500 Worte, nehmen sich was süßes und gehen in den Garten.

15.10 Ich beginne wieder mit dem Umtopfen. A-Hörnchen entscheidet genug geholfen zu haben. B-Hörnchen bastelt wieder, C- und D-Hörnchen spielen im Garten.

15.14 D-Hörnchen muss Pipi. Er schleppt eine Sandlawine durchs Haus, was ja egal ist. Ich erde ja eh alles voll. Wegen defekter Gartentür muss ich Arbeit unterbrechen um die Tür zu öffnen und zu schließen.

15.17 Beide wieder im Garten, Tür zu. Ich topfe.

15.20 C-Hörnchen muss Pipi. Sandlawine. Tür auf.

15.24 Beide Garten, Tür zu; ich topfe.

15.28 D-Hörnchen klopft an der Tür. C-Hörnchen will immer, dass er den Schlamm-Schaum in der Sandkiste in den gelben Eimer macht, er will ihn aber in den Roten machen. Danke.

15.29 Tür zu. Ich topfe.

15.33 D-Hörnchen klopft. Der kleine graue Knopf von der Feuerwehr klemmt. Ich versenke meinen Finger etwas zu tief in saukalten Feuerwehrauto und kann das Problem doch nicht lösen.

15.35 Tür zu. Ich … versuche es noch mal.

15.39 C-Hörnchen will rein weil D-Hörnchen doof ist. Sie ist von ganz oben bis ganz unten sandig mit Matsch (aus dem roten Eimer). Ich bitte sie, sich draußen auszusieben, was sie tut. Ich stehe in offener Tür uns assistiere.

15.42 C-Hörnchen kommt rein und schüttelt ihre Hose lieber in der Küche aus. Tür zu.

15.45 D-Hörnchen will rein, weil es allein langweilig ist. Ausziehen draußen, Sachen rein, neue Hose, Küche kalt dreck alles immer neu baaaa.

15.50 Es klopft an der Haustür.

„WAS ZUM GEIER IST JETZT WIEDER?!?!?!“ motze ich laut und deutlich…

…die verstörte Nachbarin an.

Ende.

…weil du zu lange fernsiehst

Ja! Ich bin wirklich oft müde, und ja! Ich lege mich regelmäßig mal ne Stunde hin. Am Wochenende schlafe ich nach Möglichkeit lang, da ich sonst in der Woche darauf noch mehr durchhänge. Zugegeben, es ist ein Jammer. Auch die Hörnchen nehmen diesen Zustand wahr und lassen ihn nicht unkommentiert. „Du bist immer so müde, weil du viel zu lange fernsiehst!“ erklärte mir das C-Hörnchen jüngst und ich war etwas Sprachlos. Meine zwei Stunden vor der Glotze sind es nicht, nein. Aber was soll man einer siebenjährigen sagen,…

…dass man chronisch müde ist, weil man sich ununterbrochen zwischen Arbeit und Familie aufreibt, im Prinzip immer gegen ein schlechtes Gewissen arbeitet und nie an einer Stelle genug ist?

…dass einen der Haushalt überfordert und das ständig wiederkehrende Putzen der Böden, Toiletten und allen Andersens einfach traurig und ermüdend ist?

… dass mein persönlicher Lebensrythmus und der, der mir durch Kita und Schule vorgegeben ist, einfach nicht zusammen passen, und ich mich somit dauerhaft zwingen muss zu funktionieren?

Natürlich nicht, somit gebe ich ihr kurzum recht und gestehe ein, warscheinlich einfach früher schlafen gehen zu müssen…

…um damit auch das letzte Bisschen Freiraum und selbstbestimmte Zeit zu verlieren.

Klingt dramatisch? Ist es. In manchen dieser Phasen ist es nicht lustig in der Tretmühle „leben“ gefangen zu sein, in der jeder Ausbruch direkte Konsequenzen für alle die hat, die mit einem zusammen leben. Wenn ich verschlafe, kommen alle zu spät, wenn ich aufhöre zu putzen, kochen, versorgen, sind alle unversorgt. Arbeite ich, bis alles abgearbeitet ist, sind die Kinder allein, mache ich früh Feierabend, drückt der Schuh auf der andern Seite. Eine elende Klemme.

Klingt besorgniserregend? Ist es nicht. Ich durchlaufe diese Tiefs immer mal wieder; ich denke die meisten in meiner Situation tun das. Es geht vorbei; vorübergehend in den kommenden Tagen und dauerhaft in ca. 15 Jahren. Schön!

