David Brighton’s Kostümfest

Vielleicht war es eine, von vornherein, dumme Idee zu dem Konzert eines David Bowie Doubles zu gehen. Andererseits habe ich schon großartige Doppelgänger auf der Bühne gesehen, so zum Beispiel das Rat Pack oder einen Robbie Williams. In beiden Fällen nahm mich die Show perfekt mit, es war egal, ob da ein Original oder ein Double auf der Bühne steht. 

Gestern Abend trat David Brighton auf die Bühne. Angekündigt als großer Bowie-Freund und Wegbegleiter war ich in freudigster Erwartung. Der erste Eindruck war verstörend. Brighton wirkte verloren und verunsichert. Die Gesten einstudiert und künstlich. Ich war unsicher, ob er angetrunken tat oder es war. Brighton gab eine lasche Version des „Thin white dukes“ und überzeugte mich nicht. 

Im zweiten Akt huschten Blitze über die Bühne und die kostümierten Musiker ließen  die Ankunft von Ziggy Stardust verheißen. Auf die Bühne trat ein kleiner, glam-loser Mann, der beinahe phlegmatisch immer wieder seine Jacke und die Perücke  richtete. Die Mimik war verunsichert und fast fragend. Keine Spur des charismatischen und unantastbaren Bowie. Die Kostümierung, die Bowies Originalen recht nah kam, wirkte lächerlich an dem Mann, der sich scheinbar schämte. 

Wo Bowie in seinen Titeln Geschichten erzählte und den Zuhörer durch seine minimalistisch Art an seine Lippen fesselte, konnte man Brighton schlecht verstehen. Die Musik war zu laut, der Gesang zu undeutlich. Es kam nichts an, keine Party, kein Emotionen und damit keine Authentizität. 

Nach 60 Minuten folgte die Pause; und unser Abgang. Die top-Plätze in der 3. Reihe blieben im zweiten Akt des Damas leer. Ich mochte nicht mehr; hatte er mit im ersten Akt „Major Tom“ versungen, waren meine Bedenken zu groß, er würde im zweiten auch noch „Heroes“ oder „live on mars“ versauen. Ich fand die Show traurig. Ich hatte einen Ode auf David Bowie und sein Lebenswerk erwartet. Was ich bekam war das ungute Gefühl, dass sein Tod vermarktet und ausgeschlachtet wurde. Hoffentlich musste der Arme Mann nicht dabei zugucken. 

Ein Gedanke zu “David Brighton’s Kostümfest

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