In die Bälle

Schnell was umgetauscht und danach von hinten  das Feld aufgeräumt. Fundgrube, dann langsam und in Ruhe durch die Abteilungen. Hier was beguckt, da was befummelt. Ein entspanntes Gespräch und ein paar dumme Sprüche. Nach 45 Minuten dann oben am Ende angekommen. Kurze Pipi-Pause und das ganze nochmal zurück. 

Ikea ohne Kinder. Der Menne und ich haben heute zum ersten Mal einfach so alle vier Hörnchen abgegeben, im Småland. Bisher war immer ein Hörnchen zu klein. Oftmals waren auch keine  Plätze frei, oder zu wenige. Gestern dann stimmte alles. D-Hörnchen, endlich drei, wollte auch gern. Es waren vier Plätze frei und so gaben wir die gesamte Brut ab. 

75 Minuten waren es am Ende. Dann wussten wir nichts mehr zu tun und holten uns unsere Kinder wieder. Wollen es ja nicht gleich übertreiben. 

Strumpfhose in vier Akten

Es ist kalt geworden da draußen. So kalt, dass meine kleinen Hörnchen eine Strumpfhose unterziehen sollen. Schlimm, ich weiß. Das C-Hörnchen steht vor der Aufgabe, sich eine handelsübliche Kinderstrumpfhose anzuziehen. Das Drama beginnt im 4. Stock des Wohnhauses der Familie Hörnchen im Kinderzimmer. 

1. Akt; Oben

Auf dem Boden das verzweifelte Kind, zerrend an der Strumpfhose. Das blaue Material dehnt sich gefährlich in alle Richtungen. Nicht aber produktiv sondern vollkommen kontraproduktiv zerrt das tobende Kind an dem sich bärstenden Stoff. Der kleine Zeh scheint abzusterben, bedrohlich zeichnen sich seine Umrisse unter dem gespannten Stoff ab. Das Hörnchen tobt, auf dem Rücken liegend kreischt es nach seiner Mutter. Diese eilt sobald ins Zimmer, geht in die Knie und fragt mit sanfter Stimme:“Brauchst du Hilfe?“  Hinter ihr das bereits fertig angezogene D-Hörnchen. Aufgeregt und voller Energie der vergangenen Nacht hüpft es dem tobenden Kind mal hier und mal da ins Blickfeld und quiekt dabei vergnügt :“Ich habe auch eine Strumpfhose an!!“ 

Das nunmehr jammernde Kind verfällt wieder in schreien und heischt barsch die Mutter an:“Ich kann das aaaalllllleiiiiiiinnneeeeeee!!“ und beginnt sofort wieder wie von Sinnen an der Hose zu zerren. Der Stoff stöhnt angestrengt auf. 

Mutter und Bruder verlassen den Schauplatz und wechseln ins Badezimmer. Die Mutter beginnt Wasser in die Zahnputzbecher zu lassen, gibt Zahnpasta auf die Zahnbürsten und bittet das D-Hörnchen zum Zähneputzen zu kommen. Dieses steht noch nicht ganz auf dem kleinen Hocker, da fegt wie ein Orkan, das C-Hörnchen ins Badezimmer. Ein Bein in der Strumpfhose, das andere frei. Weinend weist sie an, auf keinen Fall ohne sie Zähne zu putzen. Plötzlich herrscht Stille. 

Beide Kinder putzen drei Minuten lang Zähne. Spucken aus, nehmen das Wasser. Sie waschen die Gesichter und trocknen sich ab. Die Mutter macht dem plötzlich so friedlichen Hörnchen Zöpfe und cremt den Kindern die die kleinen Gesichter ein. Dann teilt sie mit, dass sie nun nach unten müsse, den großen das Frühstück bereiten und dafür sorgen, dass sie pünktlich zur Schule kommen. 

