Von Hühnern

D-Hörnchen kommt zu mir. Er sagt er wolle die Hühner angucken. Perplex frage ich:„Welche Hühner?“ Er klärt mich auf:„Die Hühner bei Hajo!“ Ich kenne Hajo leider nicht und frage weiter, wer denn Hajo wäre. „Hajo ist der Mann bei den Hühnern!“ klärt D-Hörnchen mich auf. Und er wolle jetzt Hühner gucken, weil er mag Hühner! Wieder frage ich nach, wo denn die Hühner wohnen würden. D-Hörnchen erwidert:„Im Hühnerstall.“ Auf meine erneute Frage, wo denn der Hühnerstall wäre, antwortete er fast genervt:„Bei Hajo!“ Ich denke, ich zweifle.. Wer ist Hajo? Wo ist Hajo? Und warum kenne ich Hajo nicht, ist er doch offenbar in aller Munde. D-Hörnchen quengelt weiter, er wolle jetzt die Hühner gucken. Ich frage weiter, versuche auf geschicktere Art und Weise den Aufenthaltsort der Hühner und Hajos zu erfragen. Immer und immer wieder aber die selben Erkenntnisse: Die Hühner sind im Hühnerstall bei Hajo, der Hühnerstall ist bei Hajo und auf meine finale Frage, wo denn Hajo wohnen würde antwortete D-Hörnchen verzweifelt:„Hajo ist bei den Hühnern!“

Wir konnten Hajos Aufenthaltsort nicht ausfindig machen. Auch nicht den der Hühner. Zum Glück hat er irgendwann etwas anderes gefunden, über das er reden kann. Jetzt will er die Hasen sehen.

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Gute Aussicht 

Auf unserem Küchentisch steht diese Box mit Taschentüchern:  

Eben steht das A-Hörnchen neben mir am Tisch, blickt auf die Box und stellt fest:„Toll! Um diese Aussicht zu haben, muss man ja im Plumsklo sein!“ 

Was für eine passende Verpackung für Taschentücher, nur irgendwie geht -trotz des einzigartigen  Blickes- die Idylle etwas verloren. Der Arbeitstitel des Designs wird dann sowas gewesen sein wie: Schiethus von inn. Na dann, guten Schiss. 

Ein Traum III

Endlich hat mein Hirn sich malwieder großen Blödsinn zusammengeträumt:

Ich war zu einem Spieleabend eingeladen, „die Siedler von Catan“ sollten gespielt werden. Das Spiel begann und ich wollte eine Straße bauen. Meine Mitspielerin reichte mir eine Straßenbaugenehmigung und bat mich diese auszufüllen. Ich wunderte mich sehr, tat dann aber wie mir befohlen. Die 2. Mitspielerin stempelte den Antrag, gab ihm mir zurück und erst dann reichte mir die 3. Mitspielerin, gegen Herausgabe der Rohstoffe, meine Straße. Ich wunderte mich, sagte aber nichts. 

Die anderen drei waren reihum an der Reihe und bauten ohne bürokratische Hürden Dörfer und Straßen. Als ich an der Reihe war wollte ich ein Dorf bauen. Wieder reichte man mir einen Antrag, dieses Mal bat man mich zusätzlich, schriftlich die geplanten Abwasserkanäle anzugeben und die Fernwärmeversorgung darzulegen. Ich tat abermals wie mir befohlen und begann zweifelte sehr. Alle weiteren bürokratischen Schritte wurden ausgeführt, ich bekam mein Dorf. 

In der dritten Runde wollte ich eine Stadt bauen. Nach der Antragstellung wurde mir schriftlich mitgeteilt, dass wegen der mangelnden Kanalkapazitäten keine Baugenehmigung ausgesprochen würde. Ich solle mich an die zuständige Behörde für Zu-und Abwasserkanäle wenden und dort einen Antrag auf Städte-Ausbauversorgung stellen.  

Ich schlug das Schreiben auf den Tisch und gab in die Runde:“ Ihr habt jawohl alle einen an der Waffel!“ Meine Mitspielerinnen waren entsetzt und warfen mich raus. Als ich auf der Türschwelle stand rief man mir noch hinterher:“Mit dir macht spielen wirklich gar keinen Spaß!“ 

In Sachen Namensgebung 

C-Hörnchen fragte mich, wie das so war, als sie geboren wurde. Also berichtete ich:

Es war Mittags und sie ist aus meinem Bauch raus gekommen, zu Hause in der Badewanne. Und Papa und ich haben uns ganz ganz doll gefreut und sie geküsst und gekuschelt. Und ich erzählte ihr, dass wir sie so schön fanden, dass wir sie immer wieder angucken mussten, und kuscheln und küssen. Und dann, so erzählte ich, sind wir in Mama und Papas Bett gegangen und haben sie weiter festgehalten, und sie hat Milch getrunken. C-Hörnchen hörte mir gebannt zu und klebte an meinen Lippen. 

Ich beendete meine Erzählung mit der Suche nach dem richtigen Namen. So berichtete ich, dass ihr Papa ihren Namen schon am Abend zuvor vorgeschlagen hatte, ich aber unsicher war. Am nächsten Morgen sagte ich dann zum Menne:“Ja! Lass sie uns C-Hörnchen nennen!“

Da brach mein kleines C-Hörnchen in Tränen aus und schluchzte:“Aber ich wollte Minion heißen!!“ 

Hinter uns mein Land

Ich teile dieses Video mit euch, weil es mich heute morgen zu Tränen gerührt hat, mich an der Wurzel gepackt und zerrissen hat. Die Kraft der Worte, ihre Traurigkeit und Kraft, wie sie beides zusammen binden und bündeln und mich schreien lassen wollen, weil ich den Schmerz kaum ertragen kann.

