Hebammen und Hausgeburt III

Die Geburt meines zweiten Hörnchens war gut geplant. Das Kernstück der Planung: Was tun mit dem A-Hörnchen? Der Plan war, dass meine Mutter das Kind schnell abholt wenn es losgeht und ich dann in Ruhe wehen kann. 

Die erste Wehe hatte ich nachts um zwei. Wie auch beim ersten Kind habe ich zunächst im Bett auf meinen Bauch gehört und abgewartet was passiert. Um drei glaubte ich dem Spuk und rief meine Mutter an. Die arme Frau kam, aus dem Tiefschlaf gerissen, sofort herbei und wir rissen etwa 30 Minuten später das A-Hörnchen aus dem Schlaf. Ohne Probleme stieg der Zwerg mit Oma ins Auto und ich war erleichtert nun freie Bahn zu haben. Tatsächlich ging es von da an sehr schnell voran. Wir riefen die Hebamme an und mein Mann begann das Bett zu präparieren. Da ich es auf zwei Beinen kaum aushalten konnte, ging ich wieder in die Wanne. Zu dieser Zeit kam auch die Hebamme; es war inzwischen fast halb fünf. 

Plötzlich ging alles ganz schnell. Kaum nachdem die Hebamme festgestellt hatte, dass alles gut ist, setzten die Presswehen ein. Meine Hebamme, mit der ich zwei Jahre zuvor schon das A-Hörnchen zur Welt gebracht hatte, war dieses Mal sehr zurückhaltend. Ich fühlte mich sicher und kompetent und bekam somit einfach so, in meiner Wanne, mein Baby. Meine Hebamme war an meiner Seite, sie unterstützte mich wo es nötig war und bestärkte mich in dem was ich tat. Es war ein großartiges Zusammenspiel und war perfekt an meinen Bedürfnissen orientiert. 

Um 5.17 Uhr kam das B-Hörnchen zur Welt, rasend schnell und riesengroß. Dank der entspannten Atmosphäre habe ich die Geburt als etwas wunderbares, Kraft spendendes erlebt. Ich war keine Sekunde ausgeliefert oder überfordert. Ich war behütet und fähig mein Kind auf die Welt zu bringen. Dank der besonnenen und einfühlsamen Hebamme an meiner Seite könnte ich mir selbst vertrauen und einfach tun was ich für richtig hielt. 

Später am Tag kamen natürlich A-Hörnchen und Oma zu Besuch. Und die Hebamme. So wie sie es an jedem weitern Tag in der ersten Woche tat, und an vielen vielen anderen Tagen in den Wochen nach der Geburt. 

Hebammen und Hausgeburt II

Als ich zum ersten Mal schwanger wurde war schnell klar, dass es eine Hausgeburt werden sollte. Krankenhaus; das kam nicht in frage. Ich war nicht krank, ich sah mich auch nicht in Gefahr. Ich sollte nur ein Baby bekommen, so unkompliziert wie schon Millionen und Milliarden vor mir. Über Krankenhäuser hatte ich nicht viel gutes gehört. Komplettrasur, Zugänge, Dammschnitt. Dazu schlechte Betreuung und Stress. Nicht auszudenken ich hätte in den Stunden vor der Geburt andere Frauen in den Wehen gehört. 

Eine Hausgeburt also; vollkommen klar. Ich nahm schon in der 8. Woche Kontakt zu einem Geburthaus auf und kam von da an in den Genuss von Vorsorge und Vorbereitung durch drei freiberufliche Hebammen. Bei regelmäßigen Terminen lernte ich „meine“ Hebammen kennen und fühlte mich rundum gut aufgehoben. Die Rahmenbedingungen der Geburt waren geklärt, alles Equipement zu Hause und bei einem Hausbesuch hatte sich eine Hebamme mit dem häuslichen Gegebenheiten vertraut gemacht. Wir waren bestens versorgt. 

Drei Wochen vor dem Entbindubgstermin begann die Rufbereitschaft der Hebammen. Rund um die Uhr war nun eine meiner Hebammen per Handy zu erreichen. Immer, überall. Eine enorme Leistung bedenkt man, dass die Hebammen im Team nicht nur eine Frau betreuen und Babys auch durchaus mal 10 Tage länger im Bauch bleiben als geplant. 