2. Akt; Auf der Treppe

Die Mutter sitzt mit dem kleinen D-Hörnchen und den zwei großen Hörnchen in der Küche und alle essen Müsli. Der Platz des C-Hörnchens ist frei, alle sind in Gespräche vertieft. Es herrscht eine fröhlich-gelöste Stimmung. Nur von der Treppe her kommen seltsame Geräusche, ein kreischen, dann wieder nicht. Poltern durchmischt von bösestem Schimpfen. 

Plötzlich taucht im Hintergrund der Küche das C-Hörnchen auf. Ein Bein in der Strumpfhose, eins frei. Die Augen gerötet von den Tränen und der Wut. Das zweite Bein der Strumpfhose inzwischen zu einem wirren Knoten verflochten. Das Hörnchen tobt. Die Stimme bekommt einen heiseren Anklang, die Worte überschlagen sich. Das Ziehen an der Hose leicht resigniert und kraftlos. 

Abermals hockt sich die Mutter zum Hörnchen nieder. „Soll ich dir nicht einfach helfen?“ fragt sie mit ruhiger Stimme. Das Hörnchen schluchzt. Ihre Atmung bebt, Tränen Rinnen ihr über das Gesicht. Dann ein erneuter Ausbruch. Das Hörnchen reißt sich aus den Armen der Mutter, tritt wild und befreit auch das erste Bein aus der Strumpfhose. Erneut beginnt sie zu schreien, zu schimpfen und bitterlich zu schluchzen. 

Am Tisch,  das A-Hörnchen isst seelenruhig und unbeeindruckt Müsli. Auch das B-Hörnchen ist nicht irritiert. D-Hörnchen hingegen dringt auf, stellt sich auf seinen Stuhl, geht in Siegerpose und johlt:“Ich habe schon eine Strumpfhose an!!!“ C-Hörnchen bricht auf dem kalten Flur zusammen. 

3. Akt; In der Küche 

Die Mutter hebt das erschöpfte und schluchzende Hörnchen in die warme Küche. Sie sitzt im Schneidersitz auf dem Fußboden, direkt vor dem wärmenden Ofen. „Soll ich dir einmal helfen?“ Fragt sie vorsichtig und ohne zu drängen. Das C-Hörnchen drückt sich an seine Mama und schluchzt mit letzter Kraft ein „Ja“. Mama zieht ihr die wieder entwirrte Hose an, gibt den Hörnchen einen Kuss und hält es noch einmal ganz fest. 

4. Akt; Am Tisch 

Der Klang des Kusses ist noch nicht ganz verhallt, da springt das vormals schluchzende Kind auf, hüpft in seiner Hose und steigt singend auf die Bank am Küchentisch. Erfreut nimmt sie das Müsli zur Kenntnis und plappert, als wäre nie etwas gewesen, munter drauf los. 

Die zwei großen Hörnchen müssen derweil zur Schule. Die Mutter hilft Ihnen in die Klamotten, verabschiedet sie mit einem Kuss und kehrt schließlich an den Esstisch zurück. C- und D-Hörnchen sitzen munter plappernd zusammen und genießen den schönen Morgen. Dann stellt das D-Hörnchen abschließend fest:“Jetzt haben wir beide eine Strumpfhose an!“ 

Der Vorhang schließt sich. 

Applaus. 

Groß werden

„Mama, darf ich in die Bücherei?“ fragte das A-Hörnchen nach der Schule. 

Ich atmete tief ein, tiefer. Ich atmete aus. Langsam. Wisst ihr, die Bücherei ist für meine Hörnchen ein bekannter und geliebter Ort. Sie kennen sich dort alle aus und sind mit dem Prozedere vertraut. Es ist nur so. Wir wohnen in der 11. größten Stadt Deutschlands. Die Bücherei befindet sich an einem Zentralen Knotenpunkt der Stadt, an dem sich 5 Bahnlinien mit drei Buslinien kreuzen. Sie liegt mitten in der Innenstadt, zwar nur 15 Minuten von zu Hause entfernt aber eben so gelegen, dass ein falsches Einsteigen so ein Hörnchen an jeden erdenklichen Punkt der Stadt bringen kann. 

