Mit der Liebe einer Schwester

C-Hörnchen ist sowas wie D-Hörnchens verlängerter Arm. Zumindest sieht sie sich so. Wann immer Ihr kleiner Bruder etwas tut, was er potentiell nicht können könnte, nimmt sie es ihm ab, egal ob er das will, jemand es ihr verbietet oder der Bruder es gar allein gekonnt hätte. C-Hörnchen ist wirklich deutsche Meisterin im übervorteilen und bevormunden; nicht grad schön und gleichzeitig schwer zu bändigen. 

Vorhin saßen wir zusammen und sprachen einmal mehr über dieses Problem, da kam und die Szenerie wenn das D-Hörnchen mal heiraten würde. Ganz klar, wenn der Standesbeamte sagen wird:“Sie dürfen die Braut jetzt küssen.“, wird die Schwester nach vorn schießen, den Bruder unsanft zur Seite schieben und sagen:“Nein D-Hörnchen, ich mach das!“. Dann wird sie die Braut küssen und sie ihm zurück geben. Wie ein Marmeladenglas oder ein Geburtstagsgeschenk. Herrlich. Beim Ja-Wort wird es ein Wettlauf gegen die Zeit; ist D-Hörnchen schnell genug, kann er es selber sagen. Wenn nicht wird es aus der ersten Reihe schallen:“Ja! Will er!“. Ganz wundervoll. Es geht doch nichts über eine sich sorgende große Schwester. Hach!!

Farmfest

Frei nach dem Motto „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ haben wir gestern unser Farmfest gefeiert. Ein Sommerfest, zu dem wir die ganze Familie und einen Schwung Freunde laden. Schauplatz war die nahe Kinder-und Jugendfarm. Es war ganz wundervoll! Auf dem großen, urigen Gelände sind die gut 20 Kinder  nicht weiter aufgefallen. Überall saßen sie in Bäumen, rutschen den großen Hügel hinunter oder sprachen mit Ziegen und Eseln. Das Resümee nach vielen Stunden waren sehr sehr glückliche und dreckige Kinder sowie entspannte Eltern, Großeltern und Urgroßeltern. 

Und da fällte es einem wieder auf, was es doch für ein Segen ist eine große und intakte Familie zu haben. Vier Generationen saßen zusammen. Die Kleinste fast ein Jahr, der älteste fast 90. Und wärend die Kleinste sich über Steine und Grashalme amüsiert, amüsieren sich die Alten über die Kleine. „Alles kommt immer wieder“, das habe ich oft gehört. „So habt ihr auch im Dreck gespielt“, lachten unsere Eltern als schwarzgesichtige Kinder schnell einen Kekes holten um dann wieder zu verschwinden. Und plötzlich ist alles so einfach. 

Ich danke meinen Freunden und meiner Familie für die gute Gesellschaft; und dafür dass es sie gibt! 

Papas Arbeit 

C- udn D-Hörnchen sprachen im Kindergarten über den Beruf des Papas. Ihre Schilderungen sorgten für einige Verwirrungen. 

„Papa arbeitet im Krankenhaus.“ erklärten die Hörnchen.  Auf die Frage:“Ist euer Papa Arzt?“ Antwortet das D-Hörnchen entsetzt:“Nein! Der repariert Flugzeuge!!“ Es herrsche allgemeine Verwirrung darüber, was denn die Flugzeuge im Krankenhaus machen und man kam zu dem Schluss, dass der Papa vielleicht den Hubschrauber reparieren würde, da mischte sich das C-Hörnchen ein und stellte richtig:“Nein D-Hörnchen. Die heißen ‚Katzen‘, nicht Flugzeuge!  Papa repariert Katzen!“ Die Debatte ging in die nächste Runde; Tierarzt wird er sein! Der Papa repariert Katzen im Krankenhaus für Tiere. Plötzlich machte alles Sinn. 

So lange, bis man mich fragte, was denn mein Mann beruflich mache. „Der ist Elektriker.“ antwortete ich kurz und blickte in vollkommen verstörte Gesichter. Das klären der Verwirrung war ein leichtes: Er ist Elektriker in einem Krankenhaus. Und das was die Kinder als Flugzeuge bezeichnen, sind die sog. Laufkatzen der Beförderungsanlage. 

Katz und Maus

Vor mir laufen ein Papa und ein Kind, etwa drei Jahre,  im Park. Das Kind entdeckt etwas am Boden; klein, rotgräulich, glitschig. Papa klärt auf:“Da hat eine Maus die Katze gefressen!“ Das Kind staunt und entgegnet:“Echt?“ Papa, ganz in der Welterklärer-Rolle erläutert weiter:“Ja! Das sind Raubtiere. Die fressen alles andere auf und übrig bleibt nur so ein kleines Bisschen.“ Das Kind staunt, hält inne und vergewissert sich noch einmal:“Echt????“ Papa bestäuert weiter:“Man denkt immer die sind so kuschelig weich, aber in Wirklichkeit fressen die auch andere Tiere!“ Das Kind hat riesige, ehrfürchtige Augen und man sieht wie sein Weltbild sich vollkommen auf den Kopf stellt. Nach einigen Sekunden hakt es erneut nach:“Die ganze Katze???????“ 

In diesem Moment fällt es Papa wie Schuppen von den Augen. Unter lautem Lacher klärt er das Missverständnis auf. Kind erleichtert, Papa dem Tode dich lachen nah. Ich auch. 

