Tiger und Bär

Wer krank ist, der muss gepflegt werde. So sagte es der Bär dem Tiger und pflegte ihn gesund. In den letzten Tagen habe ich die Rolle des kleinen Tigers gespielt und der Menne war alle Anderen. Er spielte den kleinen Bären, die Tante Gans, den riesengrauen Elefanten und den Doktor Brausefrosch. Sogar den Hasen mit dem schnellen Schuhen musste er spielen und den Wanderesel. Das war bestimmt anstrengend. 

Ich musste nur krank sein. Und manchmal ging es schon etwas besser, wenn ich etwas geschlafen hatte oder etwas Gänsewein bekam; und manchmal ging es wieder etwas schlechter. Heute nun scheint es etwas besser besser zu sein und der kleine Bär muss schon etwas weniger pflegen. 

Beim nächsten Mal bist du krank, kleiner Bär, und ich pflege dich gesund. Und dann koch ich dir …… Bouillon ! Mit Mandelkernsauce und Pilzen aus dem Garten. 

Allen andern empfehle ich dringend das Buch „ich mach dich gesund, sagte der Bär“ von Janosch. Denn da lernt man wie man krank ist und wie man gesund wird. 

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Es kommt ein Sturm

Da draußen braut sich großer Wind zusammen. Ich mag das sehr. Wind kann mir kaum genug sein, ich liebe es zuzugucken wie die Bäume sich biegen und mag das Ächtzen des Hauses. Sturm ist einfach super. Irgendwie liegt die Erwartung von etwas Grossem in der Luft, alles ist möglich. Sturm ist gemütlich und anheimelnd. Alle versammeln sich zu Hause am Fenster, trinken heißen Kakao und schauen aus dem Fenster.  

Nur eine einzige Frage habe ich an den Sturm. Warum kommst du immer an dem Tag, an dem der gelbe Sack abgeholt wird? Hier in der Gegend haben wenige Menschen die gelbe Tonne. Und so stellen die Menschen am Abend ihre gelben Säcke an die Straße und du Sturm, du alter Kindskopf, spielst dann damit. Morgens ist es dann immer das selbe Bild. Hinter dem Haus: Herbstliches Sturmchaos aus Ästen und Blättern. Vor dem Haus: Herbstliches Müllchaos. Elend. Doof. Und dann plötzlich gar nicht mehr gemütlich. 

Ich leide!! 

Seit einigen Wochen nun wasche ich unsere Wäsche mit Bio-Waschmittel. Im Schnitt 1,5 Maschinen Wäsche a 7kg am Tag. Zunächst erfreute ich mich an meinem Dienst an der Umwelt und mochte den unspektakulär sauberen Geruch der Wäsche. Die Waschleistung war gut und ich zufrieden. Fertig; denkt man. 

Vor drei Wochen dann war meinem Einkauf ein Ariel Pod beigelegt. Eine kostenlose Probe. Ich kam mir vor als hätte mir jemand illegale Drogen in die Tasche gesteckt und und rang mit mir. Schlussendlich entschied ich das Ding zu benutzten, es einfach weg zu werfen wäre ja noch schlimmer. 

So wusch ich 7kg Wäsche und dan war es geschehen. Ich war angefixt und habe schon sehr lange nicht mehr so gern Wäsche aufgehängt. Heute dann der Schock! Ein weiteres Probe-Pod. Beim aufhängen der Wäsche dann Engel links, Teufel rechts!

OMG, riecht das gut!!!!

Nein nein! Das ist böse! Tenside können nicht abgebaut und gefiltert werden. 

Ich drehe durch, endlich mal wieder Wäsche die richtig sauber riecht!!!

Niemand braucht diesen Duft. Sauber ist sauber und im Notfall richten es Ätherische Öle!

So macht das Wäsche aufhängen wenigstens Spaß. Jedes Teil ein Genuss!!

Dieser penetrante Duft ist schlecht. Die Atemwege werden belastet, die Haut erstrecht. 

Ich wette das duftet beim zusammenlegen noch gut. Herrlich!

Dieses Zeug strotzt vor Plastik. Ich neide Plastik bewusst. Ich brauche das nicht!!

Doch!

Ausgang ungewiss. 

Blan P. 

Das wäre geschafft. 34 Seiten ist meine Abschlussarbeit nun lang und wesentlich mehr wird es nicht mehr werden. Heute habe ich das primäre Schreiben für beendet erklärt und komme zu einer positiven Bilanz. Ich habe, heute eingeschlossen, genau 15 Tage an der Arbeit gearbeitet, Erhebungen im Feld eingeschlossen. Das ging fix. Viel fixer als erwartet. Erstaunlich. Entweder ist Bachelorarbeit wirklich erschreckend einfach oder ich bin, und das ist wahrscheinlicher, einfach erstaunlich gut. 

Um es gesagt zu haben, ich weiß, dass nach diesem Tag noch viel Arbeit wartet, und dass ich noch lange nicht fertig bin. Aber es fühlt sich gut an sozusagen einen Plan B zu haben. Wenn ab heute bis März 2017 immer alle krank sind und ich nichts mehr schaffe zu schreiben, dann kann ich sie so abgeben. Klasse Plan B. In diesem Falle aber eher ein Blan P, den for lauder rechtsschreipveler ist si kaum leesba. Aba gut ist si trozdem. 

In materiellen Dingen

A-Hörnchen hat ein sehr hohes Hochbett. Oben ist ein Bücherregal eingebaut, in dem er seinen Hausstand unterbringen kann. Da das Hörnchen ja leider allergisch gegen Hausstaub ist, ist es aber notwendig dort oben halbwegs Ordnung zu halten, so dass ich dort regelmäßig putzen kann. 

