Kinderlogik

Zum Geburtstag hat D-Hörnchen unter anderem ein neues Baggerbuch bekommen. Endlich mal etwas Abwechslung, denn wenn es nach den Hörnchen geht kann man auch immer das selbe Buch lesen. Eben guckten wir uns das neue Buch zum 7. oder 8. mal an und ich amüsiere mich königlich über die Erzählungen des Hörnchens zu den Bildern:

Da ist ein Lastwagen und ein Bagger und zwei Baggermänner die lachen und zwei andere Baggermänner bauen da ein Plantschbecken auf. 

Der große Bagger muss das arme Auto greifzangen weil das arme Auto seine Räder vergessen hat!

Ich mag diese kleinen Einblicke in die Wahrnehmung meiner Kinder. Es ist oftmals so brachial logisch und in jedem Fall immer niedlich!!! 

Der erste Schritt

Seit inzwischen vier Wochen habe ich nun einen Betreuer für meine Bachelorarbeit. Ich habe ein Thema und seit zwei Wochen auch eine Gliederung. Ich habe Konzept und Plan und heute hatte ich endlich den Mut den ersten großen Schritt zu gehen. Ich habe meine ersten zwei Seiten geschrieben. Ufff

Es ist erstaunlich, in meinem Kopf geht alles immer ganz schnell, aber es dann in sinnvolle Sätze zu wurschteln ist manchmal schwer. Nicht etwa das Formulieren oder so. Nee, das was dauert ist … der solide Backround. Und so habe ich heute Stunden damit verbracht Zahlen zu suchen, Statistiken auszugraben und mich durch langweilige Studien zu wurschteln. Und das alles für tiefgrund-banale Sätze wie:“Die Zahl der Konsumenten sogenannter ‚harter Drogen‘ beläuft sich in Bremen im Jahr 2016 auf…“. Und so komme ich zu der Erkenntnis, dass ich ein spannendes Thema habe, das ich mit viel Leidenschaft angehe und das leider total schlecht dokumentiert ist. 

Der erste Schritt ist getan. Und wie erklärte schon Bilbo Beutlin:

„Est ist eine gefährliche Sache… Frodo, aus deiner Haustür hinauszugehen. Du betrittst die Straße und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen.“ 

Mal sehen wohin meine mich tragen. Ich folge ihnen bereitwillig. 

Cats

Gestern war ‚world catsday‘ und auch ich lebe mit zwei haarigen Flohbeuteln zusammen. Eine seltsame Symbiose die wir da vor 12 Jahren eingegangen sind. Die meiste Zeit im Jahr bemerke ich es kaum mit Katzen zusammen zu leben. Sie kommen und gehen wie sie wollen, fressen fremd und sind nicht besonders kuschelig. Was sie gut können ist alles vollhaaren, nachts dann doch noch raus wollen oder aber nachts dann doch noch rein wollen. Wichtig auch das nachts fressen wollen oder nachts ins Bett kotzen. Natürlich sind auch meine Katzen Weltmeister im ‚aufderZeitungliegen‘ und ‚überdieTastaturlaufen‘. Katzen wissen einfach worauf es ankommt, sie sind immer Nummer 1 und bilden stets den Vordergrund. 

Und wenn man sich nun nach alledem fragt, wieso ich eigentlich Katzen halte; nun ja. Meistens weiß ich das auch nicht. Aber der Gedanke, dass sie eines Tages weg sein könnten ist schlimm. Also mag ich warscheinlich Katzen. Oder aber die Katzen haben mir glauben gemacht ich würde Katzen mögen. Wer weiß das schon. 

Aller guten Dinge sind drei 

Aller guten Dinge sind drei, und das beste gute Ding ist heute genau drei Jahre alt geworden. Das D-Hörnchen hat endlich Geburtstag.  Viele Tage lang hat er gewartet, auf übermorgen. Und heute ist nun endlich übermorgen. 

Geburtstag haben ist nunmal einfach das aller aller beste auf der ganzen Welt! Und wenn man bedenkt, dass das arme kleine Männlein in den vergangenen Wochen die Geburtstage aller seiner Geschwister gefeiert hat, mitangesehen hat wie über ein Dutzend Geschenke ausgepackt wurde, dann ist es mehr als verständlich, dass er so sehnlich  auf übermorgen gewartet hat. 

Der größte Wunsch zum Geburtstag war ein kaputtes Telefon. Aber das ist eine andere Geschichte. 

