Off-line

Ich wecke das B-Hörnchen um 6.45 Uhr und dann noch einmal um 6.50 Uhr. Sie geht dann ins Esszimmer und zieht sich dort an. So zumindest der optimistische Plan. Die Realität sieht fast jeden Tag weit weit anders aus:

B-Hörnchen kommt runter und setzt sich mitten in den Raum auf ihre Kleidung. Nach 5 Minuten ist ihr kalt. Ich bitte sie sich anzuziehen; nichts passiert. Wie erstarrt thront das Kind auf seiner Kleinung, unfahig zu reagieren. Nach 10 Minuten dann die unverhoffte, erste Reaktion. Unterhose, eine Socke. Erneut erstarrt das Kind. Wenn ich sie um fünf nach sieben anspreche, fällt sie aus allen Wolken. Ach ja, anziehen. 

7.10 Uhr geht sie ins Bad. Ich komme um viertel nach dazu; das Hörnchen steht da, mit der Zahnbürste in der Hand und scheint zu meditieren. Regungslos. Gegen 20 nach sieben sind endlich die Zähne geputzt und das Hörnchen kommt an den Frühstückstisch. 

Von nun an starrt sie unter Aufsicht ihr Frühstück an. Ich bete ihr jeden Bissen in den Mund. Jeden Tag ist es mir ein Rätsel, wie sie es schafft pünktlich in der Schule anzukommen. Aber sie schafft es. Erstaunlich wie sehr sich so ein Gehirn ausschalten kann. Ich plädiere für Schule ab zehn Uhr. 

Rollentausch 

In der vergangenen Woche waren ja die Hörnchen krank. Da ich meine erste Praktikumswoche hatte, ist der Menne zu Hause geblieben. Und er hat seine Rolle als Mutti ganz hervorragend ausgefüllt. Keine Sekunde hatte ich daran gezweifelt, dass er es tadellos hinbekommen würde die Kranken zu versorgen, zu bekochen etc. Alles kein Problem. Wirklich aus dem Häuschen war ich aber, als ich eines Tages vom Duft frischer Cookies empfangen wurde. Himmlisch sag hab euch!!

Und weil der Mann ja mitdenkt, hier das Rezept mit Bildern:

250g Zucker 

250g Butter 

250g Mehl 

1 Pkt. Vanillezucker

1 El. Backpulver

2 Eier

1 Tl. Salz 

150g Schokolade 70% Kakao

Der Teig wird zu Tischtennisball-großen Kugeln geformt und muss bei 200 Grad Unterhitze 8 Minuten in den Ofen. 

Das Ergebnis war in etwa so lecker, dass ich mich hätte rein legen können. Anstatt dessen habe ich kurzerhand 10 Stück gegessen. 

Was macht der da?

Wenn zwei Menschen sprechen, dann ist es ein Gespräch. 

Wenn sie sich Briefe schreiben, ist es ein Briefkontakt. 

Wenn sie sich SMS oder Whatsapp schreiben, dann texten sie oder schreiben sich. 

Und was genau macht A-Hörnchen nun seit Stunden? Er spricht in Whatsapp. Er sprachnachrichtet.

 Irgendwie so. Ich lach mich weg. Erstaunlich was für eine Ausdauer man bei so einer spannenden Tätigkeit haben kann. Aber so ist das wohl. 

Löwenzahngelee

Wir haben mal was tolles ausprobiert! Löwenzahngelee; wenn auch es zugegeben traurig ist, dass diese 120 Blüten nun nicht zu Pusteblumen werden können.  

Man braucht:

120 St.  Löwenzahnblüten; handverlesen

1 l Wasser

500g Zucker 

500g Gelierzucker 2:1

2 Zitronen 

1 Orange

Die Löwenzahnblüten waschen und trocken schleudern. 

Die Blütenblätter werden von den Kelchen abgezogen. Das ganze dauert etwas, dank der Fleißigen Hörnchen war es aber gut zu schaffen!


Das ganze in einen Topf geben, mit der geviertelten Zitrone und Orange und dem Wasser 30 Minuten kochen. 



Abgießen, das Wasser auffangen. Die Blüten gut auspressen.


Den entstandenen Sud haben wir mit dem Zucker zu Gelee eingekocht. Am Schluss habe ich ein Bisschen Ingwer mit drangegeben. 

In Gläser füllen und verschließen; fertig.  

Pfeiffersches Drüsenfieber 

Öfter mal was Neues.. Die kleinen Hörnchen fiebern nun den 8. Tag; hoch und ausdauernd. Heute waren wir erneut beim Doc um es abklären zu lassen. Und so wurde heute aus einem harmlosen Infekt das, ebenfalls harmlose aber irre nervige, Pfeiffersche Drüsenfieber. Für uns heißt das, dass die Symptome noch einige Tage anhalten können und die Hörnchen unter Umständen noch einige Tage ganzschön abgeschlagen sein werden. 

