Wo sind denn die schönen?

Unsere Treppe soll neu mit Teppich belegt werden. Der alte ist wirklich unter aller Sau und ekelt mich mächtig an. Somit wären wir heute im Fachhandel und haben mal geschaut. 

Wir haben lange geschaut und gesucht und unsere Ansprüche dabei schon reichlich nach unten gesetzt; gleichzeitig  die Preisvorstellung nach oben. Trotzdem war mir nach 30 Minuten im Bodenparadies zum Heulen zumute. Und dann sprach das B-Hörnchen aus was ich schon lange dachte:“Mama? Wo sind denn die schönen Teppiche?“ 

Wir haben sie nicht gefunden. Statt dessen soll die Treppe nun abgeschliffen werde, und lackiert. Alles ist besser als Veloursteppich!

Einfacher Tomatensalat

Gestern gab’s  Tomatensalat. Einfach, schnell und lecker. Das Rezept beherrsche ich im Schlaf und mache es immer exakt gleich:

  1. Tomaten waschen
  2. Tomaten halbieren
  3. Aus beiden Hälften den halben Strunk entfernen
  4. Jede Tomatenhälfte zu drei Tomatenscheiben schneiden
  5. Je drei übereinandergelegte Tomatenscheibenhaufen zu fünf Tomatenstiften schneiden
  6. Die Tomatenstifte versuchen mit dem schon wieder stumpfen Messer in Würfel zu schneiden, dabei volle Elle in den Finger säbeln
  7. Schreien, am Boden liegen, fluchen, bluten, schimpfen, verbinden
  8. Tomatensalat mit Tomaten, Mozzarella, Öl, Salz,  Pfeffer und Basilikum fertig machen.

 

Gemüse ist gemein.

Wasser und Brot

C-Hörnchens Freundin war zum Spielen da. Alles gut; dachte ich. Als das Mädchen abgeholt wurde erklärte sie ihrer Mutter, dass sie bald wieder mit C-Hörnchen spielen wolle. Dieses Mal aber bestimmt nur bei sich. 

Sowohl Mutter als auch ich waren etwas überrascht aber da erläuterte das Kind schon:“Hier gibt’s nix zu trinken!“ Aha! Da lag also das Problem begraben. Ich hatte mehrfach Obst und Wasser angeboten, unsere normalen Lebensmittel zwischen Kita-Ende um drei und Abendessen und sechs, und sie hatte alles abgelehnt. Nun verstand ich: Saft und Kekse wäre weniger daneben gewesen. Ich bin echt ne Zumutung. 

Flüchtlings-Apokalypse 

Glaubt man den Parolen von Alexander Gauland, steht Deutschland eine Zombie Apokalypse direkt bevor. „Wir müssen die Grenzen dicht machen und dann die grausamen Bilder aushalten“, sagt er. Und von Kinderaugen dürfe man sich nicht erpressen lassen.

Unfassbare Worte, die selbst dann nicht wahr wären, wenn Deutschland die letzte ummauerte Enklave in einer globalen Zombie Apokalypse wäre. Denn so klingt das, was er da von sich gibt. Als wäre die Lage so aussichtslos, dass das einzige was wir noch tun könnten ausharren wäre, und hoffen, dass die Zombies die Mauer nicht überklettern. Unfassbar.

Und vor allem so unmenschlich. Was auch immer in diesem Mann vorgeht, ich möchte ihm, als Mensch der auf Hilfe angewiesen ist, nicht ausgeliefert sein. Vollkommen realitätsfern und frei von Empathie bietet er uns einen Einblick in das Denken derer, die vor 75 Jahren millionen Menschen skrupellos getötet und gequält haben. Ja, wenn man so denket wie Alexander Gauland, dann weiß man, wie das damals geschehen konnte.

Liebe Menschen in diesem ach so zivilisierten Land, uns droht keine Gefahr! Wir sollten keine Bilder des Schreckens ertragen, wir sollten dazu beitragen, dass es keine gibt. Kein Waffenhandel, humanitäre Flucht, verkürzte Ruten und eine Integration, die ihren Namen verdient. Es klingt doch ganz und gar nicht zum fürchten. Es klingt nach gemeinsam, in Frieden, zusammen.

