Die schlechteste aller Lösungen

Bremen auf der Suche nach Lösungen. ‚Beschleunigte Entscheidungsverfahren‘ sollen das erklärte ‚Problem der Flüchtlinge‘ beseitigen. Entscheidungsverfahren klingt im allerersten Moment sogar nach Bewegung, klingt nach einem Prozess. 

Es ist einer. Der falsche. Schneller Entscheiden um schneller abzuschieben. Schneller entscheiden wer, der Menschen in Not nicht genug in Not ist, um als Notfall gewertet zu werden. 

Diese Praxis ist unmenschlich, falsch und unwürdig. Ihr spielt mit Menschenleben!

  

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Augenblick verweile,

Ein Tag wie ein Marathon; ohne etwas geschafft zu haben. Ein krankes A-Hörnchen, Kinderarzt, viel Besuch, Handwerker, Haushalt, Kinder, Kochen, Kekse. Irgendwie war immer was, meine Ohren fühlen sich maltritiert. Und dann:

Plötzlich Stille. A-, B- und C-Hörnchen spielen friedlich im Oben. Und das D-Hörnchen sitzt vor mir am Tisch und telefoniert glücklich mit dem TipToi Stift. Herrlich; Augenblick verweile, du bist so schön! 

Der Gewinner des Abends

Jeder der glaubt, Steuererklärungen seien ätzend, der hat noch nie den Papierstau einer größeren Familie sortiert, der binnen dreier Jahre anfällt. 

Aaaaaaaaarrrggghhhh!! Fest steht: Nun hab‘ ich Rücken! Stundenlanges auf dem Fußboden kauern und Zettel von A nach B schieben steht mir nicht. Nein nein. Und überhaupt, wo auf all den Bescheiden und Rechnungen und bla bla bla steht überhaupt, was man wie lange aufbewahren muss. 

Was soll ich sagen, wer mir nicht sagt wie lange er bleiben will, der rutscht auf den Altpapierstapel. Der ist somit der Sieger des Abends. Mein Rücken der Verlierer, und meine Buchhaltung so sortiert wir die Socken bei der Bundeswehr. Und nu ist Zapfenstreich. 

Ich konnte das nicht anders

Grad bin ich fast rückwärts in die Badewanne gefallen. Wie das kam? Ganz einfach:

Ich saß gelangweilt auf dem Wannenand und C-Hörnchen duschte sich. Plötzlich flogen die Türen der Dusche auf und das kleine Mädchen brach hinaus. Ich erschrak zu Tode. 

Auf den Fliesen lag nun mein C-Hörnchen. Ich las sie auf und stellte das glitschige Etwas wieder unter das warme Wasser. Dann fragte ich sie, wie denn DAS passieren konnte. C-Hörnchen sagte:“Ich konnte das nicht anders!“,  dachte nicht lang nach und zeigte es mir:

Auf einem Bein stehend hampelte sie freudig in der rutschigen Duschwanne herum und erklärte, sie würde tanzen. Und plötzlich war mir vollkommen klar, wie das passieren konnte. 

Die Sache mit der Gerechtigkeit

Manchmal ist es so schwer. Dieses ‚alle gleich zu behandeln‘. Dieses ‚gerecht sein‘ und ‚unvoreingenommen‘.Selbstverständlich liebe ich alle meine Hörnchen bedingungslos, uns selbstverständlich tue ich dies immer; jedoch ist es manchmal einfacher als sonst, und manchmal eben echte Arbeit.

A-Hörnchen ist schon immer anspruchsvoll und diskutier-wütig. Er hat erst mit sechs angefangen gelegentlich in seinem gut bestückten Zimmer zu spielen. Er kann sich zwar gut beschäftigen, jedoch unterhält er sich gern und zeigt was er erschaffen hat. Inzwischen diskutiert er auf Niveaus, so dass die Wortgefechte fast Spass machen. Zu dem ist er oft weg und ich freue mich dadurch viel eher über seine Anwesenheit.

B-Hörnchen ist schon immer extrem anspruchslos. Sie ist zurückgezogen, spielt gern und oft in ihrem Zimmer. Sie hat wenig Bedarf an Kommunikation und wenn man sie in ihrem Zimmer ‚besucht‘, damit sie sich nicht einsam fühlt, fliegt man oft wieder raus. Ich liebe die unkomplizierte Art und es bringt mich an den Rand der Verzweiflung am Ball zu bleiben. Wenn sie ein Problem hat, oder traurig ist, versteckt sie sich. Kein Weinen, kein Buhlen um Aufmerksamkeit. Da muss man feine Antennen haben, und den richtigen Ton treffen. 

