Selbermacher 

Mein kleiner Baumeister war wieder am Werk; A-Hörnchen hat sein Zimmer gestrichen. Holter die Polter hatte er die Idee eine Wand mit Karos zu verziehren. Da Farbe und Pinsel grad im Haus waren schritt er blitzschnell zur Tat. Binnen einer Stunde war alles abgeklebt, einer weitere Stunde später angepinselt. 

Ich bin immer wieder baff, wie tatkräftig er in solchen Dingen zur Tat schreitet. Mit seinen neun Jahren ist er handwerklich schon patenter als so mancher Akademiker. Ich bin stolz auf meinen Selbermacher und bin schon gespannt, was sein nächstens Projekt sein wird. 

Auf in den Kampf!

Für meine Bachelorarbeit zum Thema „Drogenkonsumräume“ habe ich mir vorgenommen Interviews mit Konsumenten harter Drogen zu führen. Zwar ist es das eine eine theoretische Abhandlung über diesen Teilbereich Drogenhilfesystems zu verfassen, doch ist es etwas ganz anderes mit den Betroffenen selbst diese Option zu erörtern. Gestern habe ich meine ersten Gespräche geführt, ein voller Erfolg. In das erste  Gespräch ging ich mit flauem Magen, geringen Erwartungen und großer Angst. Vollkommen unnötig wie sich herausstellen sollte!

In sechs Gesprächen erfuhr ich zunächst jedes Mal, dass sich jeder sehr freue, dass sich jemand für seine Belange interessiere. Und in jedem Gespräch war ich erfreut und überrascht wie reflektiert und klar die ausnahmslos über viele Jahre harte Drogen konsumierenden Menschen waren. Die Wünsche waren bescheiden und mehr als nachvollziehbar. Ruhe, keinen Diskriminierung, Mitbestimmung und immer wieder auch der Schutz der Bevölkerung. Es war zugleich beeindruckend und traurig zu hören, dass die Betroffenen natürlich all die Probleme der Verelendung und der Gefährdung für die Unwelt sehen, ihnen aber in bestimmten Phasen einfach jede Kraft fehle etwas an dieser Situation zu ändern. Auch das Wort „Integration“ fiel immer wieder, so erklärte mir ein um die 50 Jahre alter Mann, dass man bloß nicht glauben solle, das alles mache ihnen Spaß. Lustig sei es die ersten drei Wochen, danach nur noch hektisch, traurig und anstrengend. Sie alle wollten integrierte, vollwertige Mitglieder der Gesellschaft sein! 

Hier ist es an uns allen, anzuerkennen, dass sich die vermeintlich berufskrininellen Junkies ihr Leben, so wie es ist, nicht ausgesucht haben. Drogen haben eine unglaubliche Macht, und das was die Betroffenen täglich erleben ist Ohnmacht. Mit Spaß, Gaudi und Sause hat das es wenig zu tun. 

Schwimmen

Auf dem Weg zur Super-Olympionikin habe ich mich nun ans Schwimmen heran getraut. Früher einmal war ich eine gute, ja wirklich gute Schwimmerin. Ich habe ein DLRG Schwimmabzeichen, konnte diverse Schwimmstile und irre lang tauchen. Ich war sogar halbwegs schnell. Früher. Das ist so etwa mit 12 gewesen, also damals; mit etwa 42 kg und einem Körper der bereit war sich schnell etwas anzueignen – Bewegungsabläufe, Muskelmasse,… Irgendwie ist früher vorbei. 

Nun, ich hüpfte also motiviert mit meiner Nagelneuen Schwimmbrille (ein dickes DANKE an den Menne) in das Becken und legte los. Der Versuch sportlich loszukraulen scheiterte fast im Ersaufen, so entschied ich mich für sportliches Brustschwimmen. Nicht gut aber ok. Um es kurz zu machen, ich schaffte 12 Bahnen a‘ 50 Metern, also 600 Meter. Hiernach war ich deutlich außer Atem und dem Tode geweiht. 600 m sind aber schon beinahe die Hälfte der geforderten 1,5 km, somit sah ich einen Anfang als gemacht. 

