Wie ein Korsett 

Ich habe meinen Blog nicht etwa vergessen, nein. Ich habe leider scheinbar verlernt, wie man ihn führt. Genau genommen fehlt mit a) der Inhalt und b) die Zeit. Beides ist bekloppt und doch nicht besser zu beschreiben. Seit Anfang Februar arbeite ich jetzt reguläre 20 Stunden. Die Jahre zuvor habe ich in einer Tretmühle aus Uni, Job und Kindern gelebt. Ich kannte keinen Lehrlauf und war chronisch überlastet. Nun, da ich mein Leben endlich genießen sollte, und jede Menge Zeit habe, steht es still. Objektiv habe ich viel mehr Zeit, sollte ausgeglichener sein, glücklich und zufrieden. Subjektiv bin ich im Stress. Aber wovon denn bitte? 

Ich glaube ein Unterschied ist der, dass ich nicht mehr nur noch mich selber zufrieden stellen muss. Ich bin jetzt angestellt, ich mache das was ein anderer will, dann wann er es will zu festen Konditionen. Natürlich bringen mich 20 Stunden Wochenarbeitszeit nicht um, jedoch fesseln sie mich ungemein. Im Studium hatte ich mitunter 50 Stunden die Woche zu arbeiten; aber ich war (bis auch Prüfungstermine) frei. Jetzt ist es ein wenig wie ein Korstett. Ich kann mit ihm umher lauen, ich kann mir auch die Farbe und all sowas aussuchen. Ich glaube es steht mir auch durchaus, aber irgendwie beklemmt es mich ungemein. 

Meine Freiheit, die ist eben mein höchstes Gut und es erstaunt mich, dass in so vielen Jahren Menschheitsgeschichte noch kein sinnigerer Weg gefunden wurde mit diesem Laster „Arbeit“ umzugehen. 

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