…und dann spülen!

Nun ist mein D-Hörnchen schon seit einigen Tagen windelfrei und es ist ganz wundervoll!! Er sagt klasse bescheid und schaffe es fast immer aufs Klo. Heute Nachmittag ging dann doch mal was daneben. Beinahe beschämt rief der Zwerg mich ins Bad, wo er vor dem Klo stand. Alles war schon zu spät, sowohl Groß als auch Klein waren in der Hose gelandet. 

Ich machte alles sauber und beschwichtigte das Hörnchen, dass das alles nicht schlimm wäre. Als er dann so dastand, sauber und wieder angezogen strahlte er mich an und sagte:“Und jetzt muss ich nur noch spülen!“

Das Lied mit der Ratte 

Als B-Hörnchen zwei Jahre alt war fuhren wir mit dem Auto vom Einkaufen zurück. A-Hörnchen, damals vier Jahre alt, redete ununterbrochen. C-Hörnchen war noch ganz neu und schrie im Autositz. Ich selber versuchte nicht durchzudrehen und der Menne fuhr tapfer das Auto. Etwa auf halber Strecke begann B-Hörnchen ganz zaghaft und leise vor sich hin zu singen. „Das Liiiied  mit der Ratte! Das Liiiiiiieed mit der Ratte,…!“ Immer schneller und lauter und durchdringender sang sie beglückt den selben Satz. Bald hörte C-Hörnchen auf zu schreien, A-Hörnchen hingegen regte sich wahnsinnig über den Gesang auf. Wir erwachsen haben sehr gelacht und fanden es süß. 

Über all die Jahre war „das Lied mit der Ratte“ immer malwieder Thema. Jeder im Haus kennt die Geschichte. Heute Abend dann wollte B-Hörnchen etwas aus der Schule erzählen. Sie begann mit:“In der Schule war mal eine Ratte…“ Und sofort begannen A-Hörnchen und ich das „Lied mit der Ratte“ zu singen. B-Hörnchen war schnell beleidigt und zog eine Schippe. Dann schrie sie uns unter Tränen an, wir sollten sofort aufhören! Sie wolle etwas erzählen. Da prustete das A-Hörnchen gröhlend heraus:“Aber DU hast doch damit angefangen!!“ 

Der Doktor 

Tief erschüttert verfasse ich diese Zeilen. Zur Zeit schauen wir abends Dr. Who. Gestern beendeten wir die erste Staffel und es traf mich vollkommen unerwartet. Ich kann mit so etwas nicht umgehen und werde Wochen brauchen um diesen Schock zu überwinden; und, das ist noch viel schlimmer, um dieses neue Gesicht zu akzeptieren. 

Da tauschen die einfach diesen sympathischen, netten Doktor aus. Der hat doch gut funktioniert?!?! Diese dubiose Serie darf offenbar alles. Über all. Immer. Nun gut, so mögt ihr walten. Wenn es das ist, was es gut macht, dann soll es das machen. Ich werde noch etwa dreizehn Folgen lang weinen, und dann kann ich mich ja schonmal langsam auf den nächsten Doktor einstellen. Das der kommt weiß ich nämlich jetzt. Und Rose… gar nicht dran denken. 

Kinder verboten!!

In immer mehr Hotels sind Kinder verboten. Die Betreiber ernten Hass und Kritik, aber auch viel Lob. Meine Meinung zu diesem Thema ist glasklar!