So lange bis sich heraus stellte, dass die 50m Bahnen in Wirklichkeit nur 25 Meter waren und ich somit nach lächerlichen 300m völlig am Ende war. Ist es hoffnungslos???

echt jetzt?

Der Menne mariniert Grillfleisch und ich trinke Kaffee. Irgendwie dauert es lange, aber das wundert mich nicht. Um nichts falsches zu sagen, und ihn womöglich unter Druck zusetzen, trinke ich in Ruhe weiter meinen Kaffee und nehme auch nur ganz am Rand folgendem Dialog zwischen B-Hörnchen und dem Menne wahr

B-Hörnchen:“Was machst du da Papa?“

Papa:“Ich mache sauber. Mir ist erst das Öl ausgekippt und dann auch noch das Salz!“

B-Hörnchen:“Oh! Das ist aber doof!“ sie geht!

Papa:“hmmmm…“

Ich sitze ein paar Meter abseits und trinke also weiter meinen Kaffee, keine Regung. Noch einige Minuten später stehe ich dann doch mal auf, finde den Menne auf salzigem Boden. Er wischt und fegt. In etliche Küchentücher saugt sich ambitioniert Öl. Ich erstaune und frage:“Was machst du da???“ Gradezu verzweifelt guckt er mich an, den Lappen in der Hand, und sagt:“Ich habe doch gesagt, dass mir erst das Öl und dann das Salz ausgekippt ist!!“ Ich staune. Das war echt ernst gemeint. Ich ersparte ihm und mir eine Debatte über Sinn und Unsinn und über die Langsamkeit und musste dann doch etwas kichern. „Echt jetzt“, war alles was ich sagte, und dann putzte er weiter. 

Akzeptierende Drogenarbeit

Endlich was tun! In den vergangenen Wochen habe ich erste Vorbereitungen für meine Bachelorarbeit getroffen. Das Thema abgesteckt und eine erste Gliederung aufgestellt. Gestern habe ich dann einen ersten Schritt in Sachen Datenerfassubg gemacht. 

Ein Ausflug nach Hamburg in eine Kontakt- und Beratungszentrum der Drogenhilfe mit angeschlossenem Konsumraum. Mit 1000 Fragen im Gepäck (und viel viel Wasser; 30 Grad sind hart) bin ich wirklich gespannt und neugierig aufgebrochen. Der Ausflug hat sich, wie erwartet, mehr als gelohnt. Der Begriff der ‚Akzeptierenden Drogenarbeit‘ hat sich für mich vollkommen neu definiert. Während im Drogenhilfezentrum ohne Konsumraum zwar eine Art theoretische Akzeptanz gelebt wird, erlebt man in der Einrichtung mit Konsummöglichkeit, was echte Akzeptanz ist. Nämlich, den Menschen inklusive seiner Erkrankung (in diesem Falle die Sucht) ohne Wenn und Aber zu akzeptieren; mit allen Konsequenzen. Ja, Akzenptanz bedeutet nicht nur zu erahnen was sich im verborgenen abspielt, Akzeptanz bedeutet die Tatsachen mit wachen Auge zu sehen und dadurch zu einem Ansprechpartner auf Augenhöhe zuwerden, der ganzheitlich helfen kann – wenn dies dann erwünscht ist. 

Mich haben die Erfahrungen sehr beflügelt und ins denken gebracht.  Ich freue mich auf die weitere Arbeit an meiner Sachen und kann es kaum erwarten endlich weiterzumachen; am Montag! 

Triathlon 2

Mein Kleines und ich haben uns gut aneinander gewöhnt. Ich habe etwas an seinem Lenker rumgemacht und den alten Rennradlenker gekürzt. Nun fahre ich ein sportliches Hörnchen, mit dem ich entschieden besser zurecht komme. Auch an die oldshool Schaltung habe ich mich gewöhnt, so dass ich inzwischen 8 von 12 Gängen ansteuere. Für die restlichen gibt es hier einfac zu wenig Steigung. 

