Freimarktsumzug

Auch in diesem Jahr ist in Bremen Freimarkt; ein großes, traditionelles Volksfest, das es seit fast 1000 Jahren gibt. Und an diesem Wochenende fand der ebenfalls traditionelle Freimarktsumzug statt. Wagen über Wagen, laute Musik, feiernde Menschen und fliegende Kamellen. Für mich persönlich jedes Jahr das absolute negativ-Highlight. 

Da ich als Kind nicht zum Freimarktsumzug gegangen bin, verbinde ich nichts emotionales damit. Es ist mir genau genommen ziemlich egal. Meine Kinder haben den Umzug über den Papa und Oma und Opa kennengelernt und verbinden mit ihm vor allem eins: Bonbons. Und so ziehen wir jedes Jahr an die Strecke, bewaffnet mit Beuteln, und sammeln ein was uns so trifft. 

Schlussendlich sieht die Sache so aus: Die Wagenbetreiber kaufen billigsten Bonbon-Müll in großen Mengen ein; man muss ja was zu werfen haben. Am Umzugstag werden dann von betrunkenen Leuten diese Bonbons in die Kindermenge geworfen. Es ist kalt, nebelig und feucht. Der Bonbon-Müll fällt zwischen den Kinderfüssen auf den Boden, bricht in 1000 Teile. Die Feuchtigkeit gibt ihr bestes den Schaden zu kitten, verklebt aber letztlich nur Bonbon-Müll mit Plastikfolie und dann packen die Kinder die Teile ein. Nach Stunden zu Hause angekommen beginnt dann der zweite Akt: Der Streit um die feuchten, kaputten Billigbonschen. Auge um Auge und Zahn  um Zahn streiten die Hörnchen um jedes Teil um dann weit über die Hälfte der Beute am Ende doch wegzuwerfen. 

Für mich ist dieser Umzug ein wiederkehrender Graus. Ich hasse die Verschwendung und die Sinnlosigkeit und kann dem ganzen Event so gar nichts abgewinnen. Die Hörnchen hingegen mögen es. Leider. 

Jamie und der Doktor 

Vor vielen Jahren hat mir eine Freundin die Highland-Saga von Diana Gabdon zu lesen gegeben. Ich begann mich durch 9000 Seiten in neun Bänden zu lesen und war schnell gefangen. Obwohl ich kein Roman-Konsument bin hat diese Liebesgeschichte gefesselt und mich zum hemmungslosen Dahinschmelzen gebracht. Jamie! Dieser Mann aller Männer und diese Liebe und dieses Bedingungslose  über alle Zeit und … ah! Inzwischen, viele Jahre später, ist die Romanreihe verfilmt worden. „Outlander“ ist ok, aber eben nur eine Romanverfilmung. 

Vor einem halben Jahr oder so hat man mir Dr. Who empfohlen. Und auch dieses Mal war ich wie angeschossen, konnte nicht mehr aufhören und war abermals hingerissen von den verschiedenen Hauptdarstellerkonstellationen. Grusel, Drama, Tauer, Liebe, Witz und immer wieder große Überraschung; eine tolle Kombination. 

Und gestern Abend dann sehe ich ein Interview mit der Erfinderin von Jamie und da erzählt die gute Frau Gabaldon, wer bzw. was sie inspiriert hat diese Geschichten von Liebe und Angst zwischen den Welten zu schreiben. 

Mein Doktor! Es war Dr. Who! 

Jetzt wird mir alles klar. Hach! 

Sportlerin des Monats

Meine Sportlerkarriere ist arg angeschlagen. Das erklärte Ziel zum Sommer 2017 lautet: Triathlon. Das Training allerdings krankt etwas. Nun, genaugenommen bin ich es, die nicht ganz fit ist. 

Vor etwa sechs Wochen habe ich mir den kleinen Zeh gebrochen. Klingt albern, ist aber zum Laufen echt hinderlich. Da war nix zu machen. Über vier Wochen war alles was an meinen Füßen funktioniert hat olle, ausgelatschte, offene Turnschuhe; an Laufschuhe war nicht zu denken. 

Auch auf meinem geliebtem Rad lief nur das nötigste. Selbst das Radfahren tat weh. Als mich dann vor drei Wochen auch noch ein fiebriger Infekt niederstreckte war es ganz aus. Inzwischen bin ich schon wieder einige km gefahren; sportlich geht aber anders. Die Lunge pfeift und irgendwie bin ich ganz schön am prusten. Fieber ist nichts für erwachsene! 

