Wo es wirklich weh tut 

Was D-Hörnchen gestern Nachmittag hatte, sah für die meisten aus wie ein klassischer Wutanfall. Tatsächlich aber war es tiefe und traurige Enttäuschung was meinen kleinen Jungen da befallen hatte. 

Er und ein anderer Junge hatte das gleiche Auto mit in die Kita gebracht. Ein knallroter Lightning McQueen, ein echtes Liebhaberstück. Als ich zum Abholen kam war nur noch ein Auto da. Beide Jungen waren sich sicher, dass es ihres war, in Wahrheit war es nicht zu erkennen. Ich war da, die Mama des anderen Jungen noch nicht. So beschloss man, das Auto zu verwahren bis das Problem am kommenden Tag geklärt werden konnte. 

D-Hörnchen brach vollkommen zusammen. Blanke Wut quoll aus jeder Pore. Er schrie und tobte. 45 Minuten lang versuchte ich ihn zu beruhigen und ihm deutlich zu machen, dass das Problem morgen geklärt werden würde. Nach 45 Minuten waren wir immerhin am Weg vor der Kita angekommen. Das D-Hörnchen tobte ausdauernd und ich lobte das C-Hörnchen für ihre sagenhafte Geduld. 

Da wurde plötzlich der andere Jubge abgeholt. Stolz und siegessicher ging er an uns vorbei und band dem weinenden D-Hörnchen taufrisch auf die Nase, dass das Auto nun in seinem Rucksack wäre. Da war es aus. 

Die Wut des D-Hörnchen wandte sich in grenzenlose Enttäuschung und Trauer. Das hatte gesessen. „Mama! Hilf mir!“ Schrie der Wurm immer wieder, doch es half alles nichts. Das Auto zog von dannen, samt Kind und Babysitterin, die es nicht wagte eine Entscheidung zu treffen. Der Ausbruch dauerte weitere 45 Minuten. Unser gesamter Bezirk weiß mit Sicherheit, dass das Hörnchen gestern laut war. Jeder hat es gesehen, jeder zweite hatte einen Kommentar für uns. Was keiner sehen konnte, war die Verletzung meines kleinen Jungen. Ungerechtigkeit tut weh. 

Ich muss nicht erwähnen, dass wir natürlich noch am selben Nachmittag einen Ersatz gekauft haben. Das hilft nicht gegen die Ungerechtigkeit aber gegen den Verlust. Vielleicht wenigstens ein bisschen.  

2 Gedanken zu “Wo es wirklich weh tut 

  1. Wow, Wahnsinn! Wie gut ich solche Situationen kenne! Und es macht wirklich keinen Spaß diese durchzustehen. Zumal die Kids das echt noch nicht verstehen, ich hätte auch sofort ein neues Auto gekauft! Die Babysitterin sollte sich mal umschauen, so kann man Problemen natürlich auch aus dem Weg gehen…

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