Ich habe großes Mitleid mit den kleinen, erschöpften Kreaturen. Beide sehen wirklich krank aus und schleppen sich so durch den Tag. Ich würde es ihnen  so gern abnehmen. Nicht auszudenken, wie es mir nach acht Tagen hohem Fieber gehen würde; warscheinlich wäre ich nur noch ein Zombie. Arme kleine Mäuse! Hoffentlich ist das bald vorbei. Das 

Der 3. Tag

Nachdem das Fahrrad am 2. Tag nicht zum Doktor durfte, versagte es am Morgen jeden Dienst. Bahn fahren. Eine zu machende Erledigung fiel damit aus, da ich den Umweg per Pedes kaum schaffen konnte. Egal; dafür überpünktlich zur Arbeit. 

Total gut in der Zeit und wirklich überpünktlich in die Bahn angekommen. Musik auf den Ohren verstärkt das Gefühl der Zuversicht. Na ja, und hinderte leider meine Ohre daran zu hören, dass die Bahn anders fährt oder vorsätzlich falsch abbiegt oder so. Notfallabgang meinerseits eine Haltestelle in der falschen Richtung, Rückweg per Pedes und dann aber: Richtige Bahn. 

Ankunft pünktlich. Nicht mehr, nicht weniger.  

 

Stilldemenz

Nun habe ich mich beinahe totgelacht!! 

Kirsten Fuchs berichtet über das Glück frischgebackrner Mütter, und sie hat so recht!! Zum Glück ist ihr Bericht, zumindest in meinem Fall, nur beim ersten Kind zutreffend gewesen. In jedem Fall aber ist er einfach großartig! Viel Spaß beim gucken. 

Der zweite Tag

Heute morgen sprang ich voller Elan auf mein Fahrrad. Der zweite Tag an einer neuen Arbeitsstelle ist immer gut. Man weiß den Weg, weiß wie lange man baucht. Man weiß wo man seine Jacke hinlegen darf und wo das Klo ist. Vor allem hat man Bekanntschaft mit der Kaffeemaschine gemacht und kann vielleicht aller erste Schritte allein gehen. Ich war mir sicher: Der zweite Tag wird super!

Auf dem Weg zum Arbeit radelte ich durch ein Parkstück und traf dort zufällig die Schulklasse meines Sohnes. Fröhlich winkend radelte ich an ihnen vorbei und war optimistisch. Genau so lange, bis mir noch im Park der Kettenkasten brach, die Kette blockierte und ich um ein Haar hoch ungeschickt abgestiegen wäre. Um irgendwie pünktlich zu kommen, zerrte und riss ich wie irre an Kette und Kasten und konnte, dank meines angstlosen Einsatzes, meinen Arbeitsplatz pünktlich erreichen. Pünktlich und dreckig. Aber man kann nicht alles haben. 

Der Tag war super! Bis auf die kleine Tatsache, dass auch der der Fahrraddoktor am Mittwochnachmittag geschlossen hat. Ärzte eben. 

Blut und Asche 

C-Hörnchen rennt die Treppe runter. „Das Nasenblut hat wieder angefangen!“, schreit sie und angelt dabei kompetent nach Tüchern. „Auf der Oben-Treppe ist alles voll“ berichtet sie weiter. Zeitgleich kommt D-Hörnchen genannte Treppe herunter. Lappen und Los, ich mache mich auf die unbehandelte Holztreppe zu retten. 

Erfolgreich kehre ich fünf Minuten später mit einem blutigen Lappen zurück. C-Hörnchen sitzt in der Küche und tropft. Ich parke sie vor dem Waschbecken und versorge sie mit kühlem Lappen und guten Worten. Nasenbluten ist doch wirklich das Letzte was man braucht; vor allem wenn man schon seit Tagen hohes Fieber hat. 

D-Hörnchen ist zum Glück die ganze Zeit still und beschäftigt, so dass ich etwa zehn Minuten mit dem armen C-Hörnchen im Bad verbringe. Als das Bluten zum Stillstand gekommen ist, will ich grade ins Esszimmer zurück um nach dem D-Hörnchen zu sehen. Und da kommt er um die Ecke; schwarz wie ein Schornsteinfeger. Er hat in aller Ruhe den erkalteten Ofen ausgeräumt. Alles ist voller Asche. Also auf in die nächste Runde. Ich putze das D-Hörnchen und gehe dann das Aschefeld im Esszimmer beseitigen. Der blutige Lappen liegt noch da. In der Lufz liegt der Geruch von erkaltetem Feuer und Blut. „Wie auf einem Schlachtfeld“, denke ich als mir der beißende Geruch, erdig und eisenhaltig, in die Nase steigt. Und ein kleiner Schauer läuft mir über den Rücken.