Slim fast

Seit ein paar Wochen lerne ich Niederländisch und bin ganz verliebt in diese niedliche Sprache. Heute bin ich über einen lustigen Fakt gestolpert. 

Mitte der 90er hat Harry Wijnvoord im deutschen Fernsehen Werbung für „Slim fast“ gemacht, einem Abnehmmittel das schnelle Erfolge versprach, nach Meinung der meisten mir bekannten Probanden jedoch allenfalls geschmacklos und teuer war. Nun stellte ich jedenfalls fest, dass das Wort „Slim“ im Niederländischen aber nicht etwa dünn, schlank oder schmal bedeutet sondern nichts anderes als „klug“. 

Führt man sich jetzt den Harry Wijnvoord der 90er Jahre in der Werbung vor Augen, ist es irgendwie absurd, dass er da für ein Produkt geworben hat, dass in seiner Sprache besonders schnell schlau macht. 

Möhrenkuchen

Vor Jahren habe ich zu Ostern einmal Möhrenkuchen gebacken. Ich hatte damals den Eindruck es wäre den Kindern recht einerlei gewesen. Dieses Jahr baten sie aber tatsächlich in aller Form darum, wieder einen Möhrenkuchen zu bekommen; und den bekamen sie. Und da der Menne dieses Jahr an Ostern arbeiten musste, haben wir einen Österlichen Ausflug zu Papas Arbeit gemacht – mit Möhrenkuchen. 


Hier das Rezept für Interessierte:

Der Teig

375 g geriebene Möhren

250 g Mehl

2 TL Backpulver

250 g Zucker

1 TL Zimtpulver

250 ml Öl

6 Eier ( am besten vom Eierauspusten am Tag zuvor)

200 g gemahlene Mandeln

Gefüllt ist der Kuchen mit:

200g Frischkäse

200g Puderzucker

Zitronensaft nach Bedarf 

Und überzogen mit lecker Marzipan. 

Was ich ganz doll lieb habe

Eben spricht das D-Hörnchen mit noch recht viel Müsli im Mund: „Mama, weißt du wen ich ganz doll lieb habe? Oma! Und Opa!“ Ich bestätige und füge hinzu, dass Oma und Opa wirklich ganz doll lieb seien. Da blickt mich das Hörnchen an und sagt mit verträumtem Blick: 

„Und Ostereier!!!“ 

Ich finde auch man muss Prioritäten setzten im Leben. Manchmal sind es definitiv die Ostereier, die einem den Tag retten. Ostereier sind schon toll. Sie sind treu und zuverlässig, machen glücklich und kommen einem nie blöd. Ostereier machen das was man von Ihnen erwartet und sehen in aller Regel ansprechend aus. Ostereier sind klasse! 

In diesem Sinne, frohe Ostern und dicke Eier!!!

Quartett mal anders

Ich hatte ja schon öfters meine ausgesprochene Leidenschaft für alles Medizinische erwähnt. Ich mag menschliche Körper und deren Funktionen. Ich mag alle Ausnahmen, die die Natur sich einfallen lässt und zudem mag ich es die Lateinischen Begriffe für alles mögliche zu kennen und wenn es sich anbietet auch die jeweiligen Arzneien. Ach! Was wäre ich ein guter Arzt geworden! 

Gestern ergatterte ich eine Rote Liste 2017. Für die Leihen unter uns, die Rote Liste ist das jährlich erscheinende Nachschlagwerk für Arzneimittel. Es ist ein dickes Buch, mit dünnen Seiten und kleiner Schrift, und sie ist eben rot. Ich hatte schon ein Exemplar von 2012. Dieses gehört seit etwa zwei Wochen zum Portfolio des A-Hörnchens und so war die Freude über das Buch bei uns beiden riesig! Eben spielten wir dann Quartett. 

58 023, sagt dann der eine und der andere sucht. Sincronium 100mg, sagt dann der eine und der andere Pravastatin AL 10 mg. Gewonnen hat der, der die höhere mg Zahl hat, oder denen Buchstabe später im Alphabet kommt. Sonderregel: Zäpfchen loosen immer! 

Das ging eine ganze Weile so, Auge um Auge; Zahn um Zahn.  Es ist so schön wenn man jemanden hat, der einen versteht!! Und so leben wir jetzt in einer eigenen Welt, in der Advantan echt übel ist, 


dies hier hingegen richtig gut. 


