Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen

Es ist Nacht. Draußen schreit ein Kind. Ein kleines Kind. Mein Kopf fährt Achterbahn. Ich muss das Kind retten, tausend Szenarien durchlaufen in wenigen Sekunden mein Hirn. Ich eile an die Tür, bereit diesen schlechten, verantwortungslosen Eltern ihr Kind zu entreißen. Wie oft wohl meine Nachbarn schon meine Kinder nachts gehört haben, was sie wohl gedacht haben. Ob es wahrgenommen wurde wenn A-Hörnchen Stunde um Stunde vor Wut schrie? Ob jemand B-Hörnchens Kreischen hörte, wenn sie Nachts Pipi musste und es selber nicht verstand und hilflos in meinen Armen schrie.. Ob jemand mein Schreien hörte, wenn ich in der 4. schlaflosen Nacht in Folge morgens um fünf ein heulendes Baby an den Menne übergab weil ich dachte ich müsste es .. 

Wann mischt man sich ein? Wann hört man genug, wann zuviel, wann zu wenig? Hätte in all den genannten Situationen ein Nachbar geklingelt; ich wäre warscheinlich ausgerastet. Andererseits hätte es schon viele Kinder gerettet wenn jemand geklingelt hätte. Manchmal wünschte ich mir ich wäre stumpf. Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen. Wie glücklich müssen dumme sein. 

3 Gedanken zu “Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen

  1. Lieber einmal zu viel eingemischt als zu wenig.
    Vor Jahren lag ich im Urlaub am Strand und schlief um die Mittagszeit. Ich würde wach weil ein Kind schrie. Ein paar Reihen vor mir drückte eine Mutter ihr Kind immer wieder auf die Liege weil es schlafen sollte. Das Kind wollte aber weiter spielen und war nicht müde. Das Kind brüllte weiter. Am Strand war es ansonsten still. Alle „schliefen“ ^^
    Der Vater nahm das Kind, zerrte es zum Meer, tauchte es mehrmals unter Wasser und schrie das Kind an.
    Ich ging zum Wasser und fragte ihn ob er sie noch alle hat. Er meinte ich solle mich da raus halten.
    Dann kam eine Frau (eine Lehrerin wie sich herausstellte) dazu. Alleine hatte sie nicht den Mut gehabt was zu sagen, aber da ich da nun stand….

    Wenn alle weggeschaut hätten…wer weiß….

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