Links statt rechts

Wirklich gestört hat es das A-Hörnchen erst, dass der Pullover falsch herum war, als ihm bewusst wurde, dass er nicht nur vorn auf hinten war, sondern auch auf links. Überall hingen Nähte und Schilder und für einen acht-jährigen sah das echt deppert aus. 

Sollte diese Art einen Pulli anzuziehen jedoch politisch motiviert sein, wäre ich dafür, dass sich  alle so kleiden!!

Immer wieder

Heut morgen lief ich zügigen Schrittes hinter C- und D-Hörnchen her. C-Hörnchen fuhr Roller und D-Hörnchen mit dem Laufrad. Ich konnte nicht genug von dem Bild bekommen und fotografierte fleißig. Und dann fiel es mir auf: Ich habe das jedes Mal. 

Bei jedem Hörnchen das diesen großen Schritt in die Selbstständigkeit getan hat, war ich vollkommen verzaubert und konnte nicht genug von dem Anblick bekommen. Bei aller Anhänglichkeit und Klettigkeit bin ich doch jedes Mal irre stolz auf meine kleinen, automobilen Hörnchen. Es ist schlicht erstaunlich, wie dieses winzige, eben doch noch vollkommen hilflose Wesen sich plötzlich allein und fast sicher in dieser Welt umherbewegt. 

  

  

  

   
    
  

Rauf

Meine großen Hörnchen besuchen eine schöne, alte Grundschule mit hohen Decke und alles was so dazu gehört. B-Hörnchens Klasse ist im 3. Stock und A-Hörnchens im 5. .

Heute habe ich trottelige Doof-Mama die Trinkflaschen der Kinder vergessen und musste/wollte  nachliefern. Und das artet in dem Fall dann gern in Frühsport aus.

Es ist nämlich so, dass die blöde Schule auch noch zwei Gebäude hat. Und selbstverständlich sitzen meine Hörnchen in Verschiedenen. Also durfte ich, getrieben vom schlechten Gewissen, erst in den 5. Stock und dann runter und dann rüber und dann in den 3. Stock. Und hinterher hat mir nichtmal jemand ’ne Trinkflaschen gegeben. 

Tür zu!

Wisst ihr, was ich wirklich nicht leiden kann? Verschwendung!

Ich hasse es, wenn man beim Händewaschen das Wasser laufen lässt, und meine Hörnchen einen halben Meter Klopapier für ihren kleinen Hintern nehmen. Ich rationalisiere Zahnpasta und Seife und ich hasse es sehr Essen wegzuwerfen. Mit viel Hingabe versuche ich möglichst ‚passend‘ einzukaufen und zu kochen. Regelmäßig gibt es Restepfannen oder Eintopf. Auch in Sachen Kleidung versuche ich effizient zu sein. Ich kaufe gern so, dass es möglich viele kleine Geschwister nachtragen können. Ehrlich betrachtet sehen die meisten Klamotten eh nach wenigen Einsätzen very used aus und kein Mensch erkennt mehr, ob sie nagelneu oder ganzschön abgenagelt sind.

Ich hoffe darauf, meine Hörnchen zu verantwortungsbewussten Menschen zu erziehen. Ressourcen erkennen und einsparen und mitdenken. Denken!! Hoffentlich werden sie einmal zu selbstständig denkenden Menschen. Denn oftmals kommt es mir schon so vor, als würde ich alle die Worte an die Hörnchen doch verschwenden. So viel Male, wie ich am Tag sage:“ Tür zu!“ oder „Licht aus!“, soviel Male dass nichts passiert. Und doch lässt es mich hoffen. Haben doch meine Eltern viele hundert Male zu uns gesagt:“Tür zu, wir heizen nicht für draussen!“, und irgendwie scheint das ja auch gewirkt zu haben.

Complete

Was bin ich froh. Alle Schäfchen wieder im Stall. Alle Schäfchen heile und gesund. Alle Schäfchen müde. Und wärend ich noch denke:“Zum Glück sind alle wieder da!“ weint das B-Hörnchen noch, weil es vorbei ist. Und bevor die letzte Träne getrocknet ist, tobt schon der erste Streit im Haus. Alles ist beim Alten, alles ist wieder gut. 

