In meinen Untiefen

Während ich so krank war kohl-terminierte das A-Hörnchen meinen Rucksack. Der Menne tat was getan werden musste und füllte mein gesamtes Hab und Gut in eine kleine Kiste und überließ mir die Entscheidung was behalten werden müsse. Vorweg gesagt; in der Handtasche einer Dame ist in aller Regel alles enthalten was man auf längeren Outdoor-Trips braucht oder was man auf jedem kürzeren benutzen könnte um einen längeren daraus zu machen. Das Ergebnis habe ich hier einmal für euch zusammengestellt:


1. Lollypapier

Da meine Hörnchen mich und meine Taschen stets als mobilen Mülleimer benutzen wundert mich das Lolly-Papier überhaupt nicht. 

2. Überraschungsei samt Auto (leider ohne Anleitung)

Ich finde man sollte immer was zu spielen dabei haben. Wenn es dann mal langweilig wird, im Job, beim Arzt oder sonst wo; ich habe immer ein Auto dabei. Voll klug von mir!

3. Das leere Papier einer 4er Sets Briefmarken

Also… falls ich mal wissen muss, wie groß früher mal die Briefmarken waren, so kann ich es jederzeit nachmessen. Ebenfalls könnte ich die Ecken nachzählen . Somit wäre ich postalisch quasi autark. Ich hätte eine fehlerfreie Gussform für Briefmarken dabei. Sensationeller Vorteil im Ernstfall. 

4. Kassenbons

Na ja..  Malpapier? 

5.Eine faltbare Einkaufstasche

Die benutze ich tatsächlich regelmäßig!!

6. zwei Erdnüsse 

Also, gemäß des Falles, ich plante einen Outdoor-Trip nach irgendwo hin, wo es Elefanten gibt, dann kann es ja wohl nicht schaden ein paar Erdnüsse dabei zu haben. Man weiß ja nie. 

7. 70 Cent 

Wer hat der hat; davon kaufe ich weitere drei Erdnüsse!

8. Taschentücher 

Taschentücher gehören ja nun wirklich in jedes gute Mutti-Equipment. Bedingungslos 

9. 5 Tampons

Ich muss hinzufügen, dass ich a) schon ewig keine Tampons mehr benutze und diese b) so verdreckt sind, dass sie mich sicherlich töten würden. Hätte ich jedoch einmal die ernsthafte Absicht mich sehr krank zu machen, wären diese fünf Kammeraden ein sicherer Weg. 

10. Ein Siliciumkissen 

Dies gilt lediglich als Beweis für meine Sorgfalt all dem Zeug gegenüber. Alles war trocken gelagert. 

11. Ein USB- Stick 

Er ist kaputt. Zur Strafe für sein Versagen muss er auf ewig in meinem Rucksack ausharren. 

Dass er hin ist fiel mir auf, als ich meine Bachelorarbeit von ihm aus binden lassen wollte. 

12. zwei Feuerzeuge

Ich wundere mich ehrlich gesagt, warum es so wenige Feuerzeuge sind. Meistens trage ich deutlich mehr davon mit mir herum und benutze sie selten. Wenn ich dann mal eins brauche, finde ich trotzdem keins und auf mir ein neues. 

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Breaking bad 

Wenn Kinder sich nachts übergeben ist das nie schön. A-Hörnchen hat jedoch in der vergangenen Nacht  die mit Sicherheit dummste Variante gefunden dieses negativ-Ereignis zu celebrieren. Als in der Nacht gegen drei der Brechreiz kam, verließ das A-Hörnchen vorbildlich sein Bett. Vorbei an seinem Mülleimer und einer leeren Spielzeugkiste, schaffte er es auf den Flur. Es glückte ihm sogar noch vorbei am Abstellraum zu kommen, in dem sich neben einem Waschbecken, diversen Plastikkisten und Eimern auch das Katzenklo befindet, das zur Not als Überdruckbehälter in Frage gekommen wäre. 