Mein erstes Baby kündigte sich prompt am errechneten Geburtstermin an. Morgens um 5 zwickte es zum ersten Mal. Um sieben beschloss ich, dass das wohl Wehen sind. Ich rief meine Hebamme an und verabredete mich um 10 mit ihr. Bis dahin hieß es duschen, frühstücken und ruhen. Um 10 Uhr dann bestätigte sich die inzwischen recht sichere Annahme: Heute gibt’s ein Baby! 3 cm Muttermund; erfahrene Eltern wissen: Das ist nichts. Ein Baby braucht 10 cm. Nicht weniger. Bis dahin galt es gleichermaßen in Bewegung und zur Ruhe zu kommen. Gegen Mittag gingen wir noch einmal spazieren, kamen aber nicht weit. Das „Aua“ wollte langsam ernst genommen werden. So landete ich am frühen Nachmittag in meiner geliebten Badewanne. Mit Fernseher und Telefon. Ein stundenlanges Telefongespräch mit meiner besten Freundin lenkte mich von vielen Wehen ab, so dass es irgendwann 17.00 Uhr war und meine Freundin den denkwürdigen Satz sprach:“Irgendwie ist es jetzt ganzschön häufig!“ Tatsächlich hatte ich inzwischen keine 5 Minuten mehr zwischen den Wehen und plötzlich ging es rund. Mein Menne rief die Hebamme, die war nach 20 Minuten da, und ich war inzwischen schwer am arbeiten. 

Diagnose um etwa 17.30 Uhr: Alle Tore offen; Zwergie kann kommen! Tat Zwergie dann auch; noch weitere zwei Stunden lang. Ein Baby zur Welt zu bringen brachte mich an den Rand des Wahnsinns. Zwischen Wanne, Flur  und Bett zog ich meine Bahnen und versuche irgendwie Herrin der Lage zu werden; zwecklos. Irgendwann gelang es mir, mich dem Schmerz hinzugeben und dem Zwerg und meinem Körper die Regie zu überlassen. Und dann kam er. Um 19.35 Uhr kam mein A-Hörnchen zur Welt. In meinem Bett, einfach so. 

Die Geburt war problemlos und verhältnismäßig schnell. Ich war entspannt und konnte mich fallen lassen. Hierfür gibt es zwei einfache Gründe: Ich war in meinen eigenen vier Wänden und konnte mich so hervorragend viele Stunden lang ablenken, und ich hatte eine ruhige, gelassene Hebamme an meiner Seite, die viel Zeit und Empathie hatte und sich nur um mich und mein Baby gekümmert hat. Es war perfekt.

Auch in den Tagen und Stunden nach der Geburt war die Rolle meiner Hebammen von großer Bedeutung. Mehr dazu wann anders. 

Hebammen und Hausgeburt I

Die Lage der Hebammen in Deutschland ist prekär! Immer mehr freiberufliche Hebammen können sich den Luxus von Geburtshaus und Hausgeburt nicht mehr leisten. Enorm hohe Versicherungsbeiträge brechen den Hebammen das finanzielle Genick. So wechseln die Hebammen zusehends in die Krankenhäuser oder beschränken ihre Tätigkeit aufdie Betreuung und Beratung von Schwangeren. Hinzu kommt, dass die hochkomplexe Ausbildung der Hebammen nicht nur teuer sondern auch selten ist. Der Nachwuchs bleibt aus und neben den Geburtshäusern schließen auch immer mehr Kreissääle in den Kliniken. Die Lage verschlechtert sich schon seit Jahren stetig und es gibt bereits Orte in Deutschland, an denen sollte man nicht schwanger sein. 

Ich war vier mal schwanger, und ich wurde vier mal von wundervollen Hebammen begleitet. Ich habe vier Kinder in meinem Haus zur Welt gebracht. Vier mal war es perfekt und hätte nicht perfekter sein können. Niemand kann und sollte auf eine Hebamme verzichten. Ich werde in den kommenden Tagen von meinen Geburten und der Rolle der jeweiligen Hebamme berichten. Weile wichtig ist, und mir am Herzen liegt. 

Geständnis 

Heute ist es an der Zeit etwas einzugestehen. Als ich von 10 Jahren überall in meinen Beeten Mohn pflanzte, sagten alle:“Tuh das nicht! Mohn ist grässlich, Mohn geht nie wieder weg und Mohn ist nicht schön!“ Ich war stuhr und sähte Mohn. Viel Mohn. 

Inzwischen, nach wie gesagt 10 Jahren, ist der Mohn noch nicht überall; aber er arbeitet dran. Ich gestehe ein, er ist fast nie schön, die meiste Zeit einfach nur grün. Und das größte Problem am Mohn ist seine Frucht. Denn meine Hörnchen finden viel Gefallen daran, den Mohn aus den trockenen Kapseln zu sammeln und ihn im ganzen Garten zu verteilen. Und als unsere eigene Mammut-Plantage nicht ausreichen würde, sammeln sie auch noch den Mohn der Nachbarn ab um auch diesen dann zu sähen.  

Ich muss zugeben, Mohn ist grässlich, fast immer hässlich und man wird ihn nie wieder los; vor allem wenn man Kinder hat. 

Battariert

Heute schenke ich euch eine wunderbare Wortschöpfung des D-Hörnchens:

Wenn etwas kaputt geht, macht Papa es heile; er repariert es. Und ganz oft, wenn die Hörnchen etwas für kaputt befinden, muss Papa eigentlich nur die Batterie wechseln. 