Bleibt das Schwimmen. Schnell abgehakt; dank frischer Tätowierungen ist das Schwimmbad noch für mindestens zwei Wochen tabu. Darauf kommt es nun aber auch nicht mehr an. 

Übernommen?

Plötzlich weiß ich nicht ob ich mich vielleicht dieses Mal doch übernommen habe. Das letzte Semester hat es in sich. Ich hatte es unterschätzt, in etwa 100% seiner Inhalte. Und da ich dachte es wäre alles so locker hatte ich mir locker lustig die Bachelorarbeit gleich mit in dieses Semester gelegt. Und dann ist da noch dieser Nebenjob. Alles allein gut zu schaffen, aber im Quartett mit dem Quartett hier zu Hause…

Nach gründlicher Analyse meiner Situation habe ich beschlossen in den kommenden Monaten ein wenig die Arschbacken zusammenzukneifen. Jedes einzelne Element lässt sich nicht wirklich entschärfen und so bleibt mir nur eins: Augen zu und durch. Und sollte dieser Trip im psychischen  Waldbrand enden, kenne ich ja eine ganze Kohorte von fast-Psychologen, die mich wieder auf die Beine stellen kann. 

Ich bin nicht gut in langsam, und noch viel weniger darin einfach ein bisschen weniger zu machen. Und so passiert es, während ich  meinem Umfeld predige es langsam angehen zu lassen und an aller erster Stelle auf sich selbst zu achten, dass ich mich doch etwas in meinem Wust verzettel. Und trotzdem freue ich mich schon heute auf den Tag im März oder April 2017, an dem all das hinter mir liegen wird und ich diesen blöden Zettel bekomme, auf dem steht, dass ich es geschafft habe. 

Endspurt 

Morgen beginnt mein letztes Semester an der Uni. Und was eigentlich Grund zur Freude biete sollte, weckt in mir nur Unmut. Ich mag nicht mehr zur Uni. Ich habe keine Lust mehr auf Studenten und Vorlesungen und Gruppenarbeit. Ich will meine Ruhe… Die Luft ist raus, ich habe fertig!

Zu Anfang machte mir das alles Spaß. Ich traf junge Studenten und knüpfte Kontakte. Dann kam die erste Elternzeit, meine Kommilitonen studierten weiter und ich bekam das C-Hörnchen. Nach einem Jahr ging ich wieder an die Uni; ich knüpfte neue Kontakte und es kostete mich erneut einige Mühe mich in die bestehende Gruppe zu integrieren. Es folgte die nächste Elternzeit. Auch diese Kommilitonen sind inzwischen längst fertig mit ihrem Studium und ich muss wieder an die Uni. 

Ich weiß genau was vor mir liegt. 180 Studenten, grosse Sääle, Gruppenarbeiten, Hausarbeiten,… Um das gemeinsame KlimBim werde ich nicht drunrum kommen. Also heißt es ab heute wieder: Kontakte knüpfen, das Gefüge verstehen und loslegen. Ein letztes Mal, um diesen Abschnitt dann in drei Monaten endlich hinter mir zulassen. Uff…

Was man so anhäuft

Heute ist Flohmarkt. Ein reiner Mutti-Kind-Flohmarkt. Alles was irgendwie mit Schwanger, Baby und Kind zu tun hat wird umgeschlagen. Auch ich werde dort zum wiederholten Male eine ganze Kofferraumladung voll verkaufen; hoffentlich erfolgreich. Und wie ich so vor dem vollen Kofferraum stehe läuft es mir kalt den Rücken runter. 


Was man doch so anhäuft, denke ich. Und dabei wird bei uns schon gut verwertet. Ich kaufe viel gebraucht und gebe nahezu alles weiter. An meine Hörnchen, gern auch an die Kinder meiner Schwester oder Freunde. Und trotzdem fällt mindestens einmal im Jahr ein Wagen voller Resten an. Unfassbar. 

