Bewusster leben

Vor fünf Jahren sprach ich in meiner Mutti-Gruppe über Bio-Lebensmittel und kam zu dem knappen Fazit: Ist bestimmt toll, kann ich mir aber nicht leisten. Im Prinzip habe ich an diesem Tag begonnen über Bio, Müllverzicht und Plastikvermeidung nachzudenken. An unserem Nettohaushaltseinkommen hat sich seit dem nicht viel verändert, wohl aber an unseren Prioritäten und vor allem an unserem Einkaufsverhalten.

Wir sind es langsam angegangen. Der erste, totalitäre Versuch, nur noch im Bio-Laden zu kaufen, scheiterte kläglich. Gegen Discounter-Hausmarken ist das ganze Demeter-Zeugs unendlich teuer und kam nicht in Frage. Um irgendwo anzufangen haben wir damals das Fleisch umgestellt; der Tierhaltung wegen. Bald folgte die Milch. Wenige Wochen später kaufte ich auch den Joghurt Bio. Auf diesem Level blieben wir eine ganze weile, begonnen aber zB. bei Getränken darauf zu achten, dass die Flaschen aus Glas sind. Es folgte die Umstellung auf einen SodaStream mit Glasflaschen (das Leitungswasser in Bremen ist ganz hervorragend). Als nächstens wagte ich mich an Obst und Gemüse. Pestizide will ja eigentlich keiner essen, und da es in immer mehr Supermärkten auch Bio-Obst und Gemüse gab, fiel es mir leicht. Parallel haben wir unseren Fleischkonsum drastisch verringert. Ausschlaggebend hierfür war, dass das A-Hörnchen Vegetarier wurde und ich es schnell leid war doppelt zu kochen. So essen wir inzwischen maximal 2x die Woche Fleisch, dafür aber hochwertig und gern vom Öko-Bauern aus der Region. Seit einigen Jahren beziehen wir Rindfleisch vom Bauern uns kennen quasi die Kuh, die wir essen persönlich.

Nach einer langen Rewe-Lieferservice Episode ging ich nun mal wieder im Bio-Laden um die Ecke. Maßgeblicher Grund waren die Unmengen an Plastikverpackungen, die das Bestellen mit sich bringt. Ich ging durch die Reihen und staunte nicht schlecht. Die regionale Bio-Milch in der Glasflasche kostet 1,29 €. Was mir vor fünf Jahren völlig absurd vorkam, ist inzwischen ok. Der Milchpreis ist eine Katastrophe und ich unterstütze gern mit ein paar Euro die Woche die regionalen Bio-Bauern. Da die Milch zusätzlich in der Pfandflasche kommt, bin ich bereit 1,29 € zu zahlen. Ähnlich sieht es mit dem Joghurt aus, auch mit der Auflage. Die Prioritäten haben sich verschoben. Ich kaufe viel bewusster, gebe lieber mehr Geld aus um dann mit besserem Gefühl zu essen. Zuletzt habe ich begonnen Reis, Müsli, Getreide,… unverpackt zu kaufen. Inzwischen ist dies in vielen Bio-Läden möglich und ich freue mich riesig über einen leerer werdenden Mülleimer. Und das viele, schöne Geld? Das kommt da an, wo es gut aufgehoben ist; bei denen, die Gutes  damit tun. Und um genau zu sein, was hätte ich mit den paar Kröten im Monat schon wichtiges angestellt. Das 2987. Spielzeug oder Pixibuch? Ein 7. Paar Schuhe für mich? Ganz genau genommen haben wir von allem genug, leiden alles andere als Not und können uns an dem erfreuen was wir der Umwelt geben können. Das macht, zumindest mir, sogar mehr Spass als das Gegenteil zu tun!

2 Gedanken zu “Bewusster leben

  1. apropos klimawandel:
    unsere massentierhaltung ist für mehr als die hälfte aller globalen co2 emissionen verantwortlich, somit ist unser fleischkonsum hauptverursacher des durch den menschen verursachten klimawandels. die industrielle tierhaltung schadet der erde mehr als jede andere industrie.

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