Ballett

Ein mal in der Woche werden meine Nerven auf eine harte Probe gestellt. Die Ballettstunde der Mädchen bedeutet für mich: 60 quälende Minuten in der Hölle. Im Bereich vor den Tanzräumen stehen Sofas und Sessel. Wenn wir um 17.00 kommen, ist der dunkle Teppich bereits von einigen Kilo Kekskrümeln überzogen. Die Luft ist verbraucht von etlichen Chargen an Müttern und kleinen Brüdern und Schwestern, die in den Stunden seit 13.00 hier saßen, warteten und litten. Das who is who des Stadtteils trifft sich hier, berät die Lage auf den Spielplätzen der Umgebung, die Preise im Bioladen und ob der nette Erzieher nicht vielleicht doch schwul ist.

Auch das Verhalten der Kinder wird bis zum Erbrechen diskutiert und kein Schritt bleibt unkommentiert. „Oooohhh, die Madame kam wieder mal so gar nicht in die Puschen heute!“ stöhnt Mama affektiert als sie durch die Tür kommt. „Aaaach! Wieder das gleiche Spiel bei euch?!“ kommentiert die Mutter auf dem Sessel wissendes Blickes und lacht. Das benannte Kind geht in die Umkleide und man möchte ihm sagen:“Du bist ok!“

Nach der Stunde lockt die Parade der Müden und Verzweifelten. Kinder, fern ab von Gut und Böse, drehen noch mal richtig auf, rennen kreischend im Kreis, während Mamas mit Stiefeln und Leggins hinter ihnen herlaufen. „Biiiiittteee Aammeliii! Komm jetzt bitte! Der Gustav muss nach Hause biittteee!“ jammert Mama dem 4-jährigen Nachwuchsdiktator hinterher und schleppt dabei einen knapp anderthalbjährigen kleinen Bruder. Der Chef im Ring ist schnell klar; Mama ist es nicht.

Auch 45 Minuten später spielen sich Dramen zwischen den Sesseln des Aufenthaltsraumes und den Bänken der Umkleide ab. Verzweifelt appellieren Mütter an die Vernunft der Kinder um sich dann erneut mit der Sitznachbarin in einem Gespräch zu verlieren. Vielleicht also ist es die vierjährige, die in Sachen Vernunft die Nase vorn hat, denn nach etwa 50 Minuten Vollgas sinkt sie erschöpft im Sessel zusammen und jammert: „Huuunger!!“. Endlich gibt Mama nach, trinkt nur noch schnell den Tee aus und beginnt ihr Picknick einzupacken. „Aaaach! Das ist auch immer lang hier!“ stöhnt sie pathetisch beim Rausgehen „Aber mit meiner Madame ist das so…!“

Hier möchte man auch nicht Kind sein, denke ich. Und Mutter irgehdwie auch nicht.

WhatsApp

Heute bekam ich zum ersten Mal ein GIf geschickt, eines dieser Mini – kurz – Filmchen, die über Facebook, Twitter und WhatsApp im Moment unterwegs sind. Ich war ganz begeistert über mein erstes eigenes Dingens und schickt es stolz meinem Sohn. Das A– Hörnchen antwortete kurz und bündig mit einem Fragezeichen. Ich teilte ihm freudig mit, dass ich das bekommen hätte und es ihm zeigen wollte. Er antwortet mir mit 20 Stickern und weiteren GIFS. Über alle Maße erstaunt fragte ich ihn, wo er die denn alle her hätte.

„Du musst dein WhatsApp updaten.“ Lautete die wiederrum kurz und knappe Antwort. „Wie geht denn das?“ erwiderte ich seine Nachricht worauf hin er sich auf den langen, beschwerlichen Weg nach unten machte. 15 Stufen später hatte er mein Handy in der Hand und weitere 15 Sekunden später war meine WhatsApp ge-updated. Liebevoll und fürsorglich erklärte er mir nun, wo ich die unterschiedlichen Sticker finden und dann weitere runterladen könnte, wo die ganzen GIFS zu finden wären und, dass der inflationäre Gebrauch beider gesellschaftlich nicht akzeptabel ist. Nach etwas mehr als 1 Minute war ich voll im Bilde und mein Söhnchen wieder weg.

Ist es nun also soweit? Bin ich so alt, ist er so groß, oder ist die Zeit einfach soweit fortgeschritten, dass mein Sohn mir zeigt wie meine Technik funktioniert? Die Gerätschaften, mit denen er vor zwei Jahren noch nicht einmal hantieren durfte. Ist das wirklich passiert? Ganz offensichtlich ja! Denn auch in Sachen Computer mache ich dem Wurm nichts mehr vor. Brauche ich eine PowerPoint, bezahle ich ihn dafür sie mir zu machen. Und durch diese erstaunlichen Spielen die er spielt, blicke ich sowieso nicht durch. So ist es nun also, ich bin alt und er ist groß. Herzlich willkommen!