Und das mieseste was einem so passiere kann ist definitiv das hier:

Die Wurst und das Schwein

Unser Fleischkonsum ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Das, was wir an Wurstwaren oder Fleisch essen, stammt von Bio-Höfen in der Region. Verarbeitete Wurstwaren sind bis auf wenig Salami, Schinken und gelegentlich eine Leberwurst aus dem Kühlschrank verbannt und genau genommen vermisst sie keiner. Dachte ich. 

Vorgestern tobte das B-Hörnchen zum Süßigkeiten einkaufen. Da wir recht (um nicht zu sagen total) abgebrannt waren was Auflage fürs Brot angeht, bat ich sie etwas Wurst und Käse mitzubringen. Alles kein Problem, das Hörnchen fuhr los. Ich war mir sicher, dass sie ihre Sache gut machen würde, hatte doch das A-Hörnchen einmal eine geschlagene Stunde im Aldi nach fair Trade Schokolade gesucht – weil er es undenkbar fand etwas anderes zu kaufen. B-Hörnchen kehrte schnell und zufrieden zurück; mit zwei Paketen Jagdwurst. Diese weiche, runde zu 69 Cent. Diese, wo man nicht sieht was es ist, die so komisch schmeckt. Diese traurige und … na ja. 

Am Abend saßen wir am Tisch und aßen. Alle Kinder.. äh Verräter (außer dem Vegetarier, A-Hörnchen) liebten die Jagdwurst! C-Hörnchen musterte die Verpackung und entdeckte ein Schwein darauf. Sie kombinierte: „Das ist aus Schwein!“ Dann grübelte sie weiter und ergänzte: „Das Schwein, ganz platt gemacht, ausgetochen, rund, fertig!“ Mir lief es kalt den Rücken herunter. Irgendwie hatte sie ja  recht! C-Hörnchen führte fort: „Zum Glück ham’se die Knochen raus genommen!“ A-Hörnchen mischte sich schnell mit angewidertem Gesichtsausdruck ein und sagte: „Jap! Die brauchen sie ja für die Gummiebärchen!“ 

Stille. Nie wieder Jagdwurst. 

Kurze Zündschnur 

Wer Ostereier anmalt, der muss auch Ostereier aufhängen. Das ist vollkommen logisch und zu keinem Zeitpunkt zu bezweifeln. Großspurig hatte ich meinen Kindern angepriesen, ich wäre die größte, die beste und überhaupt die hervorragendste Person für solche Aufgaben. Alle waren glücklich zufrieden und ungemein beruhigt. Heute Nachmittag war es dann soweit: die Eier sollten ins Fenster! Kein Problem, das war allen klar. Und so machte ich mich ans Werk…
Zahnstocher in viele Teile zerbrochen, Faden dazu und der Auftrag war klar. Fusseligen Faden mit spitzen Fingern an winzige Stückchen Zahnstocher binden und diese dann in die ausgefransten Löcher der Eier verschwinden lassen. Das ganze zu Ketten von etwa 3-4 Eiern verbinden und dabei immer freundlich lächeln. Soweit die Theorie. 
Die Realität sagt etwas anderes, etwas vollkommen anderes! Bei all den tollen Dingen, die ich kann, eins habe ich überhaupt nicht: Geduld! Ich habe überhaupt gar keine Geduld, nicht ein einziges bisschen. Wenn mir etwas nicht sofort gelingt, dann werde ich zur rasenden Wildsau, zum Derwisch. Ich werde dann ungehalten, gemein und vor allem meistens auch sehr laut. Ich neige dazu die Dinge, die mir eben nicht gelingen, kaputt zu machen, zu entsorgen oder einfach an die Wand zu werfen. Eins war völlig klar, all das sollte ich mit den Eiern meiner Kinder besser nicht machen. Und so versuchte ich tatsächlich zwei Eier lang die Geduld zu behalten, und den Schein aufrecht zu erhalten, ich wäre die Geduld in Person. Dann gelang es mir nicht mehr. Die Blockflöte des C-Hörnchens in Verbindung mit der Trommel des D-Hörnchens und den lauten Stimmen von A- und B- Hörnchen brachten mich fast um den Verstand. Dazu diese Eier! Diese widerlichen, brüchigen, anspruchsvollen, nervtötenden, dämlichen Eier! Vorlaut und herausfordernd glotzten Sie mich aus ihren Eier Augen an und sprachen aus jeder Pore:“Du schaffst es ja eh nicht!“ 

Ich habe es geschafft! Es hat lange gedauert, es hat mich alle Nerven gekostet, und ich habe ein bisschen geschrien. Ich habe nicht viel geschrien, wirklich nur ein bisschen. Und ich habe nichts, überhaupt gar nichts kaputt gemacht! Ich bin ein Genie. Ich bin die Geduld in Person und habe kein bisschen übertrieben als ich gesagt habe, dass ich solche Sachen wirklich richtig gut kann.