Gestern war ein Druckknopf am Kindersitz los. D-Hörnchen versuche emsig ihn wieder zu befestigen. Als dies nicht klappte bat er seinen Papa darum, doch bitte den Kindersitz zu batterieren. 

Papa hat das hinbekommen. Ganz ohne Batterie sogar, einfach batteriert. 

Spielplatz 4.0

Im weiteren Verlauf des Tages haben wir den Wasserspielplatz besucht. Beworben war ein großzügiger Wasserspielpatz mit Bachlauf und allerlei Spielemöglichkeiten. Als wir ankamen fiel uns zunächst die Seilbahn und verschiedene Klettergerüste und Auge. Nicht schlecht, aber trocken. Erst auf den 2. Blick fanden wir den angekündigten Bachlauf. Und die böse Überraschung:


Er war trocken. Nach 10 Minuten intensiver Suche teilte uns eine andere Mutter mit, dass der Bach von der Stadt gespeist würde. In diesem Jahr hätte er noch kein Wasser geführt. Der Aufenthalt wurde somit zur Folter. Ein Bach, 1000 Möglichkeiten, die Fantasie auf Hochtouren und kein Wasser. Gemein! 

Spielplatz 3.2

Ich komme mit den drei kleinen Hörnchen auf den Spielplatz. Ein Mann mit Kleinkind ist dort sowie eine Frau mit einem etwa vierjährigen. Meine Hörnchen beginnen sofort freudig zu spielen, ich setzte mich an den Rand der Sandkiste und gucke zu. Irgendwie gefiel das der Frau nicht. 

Umgehend begann sie die Hörnchen zu umsorgen und bot ihnen alle Sandspielzeuge ihres Sohnes an. Mit Sätzen wie:“ Nimm mal unsere Schaufel, die ist viel besser!“ bewarb sie freudig die Spielsachen ihres Sohnes. Während meine Hörnchen sofort ansprangen und versuchten die Frau auszusaugen; sie bot sich ja förmlich zur Assimilation an, sass ihr eigener Sohn vollkommen regungslos und mit leeren Gesichtsausdruck daneben. Das Kind tat mir schrecklich leid. Mama weg, Spielzeug weg, alles weg. 

Später dann hatten meine Kinder keine Lust mehr auf die Zuwendung der fremden Frau und gingen ihre eigenen Wege. Die komische Frau könnte jedoch auch dies kaum ertragen und zerrte fortan ihren benommen wirkenden Sohn hinter meinen Kindern her. Mutti schaukelte, rutschte und kletterte lustig umher. Ihr einziges Ziel: Animation! Zwecklos. Ein schauriges Schauspiel!

Wenn aus Momenten Stunden werden

In den letzten Jahren waren es seltene Momente, in denen alle vier Kinder in einem anderen Raum waren. In aller Regel hielt sich zumindest das D-Hörnchen in meiner Nähe auf, meistens auch das C-Hörnchen.  Gelegentlich habe ich den beiden erlaubt im Bad mit Wasser zu spielen um mal einen Moment meine Ruhe zu haben ; dann kam in aller Regel einer der anderen.  

Seit ein paar Tagen ist alles neu. Gesten war ich 1,5 Stunden allein trotz voller Besetzung und heute sind es abermals fast 90 Minuten. Die Welt ist im Wandel und ganz offenbar ist es endlich an der Zeit für mich, mir eine Beschäftigung für solche Momente zu suchen, die nicht aus Putzen oder Aufräumen besteht. 

Für heute jedenfalls sind sechs Maschinen Wäsche gelegt, das Wohnzimmer blitzt und blinkt und das Bad auch. Ein Gedicht!  

Die spinnen die Briten

Was soll ich denn nun denken? Eine Abstimmung, die scheinbar aus Versehen zu stande gekommen ist, die so knapp ausgeht, dass das Ergebnis zwar demokratisch aber keinesfalls aussagekräftig ist und Folgen mit sich bringt,  die  zumindest für mich nicht absehbar sind. 

Konsequent ist es; wenn man sagt, man stimmt ab, dann stimmt man ab. Aber ist das denn auch klug? Konsequent ist es auch, sich aus der EU zu wählen, wenn man unzufrieden ist. Aber klug? Genauso begründet aber auch die Frage, ob es denn klug wäre in einer EU zu bleiben, die man nicht will. 

Und plötzlich spricht das unklare Wahlergebnis doch Bände. Die Entscheidung bedeutet sowas wie: Keine Ahnung, aber jetzt machen wir es mal. Und die Folgen? Für mich unabsehbar. Wieder mehr auf sich achten, weniger auf andere – das klingt für mich nicht sehr sympathisch. Aktienverfall und Inflation – klingt für mich auch nicht gut. Und dann noch der Rücktritt.. Ich bin verwirrt. Erstaunt. Entsetzt. Alles zusammen.