Rennrad 

Gestern ist mein neues Baby eingezogen; das schon erwähnte Rennrad aus Papas Keller. Nach einem gründlichem Service-Checkup beim Fahrrad-Doktor (Reifen & Bremsen neu, Speichen und Bautenzüge nachziehen) konnte ich gestern Abend dann endlich eine erste Runde drehen. Da ich das Rad vor etwa 15 Jahren regelmäßig gefahren bin, dachte ich ganz genau zu wissen was mich erwartet. Haha

Ich bin raus. Die Sitzhaltung wollte mich töten, ich traue mich nicht mehr die tiefe Haltung des Lenkers einzunehmen und irgendwie haben meine Hände auch vergessen wo die Schaltheben sitzen. Es wird mich einige Arbeit kosten mich und das Rad wieder in Einklang zu bringen. Als erste Schritt wird der Lenker neu eingestellt; oder sollte doch ein neuer her? Und dann muss ich selber wohl noch kräftig wieder üben. Zunächst liegt meine Top-Zeit hiermit also bei 11 km in hilflosen 30 Minuten. Nicht gut. Gradezu dramatisch, aber ein Anfang ist gemacht. 

Triathlon 

Ich liebe die Herausforderung. Meine neuste Idee lautet: Triathlon. Klingt verrückt, oder? Ist es auch. Aber irgendwie habe ich begonnen zaghaft Blut zu lecken. Die angestrebte Disziplin wäre ein sogenannter ‚Olympischer Triathlon‘ mit nur 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen. 

 Laufen gehe ich eh, weitestgehend regelmäßig und gern. Fahrräder liebe ich heiß und innig, das sollte kein Problem sein die alte Liebe aufblühen zu lassen. Bleibt das schwimmen. Heute waren wir im Bad und ich habe festgestellt, dass ich es zwar irgendwie noch kann, von 1,5 km (das sind 60 Bahnen) aber wirklich weit entfernt bin. Was also tun. Was mir fehlt ist ein zweiter Bekloppter, der sich berufen fühlt den Quatsch mit mir anzugehen. Was mir nicht mehr fehlt zu meinem Glück: Ein tolles Fahrrad! Das hoffe ich gefunden zu haben. Mein Papa hatte früher ein altes pinkes Rennrad und das gibt es noch. Ich kann es kaum erwarten den Kellerfund zu sichten und herauszufinden ob es nochmal gangbar zu machen ist. 

Für heute ist mein Soll erfüllt; sechs Studnen Schwimmbad mit vier Kindern und Magenschmerzen. Das ist mindesten so viel wert wie 60 Bahnen schwimmen.  

Quängelware 2.0

Bei Lidl staunte ich nicht schlecht. Kleine Paprika, Gurken und Tomaten an der Kasse als Quängelware find ich gut. Na ja, zumindest besser als Schokoriegel und Eier die die lieben Kleinen dazu bewegen ihren lieben Müttern den letzten Nerv zu rauben. Ein bisschen putzig fand ich es dann aber dennoch was der nette Discount da anbietet:

Da kommen mir gleich leckere Ideen: Nudeln mit Feigensauce, Feigenketchup, Feige Mozarella und im Flugzeug: Feigensaft! Lecker!!

Der kleine Unterschied

Kleine Kinder sind immer wieder fasziniert von dem keinen aber feinen Unterschied zwischen Jungen und Mädchen. Den Unterschied erkennt man nämlich ganz einfach daran, dass Jungs Jungssachen und Mädchen Mädchensachen tragen. So zumindest erklärte mit C-Hörnchen das. A-Hörnchen hingegen fand das albern! „Du ziehst ja auch ganz oft Sachen an von mir früher. Bist du dann ein Junge?“ C-Hörnchen fand das Argument durchaus einleuchtend und erklärte:“Manchmal weiß ich das auch nicht genau, aber dann kann man ja auf Klo gehen und nachgucken.“ 

Praktisch, oder? Wenn es so einfach wäre. Oder ist es etwa so einfach. Denn irgendwie ist es doch auch egal. Junge, Mädchen, Rosa, Blau… Pah! B-Hörnchen (Mädchen) hat lange und voller Leidenschaft die Klamotten ihres Bruders getragen. Sie lebte den burschikosen Styl und es stand ihr – weil es echt war. A-Hörnchen (Junge) hingegen hat im Kindergarten oft Kleider und Glitzersachen getragen. Er fand sich schick, auch mit Spangen etc. zur Schule hin traute er sich nicht mehr in Rosa in die Schule zu gehen, besaß aber rosa „Wochenendkleidung“. Das ging eine Weile so, und dann war es vorbei. Und es war gut, denn es war echt. Es ist einfach egal welche Geschlecht an einem dran steht. Das einzig wichtige ist, dass man glücklich ist. Als Junge, als Mädchen, als Mann, als Frau oder wie wäre es zur Abwechslung als Mensch. Mancher muss ein wenig austesten, mancher sogar etwas nachhelfen. Aber am Ende sollte immer ein zufriedener Mensch stehen. 

Rückwärts

C- und D-Hörnchen baden. Ich sitze nebenan und höre enorm lauten jauchzen und plantschen. Beide scheinen sich prächtig zu amüsieren. Wärend sie so plantschen trinken der Menne und ich Kaffee und philosophieren darüber wie nass es wohl im Bad ist. Plötzlich ein Knall und dann schreit das D-Hörnchen. 

Ich renne rüber und finde einen kleinen nassen Wurm in einer riesen Pfütze vor der Wanne liegen. Alles steht unter Wasser. Ich tröste das schluchzende Kind und wickle ihn in ein Handtuch. Als er wieder sprechen kann frage ich:“Wie bist du denn aus der Wanne gefallen?“ Das nasse Kind schluchtzt und schnieft und sagt dann:“Rückwärts!“ 

Sie sind gerutscht. Immer vom Rand der Wanne in selbige. Bis das D-Hörnchen halt rückwärts rausgefallen ist. Bestimmt nicht schön; armes Hörnchen!!