Mangroven 

Das gruseligste Buch, das ich mal gelesen habe, war „Der Ruf der Trommel“ von Diana Gabaldon. Und ich warne euch vor, das was jetzt folgt ist nichts für schwache Nerven. Die Heldin kommt an einer Stelle am Ufer irgendeines eher tropischen Gewässers an. Ich kann mich an die genauen Umstände nicht mehr erinnern, jedoch weiß ich noch sehr lebhaft, wie sie barfuß durch oder über einen endlosen Mangrovenwald musste. Heftig, wirklich heftig. Ich konnte diese Passage nur zusammengekauert und unter Auferbringung aller Selbstbeherrschung lesen, denn bei Mangroven hört der Spaß auf! 

Es ist schon eigenartig. Ansich bin ich hart im nehmen. Ich kann schlimme Schicksale ertragen, Wunden, Fäkalien und auch sonst so einiges. Aber bei Mangroven, da hört es auf! Ich ekel mich nämlich sehr vor allem Wurzelgeflecht. Bei umzutopfenden Geranien gelingt es mir, den Kindern zur liebe, mich zusammenzureißen und die Wurzel Wurzel sein zu lassen. Aber Mangroven..! No thx. 

Wie ich da heute drauf komme? Die Zeitung! Sie schreibt, dass Mangroven wichtig und lebensspendend wären, und das viel zu viele von ihnen zugunsten von Aquakulturen abgeholzt würden. Und während jede Faser meines Körpers vom Hals abwärts die Machete schwingt, siegessichere Kampflaute ausstößt  und mit dem Fuß stampft, schaltet sich das Hirn hinzu und gibt zu bedenken, dass Gewalt doch nie eine Lösung ist. Warscheinlich sollten meine Wurzeln und ich mal einen kompetenten Psychologen aufsuchen. Aber ob das zumutbar ist? Womöglich weint der am Ende, oder hat auch Angst vor Wurzeln.  

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