Mein Bruder 

Als Kind habe ich mir immer einen Bruder gewünscht. Einen großen Bruder, der mich beschützt, mir vorliest und mit mir spielt, einen Helden eben. Statt dessen hatte ich nur eine kleine Schwester (die ich heute verehre!) die mir wenig hilfreich war. Oft stellte ich mir vor, wo der Bruder sein könnte, auf welchen Wegen er zu mir kommen könnte. Ich malte mir das Leben mit meinem großen Bruder in den blumigsten Farben aus und es war perfekt. 

Eine der Phantasien, über den Aufenthaltsort meines Bruders war, dass er auf dem Dachboden lebt, weil unten zu wenig Platz war. Ich sah das als wenig dramatisch, fand jedoch nie den Mut mal rauf zu klettern und nachzusehen. Gestern Abend erzählte ich meinem Mann davon. Sein einziger Kommentar:

„Tja, und dann guckst‘ nach und da ist nur noch der Zettel: Hättest du geguckt, wäre ich noch am Leben.“

Über mich legte sich ein eiskalter Schatten. Die Nacht konnte ich nicht schlafen. Zum Glück weiß ich, dass da oben keiner war!! 

 

2 Gedanken zu “Mein Bruder 

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