A-Hörnchen aber peilte die Treppe an um runter zu kommen zum Bad. Löblich! Wenn da nicht auf der zweiten Stufe von oben hätte kapitulieren müssen. Somit ergoss sich das leidige übel auf der mit Teppich belegten Treppe, von ganz oben bis ganz unten. Er traf nicht nur die Stufen sondern auch die Wand, die Handläufe und die daran hängenden Rucksäcke und Fahrradhelme. Ein Rundumschlag, ein voller Erfolg. 

Ein Lob gilt hier dem Menne, der das ganze beseitigte während ich noch immer mit Fieber im Bett lag. 

Get a Grippe

Warscheinlich habe ich es herausgefordert, den Teufel quasi an die Wand gemalt. Ich habe es viel zu oft gelobt und gepriesen. Die Hörnchen waren in den vergangenen Monaten fast nie krank. Der Herbst und auch der Winter waren easy und ich wurde euphorisch. Nun hat das Schicksal zugeschlagen. Und es hat gut ausgeholt. 

Vier mal Grippe, ich hatte es erwähnt. Und sie waren wirklich alle über etliche Tage krank. Uns als Eltern hat dieser Zustand teilweise zurück katapultiert in längst vergangene Zeiten. Kind im Ehebett, nachts umher rennen, stunden langes wach sein. Jahre lang war das die traurige Realität in unseren Nächten, in den letzten 1,5 Jahren ist es so viel ruhiger geworden. Über jeweils einige Monate habe ich nachts in zweistunden Takt gestillt, verbrachte meine Nächte auf dem Flur, im Sessel, auf dem Sofa und nur gelegentlich im Bett. Wie habe ich das überlebt? Nun, nach zwei schlechten Nächten bin ich tot.  Warscheinlich bin ich einfach zu alt für das alles und dies ist die Art des Schicksals mir klar zu machen, dass es gut ist kein Baby mehr zu haben. 

Nachtrag: Wer bekommt die Grippe wenn alle Hörnchen wieder gesund sind???? Genau! Das Mutti. Wie sinnlos!!

Weiterführende Schule II

Vor zwei Monaten beschrieb ich in Weiterführende Schule die Probleme mit der Wahl der Weiterführende Schule hier in der Gegend. Inzwischen hat sich einiges getan und wir können endlich aufatmen. 

Die Staatlichen Schulen, soviel sein vorweg gesagt, konnten noch nicht einmal angewählt werden, aus diversen Infoabenden ging jedoch klar hervor, dass  es recht hoffnungslos ist. Drei Private haben abgesagt und dann geschah das Wunder: Die vierte private hat zugesagt! Und nachdem wir heute mit dem A-Hörnchen da waren, zum gucken und zum Reden, ist es nun spruchreif! Das A-Hörnchen wird ab Sommer auf eine Privatschule gehen, die uns zwar arm macht aber eben auch als einzige das bot, was wir erwarten: Sicherheit und Bildung. 

Denn die Stadt Bremen wird irgendwann im April oder Mai verkünden, was denn das ungerechte und hoffnungslos überforderte Verfahren ergeben hat. Bis dahin hieße es bangen und warten. Kann ich nicht, A-Hörnchen ebenfalls. Da die Chancen auf eine annehmbare Schule außerdem schlecht stehen, greifen wir nun dankbar nach dem Strohhalm „Privatbeschulung“ und treten damit in die Fussstapfen meiner Eltern.  Denn auch meine Schwester und ich waren auf einer Privaten. 

Als politisch engagierter Teenie habe ich den Unsinn nie verstanden. „Elitenbildung!“ habe ich geschrien und um ein gerechtes Menschnebild gebangt. Ich habe es gehasst Teil von etwas anderem zu sein und wünschte mir über Jahre eine olle normale Schule; mit Unterrichtsausfall und so. Heute verstehe ich es, habe ich begriffen wie reibungslos und einfach mein Weg war und wie gut mir diese Scheiß- Schule getan hat. Und heute, als Mama und nicht als rebellierender Teenie, möchte ich meinen Kindern einen ebenso reibungslosen Weg ermöglichen. Eben einen Weg der alles offen lässt und es ihnen erlaubt glücklich zu sein. Nun bleibt zu hoffen, dass diese Scheiß-Schule (es ist eine andere als es bei mir war) gut für mein Hörnchen ist, und dass die Entscheidung richtig war. Die Antwort erwarte ich In etwa 25 Jahren. 

