Zweitwohnung!!

Schon seit Jahren habe ich den Traum von einer Zweitwohnung. Ein Domizil, in dem ich mich gelegentlich aufhalten kann, wo ich in Ruhe lernen kann. Gemütlich, still und ganz allein. Einfach mal 24 Stunden wo anders sein, allein eine Pizza essen und was trinken. Oder ausgehen und hinterher in Ruhe ausschlafen.  Ein herrlicher Gedanke!!

Heute hat der Traum eine ganz neueFacette bekommen: Ausgerechnet die Wohnung über unserem Kinderarzt ist frei. Eine hübsche 22 qm Wohnung. Ich. Will. Sie.  Haben!!!!!! Zu schade, dass wir leider nicht mit dem entsprechendem Reichtum gesegnet sind und der Traum vom Zweitwohnsitz mit Privat-Wartezimmer wohl ein Träumchen bleiben wird. Aber ein schönes! Ein sehr schönes!! Gott, wäre das schön!!

Da kann man sich nur fürchten!

Langsam bekomme ich Angst. Ich sehe brennende Flüchtlingsheime, ich sehe Menschenrechte, die mit Füßen getreten und mit brauner Kacke beschmiert werden. Ich lese von Zuständen, die mich erschaudern lassen. Ich verstehe das alles, es passiert hier. In dem Land in dem ich lebe, und von dem ich hoffte, es hätte seine Lektion gelernt.

Hat es aber nicht. Nicht jeder. Und bestimmte Mechanismen in Köpfen lassen sich nunmal leider nicht ausschalten. ein Graus. Fremd führt zu Furcht, Furcht führt zu Hass und Hass führt zu unsäglichem Leid. Und der Kreis lässt sich nicht unterbrechen. Will man denen, die hassen, die Angst nehmen, argumentieren sie ihrer eigenen Furcht in die Tasche. Und die rationale Tatsache, dass Menschen auf der Flucht vor dem Tod in unserem Land lediglich Schutz suchen, führt zu der vollkommen unrationellen Angst davor, dass hilfesuchende Menschen Frauen, Jobs und Häuser klauen. Dabei ist alles was gesucht wird HILFE, und die können wir geben ohne dabei etwas zu verlieren.

Und doch stehen sich weiter alle im Weg. Während arabisch sprachige Fachleute im Lager sitzen und sich langweilen, kann das Amt nicht arbeiten, weil ihnen der Dolmetscher fehlt. Aber die Bürokratie steht über allem und ist einzuhalten. Wer nicht erlaubt ist, der darf nicht helfen. Und wem nicht geholfen wird, der kann nicht dafür sogen, dass anderen geholfen werden kann. Und so schüren wir weiter lieber die Angst vor den vielen tatenlosen, schwarzhaarigen Männern, die ja nichts tun haben als zu warten. Würden sie ja gern, aber das Amt. Muss ja alles seine Ordnung haben..

Armes Land. Armes Europa. So viele Chancen, so wenig Sinn. Da kann man sich nur fürchten.

Wunschbeitrag V

In meinem vorerst letzten Wunschbeitrag soll es um meine Küche gehen. Genauer gesagt hat sich Joey gewünscht, dass ich etwas über das was und wie auf unserem Esstisch berichte. 

Ich habe habe schon als Kind gern bei meiner Mama in der Küche gesessen und ihr beim Kochen zugesehen. Allerlei habe ich wohl auf diesem einfachen Wege gelernt. Da ich an sich gern koche, habe ich mich mit der Zeit an immer komplexere Dinge herangewagt. In aller Regel gibt es bei uns aber einfache Küche. Ich habe über Mittag meistens etwas  Zeit das Abendessen vorzubereiten, warm essen tun wir abends. Im Gros gibt es bei uns ein mal die Woche Suppe, ein mal was mit Nudeln und ein mal was Süßes wie zB. Pfannekuchen. Ansonsten gibt es verschiedene Pfannengerichte, mal mache ich Pizza oder Aufläufe. Fleisch gibt es etwa 2-3 mal die Woche.  Jeder darf mitbestimmen und Wünsche äußern. Bei jeder Mahlzeit ist Gemüse dabei, bei den süßen Sachen dann zB. Apfelkompott.  Ich kaufe inzwischen fast ausschließlich Bio; bei Obst, Gemüse und Fleisch mache ich keine Ausnahmen. Auf Fertigprodukte wie MaggiFix oder so verzichte ich komplett. Wenn ich es hinbekomme mache ich auch Bouillon und Brühe selber. 