C-Hörnchen ist omnipräsent. Sie ist immer da, immer laut und weiß auf sich aufmerksam zu machen. Sie hat das unglaubliche Talent, mit immer neuen Kleinste-Bedürfnissen immer wieder auf sich aufmerksam zu machen. Zwar spielt sie auch mal allein was, jedoch tut sie dies in der Küche, zu meinen Füssen, an mir. Sie liebt Gesellschaft und kann es schwerlich ertragen allein zu sein. Ich wünsche mir gelegentlich eine Auszeit von ihrem Redeschwall. Und ich bewundere ihre Fähigkeit auf sich selbst zu achten. Wenn sie etwas braucht, bekommt sie es. Schnell und unkompliziert. Und so wie sie für sich sorgt, so sorgt sie auch für andere. Voller Energie und Hingabe.

D-Hörnchen ist mit seinen knappen zwei Jahren schon oft und gern solo. Er kann wirklich lange mit einem Bagger oder einem Auto spielen und ist sehr bei sich. Andererseits genießt er aber auch die oft ungeteilte Aufmerksamkeit aller anwesenden. Er weiß es durchaus einzusetzen, dass er drei große Geschwister und zwei Eltern zu seiner freien Verfügung hat. Wenn er vorgelesen haben möchte, muss er nur ein Buch aufheben. Wenn er toben möchte, geht er zu den Großen und wenn er kuscheln möchte zu den ganz Großen. Ich liebe es, dass er allein toll spielt. Zunehmend sehe ich eine kleine Gefahr darin, dass er fleißig von fünf Personen verzogen wird, und bin gespannt, was das wohl noch gibt.

So ist es wohl. Sie sind so verschieden und alle auf ihre Art und Weise so großartig. Was für eine Herausforderung, immer an Allen das Positive und das  Negative gleichermaßen zu sehen. Zu Bestärken und zu Mahnen, im Gleichgewicht und fair.

Herausforderung angenommen; ich liebe euch ihr Hörnchen!!

Er ist da!

Da ist er wieder! Der Moment in dem ich alle guten Vorsätze vergessen und die Begriffe ‚Bedarf‘ und ‚Begehren‘ sich in meinem Kopf umkehren. Der Monent in dem ich meine Armut verfluche und voller Neid Gier um mich blicke; hilflos zerfressen. 

Das ist er, der Moment, zwei Mal im Jahr. Verlässlich und zu erwarten, regelmäßig, und doch jedesmal vollkommen unerwartet trifft er mich. Hart. Brachial. Schmerzlich. 

Der Moment, dieser Tag; an dem mein geliebter Katalog ins Haus kommt. Es hat  etwas masochistisches, etwas von Folter, dass ich ihn nicht einfach abbestelle. Aber nein. Jedes Mal wieder durchblättere ich ihn und könnte sofort und ohne zu zögern 1000€ investieren. Ohne Scheu und ohne Bereuen. 

Und heute Abend werde ich dann beginnen nach Stiefeln und Jacken für die Kinder zu gucken. Und dann werde ich investieren und beschließen, dass meine Sachen gut sind. Gut genug. 

Autsch!

Auf einem Stuhl!!

Gestern berichtete ich ja von dem Ferienprogramm meiner drei großen Hörnchen. Als sie dann wieder kamen (weitestgehend trocken) gab es viel zu berichten. Sie haben gefilzt, gerutscht und den Zitkushund kennengelernt. Außerdem kann man zaubern lernen und allerlei andere Dinge.

C-Hörnchen berichtete glücklich, sie hätte beim Mittagessen AUF EINEM STUHL GESESSEN!! 

Leicht verwundert wartete ich auf den Rest der Geschichte; der folgte aber nicht. Sie war stolz auf den Stuhl. Und dann fiel es mir wieder ein. Im Jahr zuvor musste sie, als Kleinste im Programm, beim Mittag in einem Hochstuhl sitzen. Das fand sie schon damals eine ausgemachte Schweinerei und war nun um so glücklicher, dass sie in diesem Jahr ein großes Mädchen war. 

Das kleine Wörtchen ‚Dada‘

Mein D-Hörnchen ist höflich! Ultra-höflich!! Möchte er etwas haben sagt er:“Ääähh, bibba!“ Bekommt er es dann sagt er selbstverständlich ‚dada‘. So geht das immerzu und er verzaubert am laufenden Band kleine, alte Omas mit seinem Charme. 

Eben habe ich ihn (minimal gegen seinen Willen) gewickelt. Widerwillig legte er sich hin und schimpfte dabei vor sich hin. Ich machte ihn sauber, auch das unter konstantem Gemotze. Als er fertig war stand er auf, drehte sich zu mir um und sagte höflich:“Dada!“ Dann zog er mit seinem Bagger wieder von dannen. Sowas höfliches!!