Das größte Glück auf Erden 

Das größere Glück auf Erden ist es, dass dem C-Hörnchen ganze zwei Haargummies nicht ins Klo gefallen waren. Heute morgen wollte ich dann in Erfahrung bringen, wie es denn im allgemeinen passieren kann, dass einem elf Haargummies ins Klo fallen. 

Das aber wusste das liebe Kind auch nicht mehr. „Die sind da so einfach, plumps, gefallen und beim Fallen ist auch noch der Klodeckel aufgegangen.“ Logischer Tathergang. Weiter erläutert sie:“Ich habe aber gleich reingegriffen um alle wieder zu holen aber D-Hörnchen hat gespült, da war das Reingreifen ein bisschen doller.“ 

Ein leichtes Schütteln überkommt mich. Zu meiner großen Freude sind Klo-Gummis und Nicht-Klo-Gummies akribisch voneinander getrennt, so dass es heute morgen ein Leichtes war die zwei Guten zu benutzen und den elf Schlechten einen kleinen Ausflug in den ansässigen Kochtopf  zukommen zu lassen. 

Da ist man einmal nicht zu Hause. 

Die Warheit und das Vertauen

A-Hörnchen will los. Routiniert frage ich ihn ob er seinen Inhalator (A-Hörnchen ist Asthmatiker) dabei hat. Etwas unständlich klopft er sich auf die überraschend flachen Hosentaschen:“Ja! Ist hier.“ antwortet er und will los. Ich zögere kurz, Kontrolle ist doof. Jedoch wiederstrebt es mir ihn damit durchzulassen. „Zeig her.“ rufe ich die Treppe herauf. A-Hörnchen popelt unbeholfen in seiner Hosentasche, bekommt einen roten Kopf und sagt:“Ups, hol ich eben!“  

Er holt nichts, er findet ihn nichtmal. Er geht auch nicht. Mir reichts! Es war nicht die erste dreiste Lüge dieser Art und so jage ich das lautstark protestierende Hörnchen zunächst in sein Zimmer. Ihm fehlt jedes Verständnis, er tobt. Nach 10 Minuten ist er langsam ansprechbar. Ich setzte mich in den Legohaufen und frage ob er versteht warum er nun hier ist und nicht unterwegs. Versteht er nicht. Gar nichts versteht er, und ich bin so gemein!

Vertrauen. Was ist das eigentlich, und was hat es mit groß werden zu tun? Warum brauche ich vertrauen für seine Freiheit und was Hat das alles mit gegenseitigem Respekt zu tun. Und ist es wirklich immer besser die Wahrheit zu sagen, auch wenn sie schlimm, peinlich und noch schlimmer ist? Ich erkläre und erzähle, von Mist den ich verzapft habe, von meiner ersten Zigarette (zugegeben, beim Alter habe ich geschummelt) und den Nebenwirkungen. Ich erzähle wie meine Mama nicht wusste warum es mit doof geht und wie wir beide hilflos waren. Die Wahrheit, und das Vertrauen in einander sie immer sagen zu können. Ich verspreche immer zu ihm zustehen, ist die Wahrheit auch noch so schlimm. Ich verspreche ihm zu helfen und ihn zu unterstützen. Und ihm zu vertrauen, wenn er mich lässt.  

Ein gutes Gespräch! Am Ende liegen wir uns in den Armen, zufrieden und irgendwie glücklich. 

Eric Clapton -Ein Traum

Ich träumte..

Meine Freundin bekam zum Geburtstag von ihrem Vater ein Gitarrencoaching bei Eric Clapton himself. Aus lauter Nettigkeit und Freundschaft nahm sie mich als Begleitung mit. So kamen wir in ein recht tristes Bürogebäude und da saß er: Eric Clapton! Er begrüßte und freundlich, in der Hand eine Gitarre. Die Gitarre war etwas speziell. Der Corpus war aus edlem dunklem Holz, mittig drauf vier Buttons. Saiten hatte sie keine. Am nackten Hals war oben ein Lautsprecher angebracht. Die Gitarre sah aus wie ein edles Kinderspielzeug. 