Bis dahin werden Spenden unter dem Stichwort „Scheiß-Schule“ gern entgegen genommen. 

Aufräumen 

Es gibt Stellen in unserem Haus, die räume ich jeden Tag auf. Immer und immer wieder sortiere ich das blöde Regalfach und misste den Schrank aus. Und sobald dort wieder ein wenig Platz ist passier das einzig logische: Jeder legt wieder etwas hin. Ich verzweifle an manchen Tagen, an anderen ignoriere ich das Chaos. An wieder anderen Tagen meckere ich mächtig und suche den oder die Schuldien. Nichts zu machen; wo sechs Leute stapeln entstehen für sechs Leute Stapel. 

Heute kam mir dann doch eine mögliche Lösung in den Kopf. Könnte es die quasi ewige Strafe für die Verfehlungen meiner Kindheit und Jugend sein? Mein Zimmer war immer eine Hölle aus allem, nie habe ic aufgeräumt. Ich war stets Herrscherin über das vollendete Chaos – und ich war es gern. Heute bin ich einen Platz aufgerutscht. Ich bin jetzt die Mama. Das Chaos nervt mich, stört beim Putzen und ist mir peinlich wenn Besuch kommt. Und plötzlich wird es mir klar: Die anderen stört es gar nicht! Scheiss drauf Mama! Hier ist es auch mit Chaos im Ragal schön.  Gut irgendwie. Aber eben auch nur irgendwie. 

VPN

Im Oktober 2010 erklärte mir ein Professor an der Uni ausführlich, wozu ich ein VPN brauchte und wie ich es mir einrichten könnte. VPN, das seht für ??? und bewirkt, dass man wegen irgendwas ganz einfach auf Daten von der Unibibliothek zugreifen kann, oder so. All die Jahre fand ich immer wieder Wege mit Mittel dieses Dings zu umgehen. Meistens fanden sich Kommilitonen die das Benötigte schon auf dem Rechner hatten und alles war gut. 

Nun steht meine aller aller letzte Uni-Klausur an. Um mich auf diese vorzubereiten brauche ich viel Literatur. Ganz viel! Wieder fehlte das der dieses VPN, wieder sprangen Kommilitonen ein. Am Ende fehlte ein einzelner Artikel von vier Seiten Länge. In der Bibliothek verwies man mich an VPN, der Verlag verwies mich auf die Möglichkeit 58€ zu zahlen. Verdammt! 

Ich versuchte es ernsthaft. Vom Mac, vom Handy, vom IPad. Nichts zu machen, ich weiß nicht was klemmte, aber es klemmte enorm. Kein VPN, kein Artikel. Kann denn das sein? Am Abend setzte sich der Menne an seinen Rechner. Binnen 15 Minuten hatte ich meinen Artikel. Klasse! Und dafur habe ich jetzt 6,5 Jahre studiert. Damit mein Mann nun endlich kapiert, dass ER das machen muss. 

Gemeinsamkeiten

Gemeinsamkeiten verbinden. Im Falle meiner Hörnchen ist es heute Fieber, das sie verbindet. Ausgesprochen cool finden sie sich alle zusammen. Ich hingegen finde das alles eher so mittel. Fing doch der Morgen so harmlos an. Wie immer standen A- und B- Hörnchen mittels eines Weckers auf während ich oben die zwei Kleinen weckte. Mein erster Gang führte mich (wie immer) zum C-Hörnchen. Ein kurzer Blick ins Bett reichte aus um dem verschlafenen Kind zu sagen: „Schlaf einfach weiter, du bist krank.“ C-Hörnchen hatte mächtig Fieber und drehte sich dankbar wieder um. Im Zimmer des D-Hörnchens sah es zunächst besser aus. Der kleine Kerl schickte mich runter, er wolle ganz allein runter kommen. So schnappte ich mir seine Klamotten uns ging runter.

