The person between the lines 

In einem Kommentar schrieb man mir folgendes:

…mich stimmt das dann doch ab und an traurig, dass Du Dich selbst so sehr über Deine Rolle als Hausfrau und Mutter definierst. Wo bist Du eigentlich? Was bleibt von Dir, wenn man die Familie mal abzieht? 

Ich habe in den letzten Tagen viel über diese Worte nachgedacht und habe folgendes festgestellt: Ich habe in den vergangenen 10 Jahren einen Prozess durchlaufen, der mein ‚Ich‘ einmal komplett überarbeitet hat. Aktuell befinde ich mich in einer spannenden Phase der Wieder-Findung. Was genau im Moment übrig bleibt, wenn man die Hörnchen subtrahiert, das weiß ich nicht. 

Vor 10 Jahren war ich das, was man mit Anfang 20 so ist. Ich war interessiert, war viel aus und genoss mein freies Leben. Ich feilte an meiner Unabhängigkeit und erstellte so etwas was ich ‚mein eigenes Leben‘ nannte. Eines Tages beschlossen der Menne und ich eine Familie zu gründen. Bis zum Tag der Geburt vom A-Hörnchen dachte ich, dass danach alles bleibt wie immer, nur eben plus Baby. Ganz schnell wurde mir bewusst, dass das nicht so ist. In meinem Muttiwahn warf ich mich über Bord. Viele Jahre lang brauchte ich keine Hobbys, keine Freunde (außer anderer Muttis) und keine Interessen. Ich war tatsächlich recht zufrieden in meinem Mikrokosmos aus Hormonen, Schlafmangel, Schwangerschaften und Kindern. Es war gut so wie es war. 

Nun ist seit etwa 1,5 Jahren wieder alles im Umbruch. Ich habe quasi einen Entzug von Schwangerschafts- und Stillhormonen gemacht und so erwachte ich selbst wieder in der Mutti-Hülle. Seit dem sortiere ich. Ich habe mein Studium wieder aufgenommen, finde wieder Freude am Ausgehen (was sich teilweise schwer gestaltet wenn man alle Freunde ohne Kinder verbannt hat…) und merke zunehmend, dass mein Hirn wieder beginnt zu arbeiten. Was jetzt spannend ist, ist die Tatsache, dass mein altes ‚ich‘ von vor 10 Jahren mit nicht mehr passt. Ich kann es nicht einfach wie eine alte Hose wieder anziehen. Ich muss neu definieren, alles neu anprobieren. Ich tue dies mit viel Freude, leider auch immer wieder sehr verunsichert. Es ist ein vollkommen neues Parkett. Ein paar Jahre wird dieses Definieren  noch  dauern. Vor mir liegen der Abschluss meines Studiums, Jobsuche und all das, von dem ich noch gar nichts weiß. 

3 Gedanken zu “The person between the lines 

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