Nicht mehr übers essen streiten

Die Essgewohnheiten des C-Hörnchens sind von jeher kompliziert. Zwar isst das Kind prinzipiell alles was der Markt hergibt, jedoch in einem erbärmlichen Tempo. Mal mangelt es an Konzentration und das Essen wird vergessen, mal hat sie zu viel zu erzählen und hat schlicht keine Zeit zum Essen. Bei fast jeder Mahlzeit kommt es zu Streit. Wir Eltern drängen zum schnelleren essen und zum Aufessen und das Hörnchen versucht irgendwie ihre eigenen Vorstellungen zu verdeutlichen. Das Ergebnis: Streit ums essen. In den letzten Monaten haben sich zu dem sehr hässlichen Muster in das beidseitige Verhalen eingebaut. Wir versuchen durch immer mehr Sanktion und Kontrolle das Kind in die bin uns gesetzte Norm zu bringen und C-Hörnchen rebelliert. Es war madig und sinnlos. 

Gestern fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Wir basteln ein echtes Problem. Kontrollverlust, Zwang und Identifikationsprobleme; das sind die klassischen Vorläufer der bekannten Essstörungen. Übermächtige Eltern, die alles kontrollieren und den Kindern keinen Raum lassen sich selbst zu verwirklichen. Als letztes Mittal dann der Schritt in die Krankheit. Die Betroffenen wollen Kontrolle Erlangen; über sich und ihren Körper. Schrecklich! 

Bei uns bestimmt jetzt wieder jeder selbst. Gestern habe ich mir mein kleines Mädchen zur Seite genommen und ihr erklärt, dass ich ihr in Zukunft glauben werde wenn sie satt ist. Ich vertraue ihr und den Bedürfnissen ihres Körpers. Die beiden, Körper und Kopf des Hörnchens, machen das schon. Und ganz bestimmt schmeckt es doppelt und dreifach so gut, wenn man einfach nur so, mit Lust und Appetit essen kann bis man satt ist. 

Guten Appetit! 

9 Gedanken zu “Nicht mehr übers essen streiten

  1. Das Thema haben wir auch mit unserer Großen. Leider ist sie eine schlechte Esserin und will nur das essen, was sie mag. Bevorzugt Pommes, Salatgurken, Toast mit Butter oder Cornflakes. Bananen und Äpfel sowie trockene Nudeln (hier nur Spaghetti) oder gekochte Kartoffeln gehen auch noch. Das war es. Streit am Tisch war vorprogrammiert. Ich hatte ein langes Gespräch mit dem Kinderarzt wegen diesem Thema bei der vergangenen U. Er beruhigte mich dahingehend, dass das Kind sich nimmt, was es braucht und sie auf ihrer Wachstumskurve liegt. Außerdem sei sie gesund. Immer wieder Essen anbieten und ich solle es etwas entspannter sehen. Seitdem geht es mir besser. Machmal dränge ich noch beim Essen, aber dann stellt sie auf stur und probiert gar nix mehr. Da muss ich noch etwas an mir arbeiten.
    Drücke euch die Daumen, dass ihr euer Vorhaben gut umsetzen könnt!

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    1. Hallo, ich bin durch Zufall über deinen Kommentar gestolpert. Hast du schon mal was vom selektiven oder wählerischen Essverhalten gehört? Das auffälligste Merkmal ist hierbei die extrem begrenzte Auswahl an Lebensmitteln. Die betroffenen Kinder sträuben sich regelrecht neue Lebensmittel auszuprobieren. Sie gedeihen trotzdem ohne Entwicklungsverzögerungen und verlieren auch nicht zwingend an Gewicht. Selbst Nähstoff-/Mineralstoffmangel sind bei diesem Essverhalten eher selten. Außenstehende, darunter auch Ärzte, erkennen diese Problematik nicht sofort und schieben die vom Kind gewählte Einseitigkeit auf die Kindesentwicklung.
      Nur ein Gedanke, der mir soeben kam.
      Viele Grüße und alles Gute
      Michaela

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      1. Danke für die Info. Tatsächlich isst das Hörnchen fast alles, selbst ungewöhnliche und eigentlich komplizierte Dinge. Sie isst nur unfassbar langsam und vergisst es leicht.

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      2. Langsames Essen ist unbedenklich, solange es keine Beeinträchtigungen nach sich zieht. . 😉 Unser Großer braucht fast immer eine Stunde für eine übliche Mahlzeit, die in 10 Minuten verdrückt ist. Jedes Kind hat wohl auch beim Essen sein eigenes Tempo. 😉

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      3. Essen soll auch schmecken und mit Genuss am Tisch zu sitzen, ist deutlich angenehmer als eine Aversion zu entwickeln. Schließlich muss jeder ein Leben lang essen. 😉 Alles Gute für euch. 🍀

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      4. Hallo! Das ist ja ein interessanter Hinweis. Habe in der Suchmaschine mal danach gesucht und tatsächlich könnte das Verhalten der Großen beim selektiven Essverhalten eigeordnet werden. Wahrscheinlich unter sensorischer Aversion. Hast du da noch mehr Infos zu? Vor allem zu dem Thema „richtiges Verhalten der Eltern“?
        Liebe Grüße und danke für den Hinweis!
        der Koffer

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      5. Hallo Koffer, freut mich, dass ich dir einen richtungsweisenden Tipp geben konnte. Als Eltern ist das sehr schwierig, denn es kann zu explosiven Situationen beiderseits kommen. Eure Große lässt keine weiteren Lebensmittel zu und ihr als Eltern möchtet ihr Nahrungsmittelspektrum erweitern, denn ihre geringe Lebensmitteltoleranz birgt spätere Probleme und Einschränkungen in sich. Das Wichtigste für euch Eltern ist, beide an einem Strang zu ziehen. Nicht dass du als Mutter eine andere Sprache sprichst als der Papa. Versucht systematisch abweichende Alternativen zu finden – in Absprache mit eurer Großen. Nicht zu viel auf einmal. Versucht sie lieber zu überzeugen, außer der Reihe mal einen halben Apfel zu probieren. Wenn das funktioniert, lasst es erstmal so. Druck ist kontraproduktiv. Hilfreich wäre für euch zu wissen, warum sie nur diese Lebensmittel zulässt. Was geht in ihr vor? Wie kam es dazu? Gern kann ich dir noch mehrere Informationen zumailen. 😉

        Viele Grüße
        Michaela
        info@happy-kalorie.de

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