In der Küche sass das angezogene A-Hörnchen. Eigentlich saß er nicht, er hing. Weiß wie Schnee, und heiß! Ich schickte auch ihn wieder ins Bett. Nur eine Minute später folgte das B-Hörnchen. Bauchweh, Halsweh und.. Fieber! Ab ins Bett hieß es abermals. Nun kam das D-Hörnchen die Treppe runter. Er rieb sich ein Ohr und schaute verwirrt umher. „Wo sind alle denn?“ fragte das kleine Männlein, und ich erklärte: „Alle sind krank.“ D-Hörnchen gab an auch krank zu sein und so miss ich auch bei ihm Fieber – mehr höflich als notwenig wie ich dachte. 38,0. Fieber!

Und so fiebern sie nun, zwischen Bett, Sofa und Küchentisch. Mal mehr mal weniger und zum Glück mit weitestgehend guter Laune. Denn irgendwie ist es ja auch cool, wenn alle das gleiche haben; wenigstens für die Hörnchen.

Mutterdasein

Manchmal ist es nicht leicht eine Mama zu sein. Nachdem das inzwischen fast zehnjährige A-Hörnchen von 9-15.00 Uhr in der Küche war und mich besprach, sagte ich ihm einmal er solle bitte etwas rauf gehen und was ohne mich machen. Er blieb. Ich ermahnte ihn erneut, er blieb. Ich teilte ihm mit etwas Ruhe zu wollen (die anderen Hörnchen spielten und spielten), A-Hörnchen blieb. Ich motzte, er blieb. Irgendwann ging er,dämlich  lachend. Ich kochte innerlich. 10 Minuten später kam er zurück. Ob er jetzt bleiben könne. 

„Will der mich verarschen..?“ schoss es mir durch den Kopf. „Was soll das???“ Ich teilte ihm zum gefühlt 100. Mal mit, dass er ein eigenes Zimmer (Müllhalde) hätte, in dem er sich jetzt langweilen könnte und ich nun etwas Ruhe wolle. Er blieb. Ich wurde laut. Er blieb. Ich würde sehr laut. Er blieb. Fast verzweifelt versuchte ich den Koloss von gut 35 Kg die Treppe hinauf zu bekommen. Er lachte doof, ließ mich … toben. 

Ja, ich schrie und zeterte. Ich war außer mir und kochte, innerlich wie äußerlich. Ich tobte in sein Zimmer, riss die Höhle ab und warf die Legokiste um. Unmöglich, ich weiß. Ich blökte ihn an:“So fühlt es sich an, wenn der eigene Raum nicht respektiert wird! Ist das etwa schön für dich???“ Nun schreit auch das A-Hörnchen, vor Wut und Entsetzen über mein dummes Verhalten. 

Anstatt Abendessen zu kochen gab es ein klärendes Gespräch. Entschuldigungen und liebe Worte, zusammen mit dem Apell doch bitte auch meine Grenzen auch zu wahren. Ich bin gespannt, wenn auch wenig hoffnungsvoll. Manchmal ist es nicht leicht ein Kind zu sein. 

Trump

Selbst meinem A-Hörnchen ist die Analogie aufgefallen; Trupm – dump; Sticht irgendwie ins Auge. Leider wird heute worüber man nun eine Weile entsetzt sprach zur traurigen Gewissheit. Donald Trump wird Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. In echt, mit allem was dazu gehört. Gestern las ich: „Wenn das Leben ein Computerspiel wäre, würde ich jetzt zwischenspeichern.“

Irgendwie hält man plötzlich alles für möglich. Meine favorisierte Lösung wäre ein Putsch in letzter Sekunde. Alles andere macht mir einfach große Angst, und das obwohl ich die entgültige Tragweite noch lange nicht abschätzen kann. Oder gerade deswegen, und kann es überhaupt wer? Denn das was Trump bisher so getan hat, wirkte dann doch wieder wie ein Computerspiel. Handeln frei nach dem Motto: Mal gucken was passiert, vielleicht ist es ja lustig. 

Früher habe ich mit einer Freundin gern „Die Sims“ gespielt. Einmal haben wir eine Frau in einen Raum ohne Tür gemauert. Die ist, zur großen Überraschung aller, gestorben. Das Spiel hatte keinen „Not-aus“ programmiert. Das was die Welt ab nachher erwartet erscheint mir so ähnlich. Ohne Sinn, Verstand und Menschenwürde, einfach drauf los. Schlimm und brandgefährlich!