Leicht hapern tut es an einer sinnvollen App. Ich benutze die Free-Version von ‚Runtastic‘. Diese bietet leider wirklich nur das absolute Minimum an Funktionen. So kann sie mir zwar eine Durchschnittsgeschwindigkeit ausspucken, bemerkt es aber nicht wenn ich drei Minuten an einer Ampel stand. So kommen trotz zunehmend guter Geschwindigkeiten traurige Zahlen wie 20,4 km/h heraus. Das ist schlecht für’s Ego! 

Das Laufen macht sich gut an. Die angestrebten 10 km schaffe ich; wenn auch in entsetzlicher Zeit. Aber daran kann ich ja noch viele Monate arbeiten. Was schrecklich ist, ist das schwimmen. Ich bin eine Schwimmniete und beim ersten Versuch ein paar zügige Bahnen zu ziehen bin ich fast ersoffen. Ob beim Triathlon Schwimmnudeln erlaubt sind?

Hamster gekauft

Das Bundesamt für Katastrophenschutz empfiehlt für den Notfall genügend Lebensmittel, Trinkwasser und anderes Equipment zu Hause zu haben um ggf. 14 Tage autark leben zu können. So lange nämlich bis staatliche Hilfe anrollt. Ich habe hier einmal die Liste für uns, also einen 6 Personenhaushalt, vorbereitet:

Lebensmittel

– Vollkornbrot: 6000 g

– Zwieback: 2400 g

– Knäckebrot: 6000 g

– Nudeln, roh: 3000 g

– Reis, roh: 2000 g

– Hafer-/Getreideflocken: 6000 g

– Kartoffeln, roh: 6000 g

– Bohnen in Dosen: 4800 g

– Erbsen/Möhren in Dosen: 5400 g

– Rotkohl in Dosen/Gläsern: 4200 g

– Sauerkraut in Dosen: 4200 g

– Spargel in Gläsern: 2400 g

– Mais in Dosen: 2400 g

– Pilze in Dosen: 2400 g

– Saure Gurke im Glas: 2400 g

– Rote Bete: 2400 g

– Zwiebeln, frisch: 3000 g

– Kirschen im Glas: 4200 g

– Birnen in Dosen: 2000 g

– Aprikosen in Dosen: 2000 g

– Mandarinen in Dosen: 2100 g

– Ananas in Dosen 2100 g

– Rosinen: 1200 g

– Haselnusskerne: 1200 g

– Trockenpflaumen: 2000 g

– Zitronensaft 1,2 l

– Kaffee (Pulver) / Instantkaffee 2000 g

– Tee schwarz, trocken 750 g

– H-Milch 3,5% , 18l

– Streichfett 2000 g (Butter, Margarine)

– Öl (z.B. Maiskeim, Sonnenblumen) 1,8 l

– Hartkäse 4200 g

– Thunfisch in Dosen 900 g

– Ölsardinen in Dosen 600 g

– Heringsfilet in Soße, Konserve 600 g

– Corned Beef in Dosen 2000 g

– Bockwürstchen im Glas/Dosen 1800 g

– Kalbsleberwurst im Glas/Dosen 1800 g

– Dauerwurst (z.B. Salami) 2160 g

– 60 Eier

– Mineralwasser 168 l

Frischobst (6000 g)

– Apfel roh

– Birne roh

– Banane roh

– Orange roh

Hausapotheke

– DIN-Verbandskasten

– Vom Arzt verordnete Medikamente

– Schmerzmittel

– Hautdesinfektionsmittel

– Wunddesinfektionsmittel

– Mittel gegen Erkältungskrankheiten

– Fieberthermometer

– Mittel gegen Durchfall

– Insektenstich- und Sonnenbrandsalbe

– Splitterpinzette

Hygieneartikel

– Seife (6 Stück), Waschmittel (6 kg)

– Zahnbürste, Zahnpasta (6Stück)

– Sets Einweggeschirr & Besteck (Stück)

– Haushaltspapier (6 Rollen)

– Toilettenpapier (6 Rollen)

– Müllbeutel (6 Stück)

– Campingtoilette, Ersatzbeutel (Stück)

– Haushaltshandschuhe (6 Paar)

– Desinfektionsmittel, Schmierseife (6 Stück)

Brandschutz

– Keller und Dachboden entrümpeln

– Feuerlöscher

– Rauchmelder

– Löschdecke (notfalls Wolldecke)