„Klar!“ antworte ich dem Hörnchen. Dieses beginnt sofort sich Schuhe anzuziehen. Gelassen und ruhig besprechen wir den Weg, die Nummern der Bahnlinien und deren Fahrtrichtungen. Er packt noch schnell Handy, Büchereiausweis und Fahrkarte ein und einen Kuss später ist er weg. 

„Uff!“ Denke ich. Neun Jahre alt, und enorm mutig! Wenn er in zwei Stunden nicht wieder da ist, dann mache ich mir Sorgen. Zum Glück kam es soweit nicht. Nach 1 Stunde und 10 Minuten stand das Hörnchen wieder vor der Tür. Erfolgreich und stolz. Vollkommen unnötig all die Sorgen; ganz souverän hat er alles gemeistert. Und plötzlich ist er wieder ein Stück größer. Nicht mehr nur neun, fast zehn!! 

Pfefferkuchen 

Unser erstes großes Weihnachtsbacken stand an. Und da ich langsam keine Plätzchen mehr sehen konnte, habe ich es in diesem Jahr mit Pfefferkuchen a’la Nachbarin versucht. Der Teig muss 24 Stunden ziehen und wird aus folgendem zusammengestellt:

220g Butter

300g Zucker

800g Mehl

1 El Natron

150 ml Zuckerrübensirup

150 ml Milch

1 EL Ingwerpulver

1 El Nelkenpulver

2 El Zimt 

1 Msp. Pfeffer

Dank Knetmaschine ging es ganz leicht, es endstand ein worklich großer  und kompakter Teigklumpen, der dann im Kühlschrank seine Aromen entfalten sollte. 


Das Zwischenergebnis ist wenig ansprechend aber den Hörnchen zufolge sehr lecker. 

Die fertigen Pfefferkuchen können sich sehen lassen! Der Teig hat etwa sechs Bleche voller Plätzchen ergeben; 2/3 davon Igel. 


Fidel Castro

Nun ist er wirklich tot; nachdem er so viele Male totgesagt wurde. Nach 90 Jahren und einer Revolution ist Fidel Castro gestorben. 

Fidel Castro ist ein Symbol für die Revolution, für die Freiheit und der eigentlicher Inbegriff von „yes we can!“ Und „wir schaffen das!“. Man mag über Methoden und Macht streiten, sicher war nicht alles, was er in 50 Jahren getan hat gut, aber die Bilanz ist in jedem Falle beachtlich. Ich bin kein Kommunist, schon gar kein Marxist. Aber ich mag den Gedanken der Veränderung und der Möglichkeiten. Die richtigen Personen, zur richtigen Zeit am richtigen Ort können alles verändern. Und von derartigen Veränderungen können wir grad viel gebrauchen. 

Viva la revolution y hasta la vicoria siempre! 

Wenn ein Baby kommt

Meine Freundin ist schwanger. Eine weitere hat eben ein Baby bekommen, eine dritte vor zwei Wochen. Mit meinen fast 34 Jahren befinde ich mich im Kern der Baby-years. Mein ganzes Umfeld baut Nester und zeugt Babys.  Ich bin fertig damit, ich schaue zu! 

Ohne jeden Zweiel freue ich mich über jedes Baby, über jeden Bauch und jede gute Nachricht. Ich fiebere mit jeder Freundin mit, die mir mitteilt sie wurden nun „üben“ und ich beweine jede eintretende Periode. Ich bin quasi konstant co-schwanger und genieße den Zauber um all die Kugeln. Früher oder später kommt dann immer die Nachricht über die Ankunft des neuen Erdenbürgers. 

