Blut und Asche 

C-Hörnchen rennt die Treppe runter. „Das Nasenblut hat wieder angefangen!“, schreit sie und angelt dabei kompetent nach Tüchern. „Auf der Oben-Treppe ist alles voll“ berichtet sie weiter. Zeitgleich kommt D-Hörnchen genannte Treppe herunter. Lappen und Los, ich mache mich auf die unbehandelte Holztreppe zu retten. 

Erfolgreich kehre ich fünf Minuten später mit einem blutigen Lappen zurück. C-Hörnchen sitzt in der Küche und tropft. Ich parke sie vor dem Waschbecken und versorge sie mit kühlem Lappen und guten Worten. Nasenbluten ist doch wirklich das Letzte was man braucht; vor allem wenn man schon seit Tagen hohes Fieber hat. 

D-Hörnchen ist zum Glück die ganze Zeit still und beschäftigt, so dass ich etwa zehn Minuten mit dem armen C-Hörnchen im Bad verbringe. Als das Bluten zum Stillstand gekommen ist, will ich grade ins Esszimmer zurück um nach dem D-Hörnchen zu sehen. Und da kommt er um die Ecke; schwarz wie ein Schornsteinfeger. Er hat in aller Ruhe den erkalteten Ofen ausgeräumt. Alles ist voller Asche. Also auf in die nächste Runde. Ich putze das D-Hörnchen und gehe dann das Aschefeld im Esszimmer beseitigen. Der blutige Lappen liegt noch da. In der Lufz liegt der Geruch von erkaltetem Feuer und Blut. „Wie auf einem Schlachtfeld“, denke ich als mir der beißende Geruch, erdig und eisenhaltig, in die Nase steigt. Und ein kleiner Schauer läuft mir über den Rücken. 

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