Home alone

Am vergangenen Wochenende haben wir die zwei großen Hörnchen zum aller ersten Mal nachts allein zu Hause gelassen. Für ganz genau 3 Stunden waren sie allein. A-Hörnchen ist fast zwölf , B– Hörnchen fast zehn. Natürlich geht das, rein logisch war mir das klar. Auch meine Schwester und ich wurden früher gelegentlich für einige Stunden allein zu Hause gelassen, bewaffnet mit Telefon und einer Nummer, unter der wir unsere Eltern erreichen konnten. Passiert ist nie irgendetwas, kein einziges Mal haben wir eine Telefonnummer benutzt. Und dennoch war es ein für mich aufregendes Unterfangen.

Die zwei kleinen Hörnchen haben bei Oma und Opa übernachtet, Was das ganze erst möglich machte. Beim Abendessen teilte ich den Kindern mein Vorhaben mit. Es war mir wichtig, sie in die Entscheidung mit einzubeziehen. Somit erklärte ich wann und wohin ich gehen wollen würde, woran sie in der Nacht erkennen können, ob ich wieder da bin und was zu tun wäre, wenn sich einer etwas bricht, kotzt oder sonst irgendetwas dramatisches passiert.Beide waren wenig beeindruckt und sofort einverstanden.

Auf dem Weg in die etwa 800 m entfernte Kneipe fühlte ich mich wie auf einer großen Reise. Ungefähr alle 100 m hielt ich kurz inne und erwähnte leicht zwanghaft, dass ich jetzt schon ganz schön weit weg von zu Hause weg sei. Dennoch war der Abend kurzweilig und sehr entspannt. Die Kinder fanden wir nachts so vor, wie ich sie zurückgelassen hatte: schlafend! Am nächsten Morgen fragten sie beide gespannt, ob wir noch weg gewesen sein. Keiner hat etwas mitbekommen-was für eine Enttäuschung.

Für uns war dieser Abend ein interessanter Ausblick. In noch einmal vier oder fünf Jahren, können wir sowas öfters mal machen. Vollkommen ohne Stress, ohne uns Sorgen machen zu müssen und in der Gewissheit, dass unsere Kinder, zumindest vorübergehend, auch sehr gut ohne uns auskommen. Coole Kinder!

Unsere Erde

Fernsehabend. Wir gucken einen Tierfilm, da kann man nichts verkehrt machen. „Unsere Erde“ soll es sein, B – Hörnchen hat in der Schule davon gehört.

Von der ersten Sekunde an überzeugt der Film mit unglaublichem Bildern. Wunderschöne Natur, unfassbare Aufnahmen und atemberaubende Bilder. Und dann geht es auch schnell los mit den Tieren. Eine Eisbären-Mama, Eisbären-Junge und die unendliche Eiswüste. Schneller als man sich versieht geht es primär jedoch nicht mehr um die Eisbären beziehungsweise die niedlichen Kinder, sondern viel mehr um den Nahrungsmangel. Erwärmtes Klima, schwindendes Eis, mangelnde Jagtreviere, verhungernde Bären- so einfach ist das.

In der Taiga und der Tundra geht es etwas weniger dramatisch zu. Auch hier leben allerlei Tiere, die allermeisten davon unsagbar niedlich und zum Glück weitestgehend glücklich und zufrieden. Die Natur ist in großen Teilen unberührt, die unfassbaren Koniferenwälder beheimateten Milliarden Tiere und tun dies sehr gut.

Die Reise geht weiter und nimmt wieder etwas an Fahrt auf. In Afrika begleiten wir eine Herde Elefanten auf der Suche nach Wasser. Nach drei quälenden Wochen immer noch kein Wasser in Sicht, die Elefanten am Ende ihrer Kräfte, deutlich zeichnen sich knorrige Wirbelsäulen unter den Häuten der grauen Riesen ab. Die Babys schweben in Lebensgefahr, die Mütter genauso. Kein Wasser, keine Hoffnung. Irgendwann dann endlich ein Wasserloch, die Löwen sind schon da. Die Sequenz endet mit einem sterbenden Jungtier, ich weine sehr.

Nach einem Abstecher in den tropischen Regenwald und einem weiteren an den Südpol, kehrt der Film wieder an den Nordpol, zu der Eisbären Mutter zurück. Zum Abschluss darf der Zuschauer dieser minutenlang beim qualvollen verhungern zu sehen. Mir zerreißt es das Herz. Literweiser Tränen und eine Mischung aus Verzweiflung und Brechreiz machen sich breit.