Mal angenommen, rein hypothetisch natürlich, mein Menne und ich würden ein Wochende wegfahren, allein. Dann würde ich keine Sekunde zögern, in ein Hotel zu fahren, in dem Kinder verboten sind. Ich halte es für vollkommen legitim und nicht diskriminierend, wenn auch diese Sparte bedient wird. Weiter bin ich der sicheren Meinung, dass Angebot und Nachfrage es regeln werden, dass es auch weiterhin genügend Hotels gibt, in denen Kinder willkommen sind. Die Bedürfnisse sind unterschiedlich und der Manager mit Lappi unter dem Arm will nunmal einfach seine Ruhe. Die Familie mit Kindern will die vielleicht auch, machen wir uns aber nichts vor – sie wird sie kaum herstellen können. Vor allem in einem öden, nicht auf Kinder ausgerichteten Hotel.

Denn das ist ja die andere Seite der Medaille. Wäre es aus Gründen der Diskriminierung verboten Kinder auszuschießen, würden Hotels, in denen Kinder eher unerwünscht sind, sich ja trotzdem nicht weiter auf Kinder spezialisieren. Verirrt sich doch eine Familie in den Manager-Schuppen, wird sie bitter enttäuscht sein keine Spielecke, keinen Wickeltisch und keinen Hochstuhl vorzufinden. Mit viel Kraft und Nerven wird sie versuchen ihre Kinder in diesem langweiligen Ambiente ruhig zu halten und es dadurch erst recht nicht schaffen.

Die Antidiskriminierungsstelle regt an, die Familien aufzunehmen und erst in dem Moment des Hauses zu verweisen, wenn es nachweislich so ist, dass die Kinder den Manager stören. Man stelle sich also vor, in Raum A ist Familie Hinz mit ihren Kindern von 1 und 3 Jahren, und in Raum B ist Manager Kunz. Es ist halb sieben am Abend, Kunz will noch schnell skypen und wichtige Dinge besprechen, während Familie  Hinz versucht die Kinder zu Bett zu bringen. Ein Kind schreit, das andere springt im Doppelbett. Es will Fernsehen und Cola aus der Minibar. Mutter sagt 100x „seit ruhig, hier darf man das nicht“, irgendwann platzt Vater der Kragen und er wird laut. Kunz kann so nicht arbeiten und beschwert sich an der Rezeption. Um 19.00 Uhr fliegt Familie Hinz aus dem Hotel. Mit zwei müden Kindern, einem bellendem Vater und einer weinenden Mutter.

Ich weiß nicht was gegen kinderfreie Hotels und Kinderhotels spricht. Aber ich mag auch Raucherkneipen!!

Was also tun?

In der politischen Debatte stellt sich für mich immer wieder die Frage: Was tun? Früher bin ich auf jeder AntiFa Demo mitgelaufen, habe schwarz-vermummt wichtige Transparente geschwungen und laute Parolen gegen Nazis gerufen. Ich hatte keine Angst. Nicht vor den Nazis (na ja, manchmal schon), nicht vor der Polizei (na ja, manchmal auch) und nicht vor mir selbst. Und ich war sicher, dass wir nur hart genug gegen den Rechtsstaat kämpfen müssen um die Freiheit der Unterdrückten Menschen zu erreichen. Mein Herz war voller Gedanken der Gerechtigkeit, Freiheit und Solidarität.

Heute sieht es anders aus. Um meine Familie und meine Mutterrolle zu schützen kommt es nicht in Frage mich an Aktionen zu beteiligen.  Wann denn auch.. Ich fühle mich hilflos ausgeliefert, im Gegensatz zu früher habe ich Angst. Angst vor dem braunen Mob, Angst vor der Polizei, vor dem was passiert. Ich bin realistisch geworden. Bei aller Liebe für `Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit´, ich habe keine Idee was ich tun soll. Ich bin wie ein Beisitzer, wie ein Schauspieler ohne Rolle. Ich rede so vor mich hin. Ich bin allein.

Was also tun? Reden. Sprechen. Worte sind das was ich habe, ich kann reden.  Vielleicht ist das dann alles was zunächst geblieben ist. Ich werde in Zukunft wieder versuchen dieses Instrument `Stimme´mehr und sinnvoller einzusetzen. Diskutieren, mitteilen, aufklären. Denn wenn ich nur einen Dummen rette, halte ich ihn gleichzeitig davon ab andere zu verdummen.