Meine Kinder sind alle gute Esser. Jeder mäkelt mal herum oder mag etwas wirklich nicht. Dann bekommt er ein Brot. Ich koche keine Extrawurst, es wird klassisch gegessen was auf den Tisch kommt. Einzig das vegetarische Essen des A-Hörnchen wird natürlich berücksichtigt, so mache ich zB. einen Suppenansatz mit Speck und einen ohne. Das wäre ja sonst gemein. 

Ich denke wir haben so einen Stamm von 30 -35 Gerichten, die wir öfters essen, wirklich neue Dinge probiere ich selten aus,  wenn dann am Wochenende. Die Gerichte, die ich regelmäßig koche, gehen mit schnell von der Hand, da kann ich dann gut nebenbei putzen oder meinen Blog füttern; aktuell kocht eine Käse-Lauch-Suppe auf dem Herd. Ich weiß nicht ob ich gut oder aufwendig koche. Warscheinlich ist es guter Durchschnitt. Viel wichtiger ist, dass der Menne und die Hörnchen und die diversen Besucher gern hier essen. Denn oftmals koche ich nicht nur für uns.  Freunde, Omas und Opas sowie diverse Besucherkinder laden sich gern zum Essen ein und zumindest ich genieße den Trubel. 

Wenn Männer…

Warum können Männer eigentlich keine Kinder anziehen? Fast jeden Morgen habe ich an irgendeinem Bekleidungskonzept was auszusetzen. Bei Minusgraden nur ein dünnes Shirt, bei Wärme ’ne dicke Thermohose und über die irren Kombinationen von Mustern möchte ich gar nicht sprechen. Und dann beschwere ich mich, dass Unterhemd und Longsleeve zu kalt sind im Winter und es dauert Taaage. Bis dann, endlich, am fünften oder sechsten Tag, das Kind mit einem echten, warmem Pullover runter kommt … und ist draußen ist es warm. 

Wer nun sagen möchte, ich solle den Mist doch alleine machen, dem sei gesagt: Während er oben die Kleinen anzieht, bringe ich unten die Großen auf die Bahn. Und auch hierbei gibt es diverse Kleinigkeiten, die man verdrehen, vergessen oder verwechseln kann. Wunderwerk Mann; wie war das noch gleich gedacht?!

Fleischbeschau

In aller üblichen Regel gehe ich drei mal die Woche im draußen laufen. Ganz manchmal, wenn das Wetter ganz fies ist, gehe ich in ein kleines Sportstudio hier in der Gegend. Dort habe ich eine 10er Karte und kann für 8€ mal eben eine Stunde rennen und mich danach abspülen. 

Heute war so ein Tag und mein Studio war zu. So fasste ich den mutigen Entschluss, zum nahe gelegenen Mc Fit zu fahren. An diesem Erlebnis möchte ich euch teilhaben lassen. Ich selbst trage beim Laufen eine schwarze Laufhose und ein T-Shirt. Leider lag ich mit dieser Klamotte weit daneben. Der Dress-code für Damen muss irgendwie so lauten: Am unteren Ende des Rückens sollte der Po leicht aus der Hotpants rausgucken. Weiter sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass der Slip am oberen Ende der Pants zu sehen ist. Im Oberkörperbereich sollte Frau darauf achten, dass die Neon-Sportwäsche unter dem knappen Spitzen-Bustiertop zu sehen ist. Weiter ist es ratsam sowohl BH als auch Top ein-bis zwei Nummern kleiner zu kaufen. Die langen Haare raten wir offen zu tragen, so dass sie bei jeder Bewegung lasziv nach hinten geworfen werden können. Auf ausreichend Schmuck und Make-up sollte wert gelegt werden. 