Am nächsten Morgen besprechen wir am Frühstückstisch den Film. Die Kinder waren beeindruckt, haben es aber wesentlich besser weggesteckt als ich. Das B – Hörnchen bringt die Sache auf den Punkt: „Naja, der Film hat halt gezeigt was alles so passiert, was man gar nicht mitbekommen.“ und da hat sie recht! Jeden Tag, überall, zu jeder Sekunde geschehen fürchterliche Sachen. Und das fürchterlichste daran ist, dass ein wirklich großer Großteil dieser Dinge dem Menschen verschuldet ist. Denn sowohl die verhungern den Eisbären als auch die verdurstenden Elefanten sind deutlich mehr als nur ein dummer Zufall. Menschen leiden, Tiere leiden, die Erde leidet und irgendwie sehen wir alle dabei zu. Wir für unseren Teil haben gründlich bilanziert, welchen Beitrag wir leisten können. Tatsächlich sind wir mit unserem bisherigen Engagement ganz zufrieden – trotzdem haben wir uns noch einmal mit Spucke in die Hand versprochen, aufmerksam zu sein und selber zurück zu stecken.

Ohne Auto II

Seit einigen Wochen ist das Thema „Auto“ in den Fokus geraten. Abschaffen oder nicht, das ist hier die Frage. Neben der Recherche was Car-Sharing so hergibt, versuche ich so oft es geht im Alltag auf’s Auzo zu verzichten. Mädels zum Ballett; easy. B-Hörnchen zum Schwimmen, Check. Alle am Fasching samt Kuchen und Kostüm pünktlich in Zwei Schulen und Kita schaffen; erbärmlich aber – Check! Auch viele andere Erledingungen konnte ich vollkommen problemlos ohne Auto deichseln, so dass das gehasste Vehikel schon länger rumsteht.

Heute war dann der Kühlschrank recht leer. Also, sehr leer. Da ich aber eh los musste und mein Bio-Markt auf dem Weg lag, beschloss ich den Einkauf mit dem Rad zu machen. Easy, Denkt man. Für gewöhnlich kaufe ich für eine Woche ein, klar, dass das nicht funktioniert. Also strich ich den Einkaufszettel auf das nötigste zusammen und beschloss einen Einkauf für etwa zwei Tage zu machen.

Drei Liter Milch, in Glasflaschen (Plastik vermeiden), zwei 500ml Gläser Joghurt (…), ein Glas Pflaumenmus sowie ein Glas Bockwurst. Dann kamen Obst und Gemüse; ein paar Äpfel eben und Birnen. Suppengrün, eine Gurke, ein Salat und die Feststellung, dass der Wagen schon ganz schön voll ist. Ein Brot, 10 Brötchen, Linsen und Haferflocken später war der Einkauf erledigt, der Wagen halb voll und ich optimistisch.

Tatsächlich passte alles in die monströse Satteltasche, die ich dabei hatte und einen Umgängebeutel. Ich war begeistert und hatte fast leichtfüßig den Laden verlassen, als ich versuchte die 10 Zentner schwere Satteltasche anzuheben. Das kann ja lustig werden, dachte ich noch, und schleppte sie raus.

Es hatte angefangen mächtig zu regnen. Die Tasche am Gepäckträger zu befestigen war nicht leicht; es war ein Staatsakt. Ich war unsicher ob Tasche oder Gepäckträger als erster nachgeben würden und dennoch half es ja alles nix. Los! Die Fahrt im strömenden Regen gestaltete sich wackelig.

Katzenfutter vergessen. Zweiter Laden, halber weg. Katzenfutter in Beutel, los. Schnell war klar, etwa 15 kg einseitig an das Fahrrad zu hängen war nicht übermäßig schlau. An einer holprigen Stelle riss es mit das Rad unter dem Arsch weg, bei dem Versuch es enorm elegant zu fangen, zerrte ich mit den Rücken, wie durch ein Wunder ging kein Glas zu Bruch.

Lastenrad. Was habe ich für ein Lastenrad. Hat wer ein Lastenrad? Bitte.

Ein Traum III

Es ist Nachts, halb drei. Ich bin nicht wach, nicht ganz jedenfalls. Schlafen hingegen tue ich auch nicht, nicht ganz jedenfalls. Mein Bewusstseinszustand befindet sich exakt auf der Grenze, in der Grauzone, in der wir nicht zwischen echt und Unrecht unterscheiden können, in der wir noch nicht handlungsfähig aber dennoch zu dem ein oder anderen Gedanken in der Lage sind. Ich liege im Bett, ich habe Angst!