Wow! Und dann hat es mich doch noch ein wenig um. Ich habe jede Geburt genossen, das Wochenbett und das Kennenlernen mit dem Zwerg. Nichts auf dieser Welt bietet einen solchen Zauber, so viel Gefühl, Rausch und Hingabe. Nicht kann solche Emotionen erzeugen und nichts ist so intim. Neue Babys sind toll, das ganze Drumherum ebenso. Ich gönne es jedem, ja ich wünsche es jedem. Und ein kleines Bisschen würde ich es mir auch noch mal gönnen. Und dann wieder, wenn ich die übermüdeten Freundinnen treffe, mit ihren Milchflecken im Shirt und den Augenringen, dann denke ich mir, dass es doch alles ganz gut ist. 

Naan 

Heute hat B-Hörnchen Internationales Frühstück in der Schule. Sie hat sich nicht Lumpen lassen und gestehern fleißig gebacken. Indisches Naan sollte es geben. 


Den Teig durfte ich ansetzen, den Rest hat das Hörnchen selbst gemacht. Das Resultat konnte sich  sehen lassen! 20 Kleine Brote, eins leckerer als das andere. 

Leider untersagte es mir die Köchin weitere Fotos zu machen, somit bleibt es dieses Mal bei diesen zweien!

Kleine Kunde der Erde

Mein Neffe ist vier und sehr klug. Zuletzt hat den kleinen Kerl sehr das Erdbeben in Italien beschäftigt. Immer und immer wieder hat er gefragt und erzählt. Wackelnde Erde, einstürzende Häuser. Alles sehr beängstigend! 

Am vergangenen Wochenende erklärte er mir dann folgendes:“Bei Italien hat die Erde gewackelt und die Häuser sind kaputt gegangen. Das ist schlimm. Das ist da passiert, weil die Indianer da wohnen, und die haben an der Erde gewackelt. Bei uns kann das aber nicht passieren, weil hier keine Indianer wohnen.“ 

Auch meine Schwester weiß nicht, woher diese Verstrickung von Halb-und Fehlinformationen kommt. Fakt ist, dass sein kleiner Kopf eine großartige Leistung vollbracht hat; nämlich die, sich einen vollkommen unerklärlichen Prozess in etwas für sich logisches zu verpacken den beängstigenden Anteil somit zu entkräften. „Bei uns ist alles gut!“ Besser geht es nicht! Psychologen sprechen bei diesem Phänomen, dass bei Kindern im Kindergartenalter Auftritt, von der Phase des Magischen Weltbildes. In dieser Phase erklären sich Kinder die Welt so, wie sie sie sich erklären können. Magisch, phantastisch und meistens vollkommen niedlich unlogisch. Der einfache Grund hierfür ist, dass viele Dinge, die unfassbar kompliziert sind, den Kindern Angst machen. Ist es aber eine Elfe, die die kleinen Lichter im Auto blinken lässt, dann ist es ok. Im Grundschulalter weicht dieses Denken dem Rationalen Denken. Aus der Zauber; und meistens auch das Aus für den Weihnachtsmann. Denn auch der ist ja irgendwie magisch (na gut, und von Coca Cola…).

Sushi

In der Grundschule meiner Hörnchen ist ein mal im Jahr ‚Internationales Frühstück‘. Jedes Kind bringt zu diesem Anlass ein Gericht aus irgendeinem Land mit; selbst gemacht versteht sich. In jedem Jahr wimmelt es von Börek, Brezeln, Käse und Croissants. Meinem A-Hörnchen ist etwas ganz besonderes eingefallen: Sushi! Heute hat er den Nachmittag damit verbracht, Sushi zu fertigen. Und was soll ich sagen, das Ergebnis überzeugt! 

Hörnchen at work!



Paprika-Schnittlauch Sushi



Es gab vier Varianten:


1. Avocado-Sesam 2. Möhre 3. Gurke-Sesam 4. Paprika-Schnittlauch 

Ich bin wirklich hin und weg von den Prachtstücken, die mein Kind da produziert hat. Und um ganz ehrlich zu sein, mit einem so guten Ergebnis habe ich nicht gerechnet!!