Auch die Herren der Schöpfung waren außerordentlich knapp bekleidet, so dass man die Berge von Muskeln stets gut sehen konnte. Das Haar saß perfekt!

Was genau man nun bei Mc Fit so tut, konnte ich während meines etwa 1,5 stündigen Aufenthalts nicht ergründen. Die Dame auf dem Trimmrad vor mir, schaffte es in 15 Minuten  ganze acht mal zu treten. Dafür hat sie sich drei mal die Haare gemacht und vier mal was bei Facebook gecheckt. Die Herren waren in der Hauptsache damit beschäftigt, Kreise durch den Laden zu ziehen und bei jeder Gelegenheit ihr Muscle-Shirt bis zur Brust hochzuheben.  Wenn das solche Muskeln macht, werde ich es ab morgen auch probieren…

Wunschbeitrag IV

Heute widme ich mich einem ernsten Thema. Auf Wunsch meiner langjährigsten Freundin, die ich tatsächlich schon seit ’schon immer‘ kenne, geht es heute um Stufen.  Nein, es geht nicht nur  um Stufen, es geht um Nächte an Bushaltestellen; und Stufen. 

Wir sind in einem kleinen, abgelegenen Stadtteil aufgewachsen, in diesem haben wir tragischen Gestalten auch unsere Pubertät verbracht. In diesem Kaff gab es nichts. Nichts außer einer oder fünf Eckkneipen und einem Bus der einmal rein und ein mal raus fährt. Wir haben keine Kosten und Mühen gescheut und sind immer und dauernd raus gefahren. Mit dem Rad, bei Wind und Wetter. Raus ins Leben, in die Welt und zu echten Menschen. Und Nachts dann wieder rein. Zu den Eltern.. 

Um den Moment auszukosten, setzten wir uns jedes Mal an die letzte gemeinsame Enklave: Eine Stufe vor einem Haus an einer Bushaltestelle. Hier rauchten wir dann noch eine letzte Zigarette, bevor wir zurück in die Verdammnis fuhren.  Diese letzte Zigarette hat bis heute enorme Reichweite. In der Regel kam die zu fünft oder zu sechst oder im Dutzend und jedes einzelne Mal saßen mir noch für Stunden  auf unserer Stufe. Und rauchten. Und quatschten. 

Bis heute hat diese Tradition großen Wert. Liebe beste Freundin der Welt; ich hoffe, dass wir noch auf ewig auf unseren Stufen sitzen, so lange bis wir am Ende unser wundervolles Zimmer in der Seniorenresidenz beziehen werden. Schade, dass es keine Zivis mehr gibt. 

Wunschbeitrag III

Heute gilt der Wunschbeitrag meiner Schwester, die mich als Jungmutter bat, etwas über Schlafen und Babys zu schreiben. 

Babys zum schlafen zu bringen ist ganz einfach: Man braucht einfach tiefe innere Ruhe, Gelassenheit und Zeit. Also, um es auf den Punkt zu bringen: Alles das, was man nach Monaten ohne Schlaf und Erholung, in einem Gaushalt mit zwei kleinen Kindern nie hat. Nun gibt es verschiedene Wege, mit  diesem Dilemma zu umgehen. 

1. Man schafft die genannten Voraussetzungen. Alle Termine absagen, Telefon & Klingel aus.  Kiffen und Yoga; alles easy. 

2. Man kompensiert alle negativen Einflüsse. Also zB. setzt du dich auf einen Petzy-Ball, schaltest den Föhn ein und schaukelst dich die ganze Zeit kräftig, während du das Baby auf dem Arm hältst und singst. 

