Sehnsucht 

Es ist 16.45 Uhr. Ich stehe an der Uni an der Bahnhaltestelle. Es wird langsam dunkel, der Tiefnebel hatte sich den ganzen Tag nicht aufgelöst. Es ist bitterkalt, der Wind pfeift durch meine drei oder zehn Schichten Klamotten. Ich bibbere, halte die Fäuste verkrampft in den Jackentaschen. Ein langer Unitag geht zu Ende, ein unendlich langer und vor allem langweiliger. Ich starre über eine trübe Wiese ins grau und sehe eine Frau mit ihrem Hund. Plötzlich packt mich die Sehnsucht. 

Von jetzt auf gleich kann ich es nicht erwarten in mein warmes, wohliges, geborgenes Chaos zu kommen. Alles fehlt mir. D-Hörnchen, wie er hinter mir herläuft und von Feuerwehrmann Sam redet, C-Hörnchen, wie sie mir die Dramen des Tages berichtet. Ich sehne mich nach B-Hörnerns stolze Augen, wenn Sie mir ihr Buch entgegen hält um zu zeigen wie weit sie schon ist; und ich sehen mich nach A-Hörnchen, der vor lauter Langeweile und Groß-sein fast keine Zeit hat irgendwas anderes zu zu machen als zu meckern. Ich sehne mich nach meinem Mann, den Storys des Tages. Nach Ofenwärme und einem heißen Kaffee. Ich kann es kaum erwarten übers Zimmeraufräumen zu debattieren, Vokabeln abzufragen und Streit zu schlichten. 

Was bin ich für ein gesegneter Mensch. Ohne jeden Zweifel habe ich das beste Zuhause der Welt. Und die besten Kinder, den besten Mann! Was für ein Volltreffer!  

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