– Behälter für Löschwasser

– Wassereimer

– Kübelspritze oder Einstellspritze

– Garten- oder Autowaschschlauch

Energieausfall

– Kerzen, Teelichter

– Streichhölzer, Feuerzeug

– Taschenlampe

– Reservebatterien

– Camping-, Spirituskocher mit Brennmaterial

– Heizgelegenheit

– Brennstoffe

Nun war ich einmal so frei, die Liste in korrekter Menge in meine Rewe-ShoppingApp einzugeben; vollkommen selbstständig habe ich noch Tampons, Binden, Taschentücher und Windeln hinzugefügt; und da sagt mir die App:720,67€! Ich muss an dieser Stelle leider feststellen, dass wir für den Katastrophenschutz zu arm sind. Fast ein ganzes Monatsgehalt einer 20 Std. Stelle an Lebensmitteln zu bunkern ist eine tolle Idee, aber wer kann das? Zudem stellt sich zumindest für uns die deutliche Frage: Wohin? Ohne Keller und Abstellraum bliebe die Möglichkeit all das in den Kinderzimmern zu lagern; bestimmt gut gegen Panik. Und schlecht für den, der das frische Obst und die Eier abbekommt.

Und Überhaupt, die Panik. Sicherlich ist es gut, für den Ernstfall einen Plan zu haben. Aber genauso sicher ist es Unfug für den Ernstfall schonmal Panik zu haben. Diese Liste ist so theoretisch wie Feueralarm in der Schule. Sicher, es kann in jeder Schule jederzeit brennen. Genaugenommen muss nur ein Depp auf dem Klo eine Rolle Klopapier anzünden oder ein Chemie- Experiment mißglücken. Das ist alles sogar relativ wahrscheinlich, trotzdem lohnt es sich nicht, beim Vorbeigehen am Fluchtpaln schon mal Panik zu haben. Cool down, es ist nur eine Theorie. Und außerdem fehlt auf der Liste Ketchup!

Ich dich auch Mama

Jeden Abend geht einer von uns noch hoch zu den Kindern, um sie einmal zuzudecken. Oftmals bin ich eigentlich zu faul und sage mir, dass sie sich eh wieder frei strampeln werden. Der Menne ist da resolut, der geht rauf; nur dann kann er ruhig schlafen. 

Gesten Abend war ich seit längerem mal wieder oben und nun weiß ich wieder warum wir das tun. Das D-Hörnchen schlief wie ein Engel, im Arm seinen Bagger. Das C-Hörnchen lächelte selig als ich sie am Arm streichelte. Beim zudecken sagte ich ihr:“Ich bin’s nur, Mama. Ich liebe dich!“ Mein kleines Mädchen antwortete noch mehr als im Halbschlaf mit den Worten:“Ich dich auch Mama!“ 

Ich verließ das Zimmer mit einem Lächeln. Allein für diese paar Worte lohnt es sich ganz bestimmt jeden Abend die 14 Stufen hinauf zu gehen und die 3 Minuten zu opfern. Wofür, wenn nicht dafür? 

Herbst, der Herbst, der Herbst ist da!

Heute habe ich offiziell den Herbst ausgerufen. Es ist windig, kalt und nass. Die ersten Triefnasen haben uns erreicht und alles ruft nach 

ERBSENSUPPE !

Gesagt getan. Ich koche sehr gern dicke, fette Suppen. Eine kräftige Brühe mit mächtig Einlage. Mettenden (oder Tofu) und ein paar Tüften; ich mag es wenn es schon den ganzen Tag im Haus nach den riecht, was es abends gibt. Ich finde es ungeheuer gemütlich wenn abends alle mit verwehten Haaren zusammenkommen und gemeinsam essen. Hallo Herbst; schön dass du da bist. 

Und wie ich grad erfahren habe dann ja auch schon wieder „Tschüss“. Ab morgen erwartet uns ein hohes Hoch mit viel Sonne und hohen Temperaturen. Na ein Glück, dass es die Suppe heute gibt und nicht etwa morgen. Ich hoffe jedenfalls, dass ihr einen schönen ersten Herbst hattet!