Gemein zu mir 

Manchmal neige ich zur Folter. Nicht etwa dazu andere zu foltern, nein. Ich traktiere mich selbst; mit gnadenlos übertriebenem Perfektionismus. 

Die Sache ist in etwa so: Bin ich bei anderen zu Besuch, stört mich auch  das größte Chaos nicht. Ich kann über alles hinweg sehen und lüge wirklich nicht wenn ich sage:“Ist doch egal, ich fühle mich wohl.“ Im Gegenteil, ich mag ein gewisses  Durcheinander und finde es macht oftmals grade den Charme einer fremden Wohnung aus. 

Anders mit verhält es sich mit meiner Wohnung. Die hat, zumindest wenn sie gesehen wird, immer tip top zu sein und ich schäme mich gern in Grund und Boden wenn etwas nicht so ist wie ich es von mir selbst wünsche. Nun sein wir aber mal realistisch: Es ist immer irgendwas, in schlechten Phasen sogar ziemlich viel, und so mache ich es mir selbst sehr schwer einen Besuch einfach zu genießen. Am liebsten würde ich um ihn herum putzen um zu signalisieren:“Ja ja, ich weiß; aber ich arbeite dran!“ 

Das paradoxe, bin ich in einem gestylten super-sauber Haushalt zu Besuch, fühle ich mich oftmals viel weniger wohl, da ich chronisch Angst habe etwas schmutzig zu machen oder durcheinander zu bringen. Was mache ich mir das Leben schwer, weiß ich es doch sogar. Ich sollte mir einen Therapeuten suchen. Oder einfach mal mein Hirn ausschalten und den Bauch benutzen. 

Ein Gedanke zu “Gemein zu mir 

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