Gemeinsam setzten wir uns und Eric Clapton erklärte:“Playing the guitar ist quite easy! You just push button no. one, sing a song, and than push button no. two and listen to your song.“ Beeindruckt probierte meine Freundin die Technik aus und auch ich durfte einmal testen. Eric Clapton war sehr stolz auf seine Technik. Ebenfalls voller Stolz erklärte er weiter, dass Button Nummer drei und vier für Effekte in der Aufnahme wären, zum Beispiel „wahhwahh“. Erkenntnisreich endete das Gitarrencoaching.

Während des ganzen Traums spielte mein Hirn quasi im Off „Please forgive me“ von Brian Adams ab. Ich glaube es versuchte so, sich bei mir für diesen Unfug zu entschuldigen. Nach dem Traum wurde ich wach. Es war 4.00 am Morgen. Ich ging zum Klo, überdachte den Traum und bekam einen Lachkrampf. So saß ich da, mitten in der Nacht, und konnte nicht mehr aufhören zu lachen. 

Hochdruck

Wir haben drei Toiletten. Eine ganz unten, eine im 2. Oben und eine im 3.  Vorhin ging B-Hörnchen unten auf’s Klo. Angekündigt lange. Zeitgleich kommt C-Hörnchen aufgeregt von ganz oben runtergerannt und ruft:“Ich muss Pipi!! Ich muss ganz ganz dringend Pipiii!!“ Sie stellt fest, dass besetzt ist und führt ein episches Drama auf. Liegend auf dem Boden und auf allen vieren beteuert sie jeden Moment in die Hose machen zu müssen. Sie schlägt Purzelbäume und hüpft jammernd umher, so dringend musste sie. All mein Bitten, doch nach oben zu gehen, quittierte sie mit der Aussage:“Dann mach ich in die Hose!“ Nach 8,5 Minuten jagte ich sie dann doch nach oben. Unter lautestem Schimpfen schleppte sie sich ins 2. Oben aufs Klo. B-Hörnchen thronte derweil immernoch im Unten. 

Als C-Hörnchen gerade oben angekommen ist erscheint A-Hörnchen vor dem Fenster. Schon am Gangbild lässt sich unschwer erkennen, dass er dringend zum Klo muss. Ich höre den Schlüssel in der Tür und dann schon den Schrei:“Ich muuusssss!!“ Er rennt unten ins Bad und findet B-Hörnchen. Verzweifelt rast er nach oben und trifft zwei Treppen später im Gästeklo das C-Hörnchen. Mit letzter Kraft schleppt A-Hörnchen sich die dritte Treppe hoch um nun endlich … D-Hörnchen auf dem Klo anzutreffen. 

In diesem Moment, als er fast weinend unter dem Dach im Bad steht, ertönt aus den anderen zwei Bädern die Rufe:“FERTIG!“ Rettung naht, alles geht gut aus. Ich hätte nie gedacht, dass wir mal zu wenig Toiletten haben könnten!!

Soll es das gewesen sein? 

Sechs Wochen Ferien; aus und vorbei. Ein Jammer, ein Drama. Wir könnten noch; noch lange! Aber so ist es nunmal, und so sitzen wir zusammen in der Küche und das A-Hörnchen rechnet die letzten Reste der 3. Klasse. Denn sechs Wochen Ferien eignen sich hervorragend um die Aufgaben für die Ferien zu vergessen. Und wärend er so rechnet und schimpft, und ich die Ranzen wieder befülle, mit Hausschuhen, Sportsachen und Federmappen, frage ich mich abermals:“Wozu machen wir all das?“ 

Es ist ein Trauerspiel. A-Hörnchen kommt in die vierte Klasse. Als gelangweiltes und zur Verweigerung neigendes Kind lernt er unter dem Jahr fast nichts in der Schule. Jedes Jahr in den Ferien muss er nacharbeiten und jedes Jahr bin es ich die ihm Grundlagen beibringt und sich mit ihn herumschlägt. Dieses Jahr haben wir jeden verdammten Tag das kleine 1×1 geübt; mit mäßigem Erfolg. Und er kann jetzt „Punktrechnung vor Strichrechnung“. Der Wahnsinn. Und wieder einmal frage ich mich, was die da den ganzen Tag machen in dieser Ganztagsschule. 

Man verstehe mich nicht falsch! Ich will nicht meinen Erziehungsauftrag abgeben. Im Gegenteil! Ich will ihn haben. Wir funktionieren prächtig hier zu Hause. Nach sechs Wochen Ferien sind wir gut eingegrooved und bereit für die nächsten sechs Wochen. Es ist ein Jammer.