Das Reduzieren ist kompliziert. Klamotten braucht man halt, und mit drei Jeans und vier T-Shirts kommt man nicht hin – selbst mit täglich waschen und nicht-pingelig-sein ist da nicht viel zu machen. Am Spielzeug könnte man sparen, wird doch so vieles viel zu selten genutzt. Und irgendwie ist dann doch zu bald schon wieder Weihnachten und die Omas und Opas und Onkels und Tanten fragen was denn die Hörnchen sich wünschen. Und dann zieht das 500. Paket Lego ein und die 8. Puppe. Auch hier versuche ich weiterzugeben. So hat A-Hörnchen vor acht-Komma-fünf  Jahren eine Kinderküche zum Geburtstag bekommen. Vor drei Jahren hat C-Hörnchen selbige zu Weihnachten bekommen und nun steht sie beim D-Hörnchen. Ebenso wie die unsägliche Plastikwerkbank, die das A-Hörnchen mit sechs zum Kindergeburtstag bekam und die zum dritten Geburtstag des D-Hörnchens reanimiert würde. 

Und es gibt die Möglichkeit Events zu verschenken. Einen Kino-Besuch oder einen Tag im Freizeitpark. Über solche Dinge freuen sich die Hörnchen ungemein und ich glaube am Ende haben sie davon oftmals weit mehr als von all den Legopacks, Playmos und Puppen. 

And nothing else matthers 

Als ewig gestriger Metallica-Fan gehört das Intro von ‚Nothing else matthers‘ für mich noch immer zu den schönsten Dingen die man meinem Ohr anbieten kann. Schon der erste Ton sorgt für tiefe Entspannung und ich bin weg. Als ich es zum ersten Mal live gehört habe quittierte mein Hirn es mit einem Weinkrampf. 

Als mein A-Hörnchen vor zwei Jahren begonnen hat Gitarre zu lernen, äußerte ich den Wunsch, dieses Lied einmal von ihm gespielt zu bekommen. Bislang war er stundenlang mit einzelnen Noten  und Kinderliedern beschäftigt. Die für ‚Nothing else matthers‘ notwendigen Töne waren jedoch immernoch in weiter weiter Ferne. Gesten Abend kam mein Hörnchen runter und wolllte mit etwas vorspielen. Ich setzte mich und erwartete Pippi Langstrumpf; zum 300. Mal. Dann spielte mein Sohn mir ‚Nothing else matthers‘. Er hat sich die Melodie selber zusammengesucht, viel probiert und am Ende bis auf Kleinigkeiten einen Volltreffer gelandet. So wunderschön habe ich das Lied noch nie gehört; und werde ich es warscheinlich auch nie wieder hören! 

Verpennt

Es hat schon was für sich, morgens um neun aus dem Träumen gerissen zu werden mit den lieblichen Worten des Ehemannes:“Wenn du um 9.15 Uhr zur Arbeit willst, dann solltest du dich beeilen!“ Oh ja! Das musste ich. Mich mächtig beeilen. Nun klingt diese Szene ja warscheinlich für Millionen Menschen vollkommen alltäglich. Für mich als vierfache Mutter mit einem amtierenden Dreijährigen ist es jedoch wie ein Wunder. 

Es sind Ferien und wie von Zauberhand schlafen die Hörnchen. Sie gehen alle gegen acht ins Bett und stehen gegen neun wieder auf. Heute offenbar später. Ich bin zum ersten Mal seit Jahren dauerhaft ausgeruht und ausgeschlafen. Es ist so herrlich!! Dieses Mal werde ich das Ende der Ferien noch stärker beweinen als ich es ohnehin schon tue. Wegen mir könnte es ewig so weitergehen. 

Brot mit Bucheckern

Im Herbst werden wir zu Eichhörnchen und sammeln Bucheckern. Jedes Jahr ein langwieriges Vergnügen mit einem tollen Ergebnis. Ein selbstgemachtes Brot mit Buckeckern. Die Hörnchen würden am liebsten auch das Mehl selber mahlen, jedoch will keiner diese Mengen pulen. Jede einzelne Ecke muss aufgepult werden und die Frucht entnommen. Dann werden die Häutchen entfernt und die Ecken geröstet. Wenn man sie nicht erhitzt, machen sie nämlich Bauchweh. Erst dann werden sie in den Brotteig eingearbeitet. Wir haben in diesem Jahr einen Dinkelteig gemacht:

500 ml warmes Wasser

1 Würfel frische Hefe

1 TL Salz

4 EL Essig

250 g Dinkelvollkornmehl

250 g Dinkelmehl

Bucheckern – Fertig. 

Das ganze backt bei mir im Automaten. Im Notfall würde es aber bestimmt auch der Backofen hinbekommen.