Oder du fährst es im Auto. 

Oder du lässt es Milch trinken zum schlafen,… 

Die Frage ist halt nur, wie sinnvoll das ist. 

3. Du arrangierst dich mit deinen individuellen Bedingungen. Das Baby gewöhnt sich an Geschwister, du scheisst auf deinen Haushalt und schläfst immer, wenn Baby schläft. Du probierst alles mögliche aus und versucht den optimalen Konsens zu finden. Und schneller als du gucken kannst, ist das erste Jahr rum und so langsam ist schon wieder an Schlaf zu denken. Ganz easy eigentlich. 

4. Du ferberst dein armes Kind und verpasst ihm einen Schaden für’s leben. Dann hast du jetzt deine Ruhe, kannst aber,  wenn das Kind 12 ist zum Therapeuten rennen. 

Windelfrei!!

Nun ist es passiert! Nach exakt 8 Jahren, 10 Monaten und 10 Tagen des Wickelns ist nun auch das D-Hörnchen als ‚trocken‘ zu bezeichnen. Ich habe mal ein wenig gerechnet:

Im ersten Monat nach der Geburt; pro Kind und Tag 12 Windeln macht 1440 Windeln. 

2.-4. Monat pro Tag und Kind 9 Windeln macht 3240. 

5.-12. Monat/ T. & K. 8 Windeln macht 6880. 

13.-30. Monat/ T. & K. 5 Windeln macht 11.000. 

31.-43. Monat/ T. & K. 1 Windel (Nacht) macht 1460. 

Das macht  24.020 Windeln in fast 9 Jahren. 

A-Hörnchen wurde als einziger mit teuren Pampers gewickelt, was bei durchschnittlich 0,26€ pro Windel 1562,30€ macht. 

B-, C- und D-Hörnchen wurden billig bestückt was bei durchschnittlich 0,14€ pro Windel 2522,10€ macht. 

Zusammengefasst heißt das, dass wir in 8 Jahren, 10 Monaten und 10 Tagen sagenhafte 4083,40€ in Windeln investiert haben. Na immerhin, hätten wir durchgepampert, wären es sogar 4683,90€ gewesen. Wow!!

Wunschbeitrag II

Der zweite Wunschbeitrag gehört ballettlovers. Sie bat mich darum, etwas über Ballett zu schreiben. Was liegt da näher, als etwas über meine eigenen Erfahrungen zu schreiben. 

Ich mache nun seit etwa drei Monaten Ballett und bin überaus erstaunt über meine eigene Inkompetenz. Dieser Sport, den ich persönlich mit Anmut und Grazie verbinde, bringt mich regelmäßig an den Rand der Verzweiflung. Zu einer ausgeprägten Link-Rechts-Schwäche, kommt die totale Unfähigkeit die gesehenen Bewegungen auf meine eigenen Gliedmaßen zu übertragen. 

Einen ganz besonderen Knoten macht immer wieder das ‚ganz einfache!!‘ Pa de bourree‘. Es ist wirklich zum kreischen einfach:  

Und meine Ballettlehrerin verseht es auf ganz und gar einzigartige Weise, mir diese paar Schritte so beizubringen, dass ich danach garantiert gar nichts mehr verstehe. 

Ansonsten bin ich gradezu prädestiniert für diesen grazilen Sport. Bei jeder Aufführung würde ich unweigerlich die Hauptrolle spielen: Drehe ich mich doch konsequent nach links wenn alle anderen nach rechts drehen. Außerdem kann niemand sonst so duchgängig beide Arme in die falsche Richtung halten. 

Nun, ihr seht, Anmut und Grazie sind noch nicht ganz bei mir eingezogen. Nichtsdestotrotz macht es mir einen Riesen Spaß! Und das ist die Hauptsache.