Hebammen und Hausgeburt VI

Nachdem eine Hebamme eine Hausgeburt, oder aber eine ambulante Geburt im Geburtshaus begleitet hat, folgt die eigentliche Arbeit. Die Nachsorge. In den ersten sieben Tagen nach einer Geburt werden Muttern und Kind mindestens einmal (gern öfters)am Tag besucht. Auch in der zweiten und dritten Woche kommt sie alle zwei Tage, bei dessen auch öfter. Bis zu sechs Wochen nach der Geburt wird man regelmäßig besucht. Bei m diesen Besuchen werden zum einen Mutter und Kind begutachtet, zum anderen geht es darum, zB das Stillen zu lernen, praktische Fragen des Alltages zu lösen und vieles mehr. So ein Besuch dauert gern eine Stunde und ist für uns immer der Mittelpunkt des Tages gewesen. Wiegen, Messen, Nabel begutachten. Das erste Bad haben wir immer mit der Hebamme gemeinsam durchgeführt und irgendwann kamen die ersten Rückbildungsübungen. Zwei mal haben meine Hebammen wirklich große Arbeit gemacht; zweimal habe ich sie wirklich gefordert.

Bei einem Hörnchen entwickelte ich eine Postnatale Depression.  Über Wochen hinweg rutschte in in diesen dunkeln Studel aus Angst und Unzulänglichkeit. Ich war ein Wrack, ein Schatten meiner Selbst und meine Hebamme gab alles. Nach 5 Wochen verwies sie mich an eine Psychologin und mir wurde geholfen. Bis heute bin ich der Hebamme endlos dankbar dafür, dass sie in dieser Zeit erkannt hat was los war und mit half. 

Bei einem anderen Hörnchen bekam ich eine Brustentzündung. Auch in diesem speziellen Fall war die Hebamme immer zur Stelle, wog ab und versuchte zu helfen. Auch in diesem Falle erkannte sie den Moment abzugeben; an die Klinik. Ich hatte 10 Tage lang mit Fieber und endlosen Schmerzen gelegen, tapfer mein Baby gestillt und gehofft alles würde wieder besser werden. Wurde es nicht. An Tag 11 kam ich in die Klinik, Tropf, Antibiose und nach 2 Tagen war der Spuk vorbei. 

Ich bin meinen Hebammen endlos dankbar für all diese Zeit, die Besuche, die Gespräche und die Hilfe. Ich bin dankbar mich so umsorgt gefühlt haben zu können, und so geschützt gewesen zu sein. Ich kann mir kein Wochenbett ohne Hebamme vorstellen, und keine Geburt. 

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