Vorhin kroch ich auf der Matratze herum um ein frisches Laken aufzuziehen, was ich sehr nett von mir finde, da fielen mir Dutzende Stifte und Zettel ins Auge. Ich sagte von oben herab:“A-Hörnchen, hier ist wieder alles voller Kram!“ Ich machte mich auf den Rückweg und erwartete Protest. Da erklärt mein Sohn mit in die Hüften gestemmten Händen:“Hast du mal darüber nachgedacht, dass das Zeug da in echt gar nicht ist und immer nur dann materialisiert, wenn du da oben bist?“ Ich fiel fast von der Leiter und dachte ich höre nicht recht. Lautes Lachen unterdrückend bat ich ihn noch schnell das Problem trotzdem zu lösen da erklärte er:“Wie soll das gehen? Ich sehe ja gar kein Problem!“ 

Klug, frech und echt schlagfertig! Was soll ich da denn noch zu sagen. In Zukunft bezieht er sein blödes Bett selber. Und vielleicht hat er ja Glück und in Zukunft materialisieren sich Bettlaken. 

Zeit

Grad las ich einen Artikel über Zeitmillionäre. Zeit, gerade das, von dem wir alle genau gleich viel am Tag haben, soll manchen zum Millionär machen? Komisch. 

Essenz des Artikels: Weniger im Hamsterrad rennen, mehr freie Zeit genießen. Klingt super finde ich. Klingt nach genau dem, was der Menne und ich schon lange beschlossen haben. Gemeinsame Zeig schaffen, die Tage ruhig angehen lassen und Zeit als rares Gut sehen, das man behutsam konsumieren sollte. 

Zeitmillionäre sein. Klingt easy, luftig und gelassen. Tatsächlich aber ist es so eine Sache mit der  Zeit. Arbeitszeit reduzieren und gegen Zeit einzutauschen bedeutet im Klartext immer auch auf Geld zu verzichten. Und plötzlich ist alles etwas problematisch. Denn wer kann denn, einfach so 10, 15 oder 20 Stunden Arbeitszeit gegen Lebenszeit eintauschen; wer kann auf die Hälfte seines Einkommens verzichten. Bestimmt nicht die Mitte der Gesellschaft, bestimmt nicht der Rand selbiger. Nicht die, die gern bewusster leben würden und die wissen, was Ausbeutung heißt. Die nämlich sind auf jeden Cent ihres kümmerlichen Einkommens angewiesen und wissen ihre rare Zeit sehr wohl zu schätzen. 

Lösungen lagen dem Artikel nicht bei. Eine wäre ein bedingungsloses Grundeinkommen, eine andere der totale Ausstieg. Klingt verlockend, exotisch und unerreichbar. 

Akzeptanz in der Ehe

Was bin ich doch für ein Tier, was für ein Prachtexemplar einer Ehefrau bin ich doch. Wie liberal, mitfühlend und akzeptierend bin ich. Wie voll von Liebe und Toleranz. Ja, ich muss mich loben an diesem Abend. 

Im TV laufen die Avengers und mein Mann darf es gucken. Seit inzwischen 30 Minuten schaffe ich es, mich nicht zu übergeben und vor allem, keine blöden Kommentare zu machen.  Nein nein, ich sitze hier einfach, schalte mein Gehirn aus und versuche nicht an meinem eigenen Speichel zu ertrinken. Ganz nebenher denke ich über Dellwarzen nach und über das Reizdarmsyndrom. Interessiert euch nicht? Mich auch nicht. Aber irgendwie muss ich mein Hirn von dem ablenken, was da im Fernseher passiert. Hinmelhergottnochmal. Ich mag keine Superhelden.

Zum Glück kommt zwischendurch Werbung. 

Das ich das mal sagen würde. 

Viel zu langweilg

Wenn man groß wird ist es manchmal kompliziert mit dem klein sein. Und als wir heute morgen beschlossen mit dem Rad zum Spielplatz zu fahren, verkündeten A- und B-Hörnchen schwer genervt, dass es dort viel zu langweilig wäre. Mit etwas Überredungskunst bekam ich sie dann doch mit. 

Am Spielplatz angekommen zogen sie betont gelangweilt ein paar Runden. A-Hörnchen beteuerte noch einmal, dass es ihn wirklich viel zu langweilig wäre, da begann er versehentlich zu buddeln. Und so mirnichtsdirnichts und hastduihnnichtgesehen buddelte das große Kind mit dem anderen großen Kind im Sand. Lange und tief und vollkommen zufrieden. Und als ich nach Stunden zum Aufbruch blies, waren beide Hörnchen so gelangweilt, dass sie gar nicht wieder los wollten. 

Toilet Stories

Manchmal sieht man einen Film und ist nach 20 Minuten sicher, dass man ausschalten sollte. Gestern habe ich es nicht gemacht und es war gut. 

‚Toilet Stories‘ ist zunächst einfach nur langweilig. Es folgt eine ebenfalls lange Phase der aparten Verwirrung, in der man voller Entsetzten auf den Fernseher glotzt. Garniert wird das Ganze mit einem erlösenden und dennoch beschämtem Lachen, denn zu einem „saukomisch“ kommt man nicht. 

Der Menne brachte es gut auf den Punkt:“Ich bereue es nun nicht ihn geguckt zu haben.“ So ist es. Vielleicht sogar ein wenig mehr. 

Toilet Stories; lohnt. Irgendwie.