Also, macht es euch bequem auf euren Sofas und Sesseln, nehmt einen heißen Tee und fühlt euch schlecht. Obwohl ich es so sehr nicht will und bin, fühle ich mich heute als Teil von etwas schrecklichem.

Hinter uns mein Land

Fremde Welten

Hinter mir liegen eigenartige Stunden. Meine zwei kleinen Hörnchen haben bei Oma und Opa geschlafen, alles was mir blieb waren die kranken Großen. Für mich hörte sich das nach viel Arbeit an, in Realität habe ich die entspanntesten 20 Stunden meines Lebens verbracht. Der Gipfel war die Feststellung heute morgen, dass ich einfach so bis halb zehn geschlafen habe.

Soll das so also später mal werden? Werde ich in einigen Jahren wieder regelmäßig genug Schlaf bekommen um sinnvoll denken zu können. Und werde ich irgendwann einfach das Haus putzen können, ohne das mir jemand dabei hinterher läuft um zu gucken, dass ich noch ja nicht verschwinde? Werde ich eines Tages meine sogenannte Freizeit wieder mit netten Dingen verbringen können, weil es einfach so, problemlos möglich sein wird, die Küche zu feudeln während die Hörnchen im Haus sind? Was ist das für ein verheißungsvolles Fenster das ich da geöffnet habe?!

Noch vier Jahre also, dann könnte es immer so sein. Dann herrscht wieder Frieden am Esstisch, dann lerne ich wieder was es heißt, allein zu sein. Wunderbar, wo ich es doch eigentlich so hasse allein zu sein. Schrecklich also, soll mein ganzes Chaos hier also eines Tages ein Ende nehmen, und mich dann zwingen mich wieder mit meinen eigenen, öden Problemen zu befassen? Eigenartig, und beängstigend. Hoffentlich durchleben mindestens drei von vier Hörnchen ein extrem anstrengende Pubertät; nicht das mir noch langweilig wird, oder ich auf andere dumme Ideen komme..!

Hospitalisiert

A-Hörnchen Fieber messen, Wadenwickel  holen, machen. B-Hörnchen Fieber messen, Medikamente holen. Runter. Noch Saft dazu, runter. A-Hörnchen verlangt Eimer, rüber. Eimer leeren; runter. Dann schnell wieder rauf. B-Hörnchen friert. Decke, Körnerkissen, runter rennen, dann wieder rauf. Bett vollgekotzt nebenan. Bett beziehen, Mund ausspülen, Waschmaschine. Fieber messen, noch mal Wadenwickel. Frisches Bettzeug von oben holen. Mittagessen wird verlangt, bei B-Hörnchen wirkt was. Pfannekuchen, würgen von oben. Spurt zum Klo – Treffer. Klo putzen, Badematte hat’s erwischt. Schnell zum Pfannekuchen. Essen. Ist mir übel oder ist das vom Kopf. Kein Stillstand, weitermachen. Wäsche waschen, Fieber messen. A-Hörnchen verlangt nach Fernsehen. Beide Hörnchen mit Saft, Salzstangen und Decken vor den Fernseher geparkt. A-Hörnchen nickt ein, will wieder ins Bett. Taumelnden Riesen die Treppe runter geschafft, Körnerkissen und Ibu. Schnell zum B-Hörnchen rauf. Keine weiteren Katastrophen bitte. Ist es wirklich erst halb vier?!

Das ist dann wohl besser so 

Hier ist malwieder das Chaos ausgebrochen. B-Hörnchen Grippe, A-Hörnchen hat Magen Darm. Ich habe das Gefühl ununterbrochen von einem zum anderen zu laufen; getrieben von der Angst es a) auch zu bekommen und b) die Kleinen nicht beschützen zu können. Es ist nicht schön, ganz und gar nicht. 

So saßen wir (noch) gesunden im Wohnzimmer und C-Hörnchen brachte es auf den Punkt:“ Es wäre wohl besser wenn D-Hörnchen und ich bei Oma schlafen! Sonst werden wir auch noch krank!“ Gesagt getan, nach kurzer Schützenhilfe hatte das Hörnchen Oma am Telefon. Fix hatte sie sich und den Bruder eingeladen und ich habe zumindest eine Sorge weniger. Was für ein kluges, umsichtiges Kind. 

Bücherwurmin

Mein B-Hörnchen ist krank. Viel Fieber, ganz ätzend. Sie liegt freiwillig viel im Bett und ist ganz tapfer. Und was macht man wenn man sechs Jahre alt ist, doll krank und den ganzen Tag im Bett liegt? Na, ganz einfach: Sie liest! 

Gestern noch recht hölzern und angestrengt einige Pixi Bücher, heute dann schon fast galant den Rest des Bücherregals. Sie macht kaum eine Pause, nickt nur gelegentlich ein. Wie infiziert verschlingt sie alles was sie bekommen kann. Ich finde das großartig, erkenne ich mich doch selber so sehr wieder. Einzigst der nächste Urlaub macht mit etwas Angst: Wie sollen wir 10 Bücher mitbekommen?