Wenn auch ich in diesem Zustand nicht viel weiß, eins ist mir völlig bewusst: Über meinem Kopf liegt ein toter Baby-Panther! Gerade zu harmonisch und anschmiegsam formt er sich um meinen Kopf, bildet ein Halbmond und liegt halt dort. Noch nicht ganz kalt, vermute ich; wahrscheinlich noch weich und geschmeidig. Starr vor Angst traue ich mich nicht, mich zu bewegen. Was, wenn er doch noch nicht ganz tot ist und mich anfällt? Ich liege auf der Seite, angewinkelte Beine und die Arme eng am Körper. Regungslos liege ich da, hoffe auf eine Lösung und weiß doch nicht welche. Auch einen Arm auszustrecken, um nach dem mysteriösen Tier zu tasten, traue ich mich nicht. Erstarrt liege ich da, zunehmend machen sich Schmerzen im ganzen Körper bereit. Meine Position ist alles andere als gemütlich, zu dem drückt die Blase. Aber der Panther, was nur mit dem Panther?

Irgendwann ist die Situation nicht mehr auszuhalten. Ich reiße mich zusammen, sammle all meinen Mut und wage es für nur ein Moment, meiner Hand nach dem toten Tier auszustrecken. Als meiner Hand das Fell berührt, dass überraschend stumpf und wenig geschmeidig und nachgiebig ist, fällt es mir endlich wie Schuppen von den Augen. Ich bin nicht in Gefahr, alles ist in bester Ordnung. Endlich wird mir bewusst, dass ein großer Teil meines Hirns noch im Traum war und selbige mir einen mächtigen Streich gespielt hat. Über meinem Kopf liegt, halbmondförmig und geschmeidig an mich geschmiegt, mein Kopfkissen – welch eine Überraschung! Ich weiß nicht, ob es tot oder lebendig war; recht sicher bin ich mir darin, dass es nicht vorhatte mich anzugreifen.

Tief beeindruckt von diesem Traum, Albtraum, Bewusstseinszustand oder – nennen wir es Irrsinn, ging ich zum Klo und dann endlich einzuschlafen. Ein Panther in meinem Bett… Ach ja!In Sachen Traumdeutung lohnt es sich übrigens überhaupt kein kleines bisschen den Panther zu googeln. Völlig harmlos, ohne jeden Hintergrund. Ich denke ich werde überleben.

Klima und Greta und all das

„Wenn wir nachmittags oder am Samstag demonstrieren, interessiert es ja wieder keinen!“

Mit diesen Worten erklärte ein 15-jähriger Schüler den Sinn und Zweck der provokanten Schulausfälle und fasste damit so gut zusammen was Phase ist. Ein Widerstand, der keinen ernsthaft tangiert, ist kein Widerstand. Um Menschen zu bewegen und vielleicht zum Nachdenkem anzuregen, muss man sie aus ihrer Komfortzone zerren und das eigentliche Problem zu ihrem machen.

Absurd, wenn man bedenkt, dass das ursprüngliche Problem, auf das die Schüler aufmerksam machen wollen, die Zerstörung der Erde, also unseres Lebensraumes ist. Mangel an Lebensmitteln durch ausbleibende Ernten, Überschwemmungen, Dürren; ganz genau betrachtet, ist das alles schon eher unkomfortabel und sollte Grund genug sein, das persönliche Verhalten zu verändern und sich dafür einzusetzen, dass auch die Industrie und letztlich die Regierung mitzieht.

Ist es aber nicht. Klima ist Klima und so richtig schlimm ist es ja noch nicht. Eigentlich war der milde Winter schön, man müsste kaum kratzen und der Jahrtausend-Sommer war nett. Ja, das mit dem Klima ist doch alles halb so schlimm. Wehe aber, wenn die jenigen, die das mit dem Klima am Ende ausbaden müssen, nicht zur Schule gehen, und ihre Zukunft gefährden. Schlimmer geht es nämlich kaum. Wer Freitags schwänzt, der kann nie Abitur machen und der bekommt nie einen Job der ordentlichen Kohle abwirft.

Absurd, ja! Das ist es. Denn wenn der Planet weiter in dem Tempo geschunden wird, dann werden unsere Kinder keine fetten Autos, teure Fernreisen und große Häuser mehr brauchen. Dann investieren sie ihr Geld in Wasseraufbereitung und Lebensmittelgewinnung; um bei all dem Dürren, Hochwassern und Jahrtausend-Sommern zu überleben. Und die Freitage, die sie gelegentlich mal gefehlt haben, werden ihr kleinstes Problem sein.