Auf in den Kampf!

Für meine Bachelorarbeit zum Thema „Drogenkonsumräume“ habe ich mir vorgenommen Interviews mit Konsumenten harter Drogen zu führen. Zwar ist es das eine eine theoretische Abhandlung über diesen Teilbereich Drogenhilfesystems zu verfassen, doch ist es etwas ganz anderes mit den Betroffenen selbst diese Option zu erörtern. Gestern habe ich meine ersten Gespräche geführt, ein voller Erfolg. In das erste  Gespräch ging ich mit flauem Magen, geringen Erwartungen und großer Angst. Vollkommen unnötig wie sich herausstellen sollte!

In sechs Gesprächen erfuhr ich zunächst jedes Mal, dass sich jeder sehr freue, dass sich jemand für seine Belange interessiere. Und in jedem Gespräch war ich erfreut und überrascht wie reflektiert und klar die ausnahmslos über viele Jahre harte Drogen konsumierenden Menschen waren. Die Wünsche waren bescheiden und mehr als nachvollziehbar. Ruhe, keinen Diskriminierung, Mitbestimmung und immer wieder auch der Schutz der Bevölkerung. Es war zugleich beeindruckend und traurig zu hören, dass die Betroffenen natürlich all die Probleme der Verelendung und der Gefährdung für die Unwelt sehen, ihnen aber in bestimmten Phasen einfach jede Kraft fehle etwas an dieser Situation zu ändern. Auch das Wort „Integration“ fiel immer wieder, so erklärte mir ein um die 50 Jahre alter Mann, dass man bloß nicht glauben solle, das alles mache ihnen Spaß. Lustig sei es die ersten drei Wochen, danach nur noch hektisch, traurig und anstrengend. Sie alle wollten integrierte, vollwertige Mitglieder der Gesellschaft sein! 

Hier ist es an uns allen, anzuerkennen, dass sich die vermeintlich berufskrininellen Junkies ihr Leben, so wie es ist, nicht ausgesucht haben. Drogen haben eine unglaubliche Macht, und das was die Betroffenen täglich erleben ist Ohnmacht. Mit Spaß, Gaudi und Sause hat das es wenig zu tun. 

8 Gedanken zu “Auf in den Kampf!

  1. Leider haben viele dieses Vorurteil. Ich sehe es bei unseren Klienten/Patienten nahezu täglich. Das sind Menschen wie du und ich die dazu gehören wollen. Die es sich nicht ausgesucht haben Drogen- oder Alkoholabhängig zu werden und die täglich aufs Neue zu kämpfen haben

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