Die Erkenntnis dieses Wochenendes: Ich bin als Mama dazu verpflichtet, meine Kinder zu lieben und in jeder Sekunde zu vermissen.  Aber ich bin auch dazu verpflichtet, sie die Welt begucken zu lassen und tolle Dinge erleben zu lassen. Ich kann, muss und soll ihnen vertrauen und sie auch mal gehen lassen. Oh Mama  

Stell dir mal vor…

Da unsere Mädels immernoch mit Oma und Opa auf großer Fahrt sind, waren der Menne und ich (und die Grippe..) heute Morgen mit den Jungens brunchen. Und schon nach wenigen Minuten platze es auch mir heraus:“Stell mal vor, wir hätten nur zwei Kinder!!“ 

Es war schon fast beängstigend einfach mit den Beiden. A-Hörnchen mit seinen 8,5 Jahren braucht uns beim Essen nicht mehr. Es bedient sich ordentlich am Buffet, bestellt sich selbst zu trinken und benimmt sich so, wie man es sich von ihm wünscht. Somit bleib viel, viel freie Aufmerksamkeit für das kleine D-Hörnchen. Letztlich war der aber mit seinem Haufen Essen auch sehr zufrieden, so dass der Menne und ich einfach so, ganz entspannt futtern konnten. 

Als die Jungs fertig waren, sind sie dann vor die Tür zum Spielen gegangen, und so saßen wir da. Allein, und stellten und vor, wie das wohl so wäre.. zwei Kinder zu haben. 

Und wie wäre das wohl? Grässlich wäre das!! Langweilig auf Dauer. Außerdem wäre A- Hörnchen nach sechs Jahren Einzelkind-Dasein nie im Leben so ein passionierter großer Bruder, und D-Hörnchen mit nur einem ganz großen Bruder nie so ein robustes, pflegeleichtes Kind. Ein Glück, dass wir nicht nur zwei Kinder haben. Ein Glück!!

Life of Brian

Da das A-Hörnchen regelmäßig unsere Witze nicht versteht, und uns dann Löcher in den Bauch fragt, haben wir ihn heute in den Irrsinn und die Welt von Monty Python eingeführt. ‚Das Leben des Brian‘ verschaffte dem Jungen nun endlich Zugang zu tiefgründigen Witzen wie ‚Schwanzus Longus‘, ‚Volksfront Judäa‘ und den immer wieder beliebten  ‚er war’s er war’s-Witz‘.

Und tatsächlich reichten historisches Verständnis und Humor schon aus, um dem Film vollständige 90 Minuten lang hochamüsiert zu folgen. 

Jetzt ist er groß. Jetzt wird er mehr und mehr unsere Welt betreten und einestages vielleicht vom Zögling zum Gefährten werden. 

Mutti a.D. 

So ein Morgen ohne Kinder hat es in sich. Schon seit halb acht denke ich angestrengt an meinen Lieben. Hoffentlich haben alle gut geschlafen, bekommt auch jeder das zum Frühstück, was er mag? Vermisst mein kleines D-Hörnchen seine Mama? Fragen über Fragen, an Ausschlafen ist nicht zu denken..

Jeder der jetzt anmerken möchte, das sei aber sehr klettig und ungesund, dem sei gesagt: Ja! Ist es, weiß ich! Es ist schrecklich, und doch kann ich nur schwer aus meiner Haut. Immerhin weiß ich, objektiv betrachtet, dass die Kinder ganz sicher jede Menge Spaß haben werden. Nur ich eben nicht. Und zum Glück kommen A- und D-Hörnchen heut Nachmittag schon wieder zu Mutti. Dann hat das schreckliche ‚zu zweit-sein‘ ein Ende. 

Soll es das gewesen sein?

Heute Abend sind wir zum aller ersten Mal seit vielen Jahren kinderfrei. Anlässlich einer Betriebsfeier der Firma meines Mannes, haben wir alle vier Hörnchen zu den Großeltern organisiert und uns schon seit Wochen auf den Abend gefreut. Das Highlight sollte das ‚echte Ausgehen‘ mit Freunden nach der Betriebsfeier sein.

Schon in den letzten Tagen stand das Unterfangen dank meiner Krankheit unter keinem guten Stern. Heute war ich dann primär aufgeregt. Alles packen, organisieren und was ziehe ich an… 

Schon am Anfang de Feier ging es mir eher schlecht. Ich dachte ich schaff das. Beim Essen dann wurde klar: Ich schaff das nicht! Statt zu essen, war ich damit beschäftigt, nicht vom Stuhl zu rutschen, vor Schmerzen und Schweißausbrüchen. Nichts ging mehr. 

Also ab nach Hause. Um dort festzustellen, dass ich keinen Schlüsel hab. Nachdem der Menne seinen dann per Taxi geschickt hat, konnte  ich endlich ins Bett. Und hier liege ich nun. Zugedröhnt mit Schmerzmitteln, einsam, traurig und enttäuscht. Das war’s also… Mein schöner Abend.