Eggy day 

Es Ostert und was liegt da näher als Eier auszublasen? Und bevor es hier an meine grüne Seele geht, die Eier wurden und werden natürlich alle weiterverarbeitet. Rührei, Kuchen,… Hier verkommt kein unbefruchtetes Baby-Huhn. Die ganze Aktion jedenfalls ein voller Erfolg und in diesem Jahr mit erstaunlich wenig Verlusten. 19 von 20 konnten bemalt und konsumiert werden. Nur ein einziges fiel den kleinen Patschen des D-Hörnchens zum Opfer. 

Ich mag es inzwischen sehr meinem kleinen Trupp bei diesen Aktionen einfach nur zuzusehen. Die Großen assistieren den Kleinen. Keine Rangkämpfe, kein Geschrei. Es ist wirklich toll zu beobachten, wie die Bande einfach so gut miteinander läuft und sich lieb hat. Und so bohrte B-Hörnchen Löcher in D-Hörnchens Eier, A-Hörnchen in die des C-Hörnchens am Ende, nach 19,67 Eiern, waren alle zufrieden. Ich saß am Tisch, gab den Einweiser und trank Kaffee. Noch vor wenigen Monaten wäre das so undenkbar gewesen. Zu klein die Kleinen, zu ungestüm die Großen. 

Immer drauf da

Heute morgen nur kurz was am Rande. Was kleines, Unscheinbares, das keinem so recht auffällt und das doch da ist und ständig seine Aufmerksamkeit fordert. Es ist fies, hinterfurzig ubd stellt sich ständig in den Vordergrund. Es macht mich zu einem hilflosen Sklaven meiner selbst und beeinflusst mich dauernd. Es fragte nicht ob es kommen dürfte und geht nun nicht mehr weg. 

Kennt ihr das, wenn man sich beim Essen innen auf die Lippe beißt, die Stelle dann dick wird und man immer wieder drauf beißt. Es ist so fies! Zu jeder Mahlzeit vergessse ich es, futtere freudig drauf los und dann… Zack! Beiße ich mich wieder. Langsam essen, denke ich dann. Besinnlich und ganz vorsichtig. Baaaahhhh! Es ist schlimm!! Und seien wir mal ehrlich, blicken wir dem Feind mal ins Gesicht: Ich werde mich wahrscheinlich nach und nach einfach selbst verspeisen. Scheisse. 

Ein mal Panik und zurück 

Im Mai seht der 10. Geburtstag des A-Hörnchens an. Geplant ist eine Party, abends in Partykeller von Oma und Opa. Am vergangenen Freitag hat A-Hörnchen die Einladungen verteilt, auf die ich zugegebenermaßen nur einen flüchtigen Blick geworfen habe. Voll gut, dachte ich. Und so selbstständig!

Eben kam ein Kumpel von Hörnchen an und lachte über so eine Einladung ohne Namen in seinem Briefkasten. „Man weiß ja gar nicht von wem die ist!!“ lachte er. Und fügte dann hinzu:“Aber am 8. kann ich eh nicht.“ Ich sah den Kumpel fragen an und erkundigte mich, ob auf der Einladung zufällig irgendwas von „Partykeller“ stünde; stand es! Oh neee! Ich schlug mir an die Stirn. Hatte mein Söhnchen etwa Einladungen zum falschen Tag ohne Absender in der Welt herumgeschickt? Na klasse. Zunächst suche ich auf dem Computer nach der Einladung; vergeblich, nicht gespeichert. Dann schrieb ich den betroffenen Eltern und setzte sie über die echten Daten (13 statt 8) in Kenntnis. Eine Mutter hatte keine E-Mail und so tief ich sie an. 

Die Mutti war sehr verdutzt von mir zu hören und konnte nach einem kurzen Blick auf die Einladung mitteilen, dass das Datum sehrwohl der von mir beschlossene 13. war. Auch Abesender und Uhrzeit stehen akkurat drauf; alles bestens. Als ich Hörnchen und Kumpel darüber in Kenntnis setzte, dass alles ok ist, stellte er trocken fest, dass er sich dann wohl verguckt hat. Never trust a 10 years old.