Wangleilig

Einige Wochen lang haben wir abends „Shameless “ geguckt. Jeden Abend zwei Folgen, am Wochenende drei. Und es kam wie es kommen musste, schneller als etwartet ist alles durch, jede Folge gesehen, analysiert und verschlungen. Was danach kommt ist die große Leere, die Rückkehr zum TV-Programm und die Verzweiflung über selbiges. Nach nur einem Abend bin ich am Boden zerstört und halb tot vor Langeweile, oder um es in C-Hörnchen’s Worten zu sagen:“Mir ist so waaangleilig!!“ 

Und so bin ich ganz paralysiert von lauter Wangeleile. Zu gewangleilt um das Licht anzumachen, zu gewangleilt um mir Kekse zu holen und sogar zu gewangleilt um die Katze zu ärgern. Es ist ganz klar! Eine neue Serie muss her. Also bitte, was soll ich gucken? Ich fordere maximalen Anspruch, mindestens fünf Staffeln kostenlos bei Amazon Prime und das war’s. Also bitte, lasst mich nicht verwangleilen. Helft mir!! 

Advertisements

Himmelblau 

Da das D-Hörnchen aktuell im „Zustan nach Krankheit “ ist und sich zu Hause mächtig langweilt war es für heute geplant einen kurzen Ausflug in die Bücherei zu machen. Von diesem Plan bekam auch das B-Hörnchen Wind, für die die Bücherei der wunderbarste Ort auf Muttererde ist. Heute morgen ereignete sich dann folgendes Szeneario:

Das B-Hörnchen sitzt am Esstisch, das Gesicht fad. Sie litt und konnte nicht essen. Ihr Kopf täte weh und der Bauch sei komisch. Tränen rannen ihr über das Gesicht. Kurzerhand schickte ich sie wieder ins Bett. Dankbar sah sie mich an und kroch zurück in das Loch aus dem sie gekommen war. 

Eine Stunde später, die Schule hatte gerade begonnen, kam sie fröhlich runter; sie habe Hunger! Ich starrte das zufrieden dreinschauende Kind an. „Hast du mich verarscht?“ Schweigen im Walde, gefolgt von stille und ein paar beschämten Tränen. Natürlich bekam sie zu essen, und danach durfte sie in ihr Zimmer. Denn wer krank ist, der braucht Ruhe. Und wer so krank ist, dass er nicht in die Schule kann, der kann definitiv nicht in die Bücherei. Später wurde man wohl sagen: „Wer nicht arbeiten kann, der kann auch nicht feiern.“ 

Irgendwie eine traurige Lektion die ich ihr da erteilen musste. Mein Herz hätte sie viel lieber in die Bücherei gelassen, es sogar für gut gehalten. Traurig nur, dass sie dafür lügen muss. Schule ist scheisse, all diese Dogmen auch. Wie schön konnte das Leben sein wenn man das machen könnte was man mag, wenn man es mag und nicht wenn es endlich an der Reihe wäre. Ich spiele jetzt mit dem Hörnchen im Garten, bestaune Blätter und Augen und beobachte den Morgentau in der Sonne. Das ist eh viel sinniger als diese olle Schule. 

Gestatten: Arschloch!!

Irgendwie wusste ich schon dass der Tag ein Arschloch werden würde, als ich heute morgen um 6.30 Uhr einen Korb Wäsche zusammenlegte – getrieben von einer unsichtbaren Macht, in großer Eile. Dabei war doch alles wie immer. Aufstehen, Bad, Brote, Tisch, Wecken. Ich konnte es nicht greifen, aber ich war in großer Eile! 

Das D-Hörnchen war mürrisch und selbst zum debattieren zu quakig. Seltsam. Das Waschen und Anziehen der kleinen gestaltete sich madig, ständig unterlegt vom  leisen Gejammer des D-Hörnchens. Viel zu spät kam ich nach unten zu den nicht wesentlich besser gestimmten Großen. Schnell kippte ich, vielleicht eine Spur zu lieblos, den Joghurt in die Schüsseln und gab knapp zu verstehen:“In 15 Minuten müsst ihr los!“ Drei Flechtzöpfe später kam dann auch endlich das, nach wie vor jammernde, D-Hörnchen runter und setzte sich missmutig an den Tisch. Er wolle nicht essen ..

… und da flog es auch schon. Das Zwerglein kotze quer über den Esstisch und da wurde es mir klar: Der Tag ist ein Arschloch!! Diesen Ruf wurde er auch, zumindest bis jetzt, nicht los. Alles was ich seit dem tat,  wurde a) von latentem jammern begleitet und war b) ein Kompromiss mit irgendetwas anderen, was ich eigentlich auch machen müsste, wozu aber keine Zeit blieb. Einzig das Aufwischen der Kotzflecken erfolgte immer zügig und konsequent, der Kollateralschaden wäre zu groß gewesen. 

Die Mutprobe 

Heute habe ich eine Mutprobe gemacht. Denn am Himmelfahrtswochenende, das weiß hier jedes Kind, ist in Rastede Mittelalermarkt. Für die vier Hörnchen war vollkommen klar, da fahren wir hin! A-Hörnchen hatte ein kleines Vermögen gespart und war bereit es unter die Leute zu bringen. Der Feheler im System: Der Menne musste dieses Jahr an Himmelfahrt arbeiten. Der Gedanke mit den Vieren allein zum Markt zu fahren brachte auch mich erfahrene Mutti ins schwitzen. 

Meine Befürchtungen ließen sich klar zusammenfassen: Zum einen befürchtete ich zu oft zum Dixi-Klo rennen zu müssen, weil ja bekanntlich nie jemand muss, wenn man gerade da ist, zum anderen sind die Interessen der Hörnchen so unterschiedlich, dass ich nicht wusste wie man das alles unter einen Hut bekommen soll. Nachdem ich diverse Freunde gefragt hatte, ob sie ggf. auch da wäre war nun klar: Ich mach es solo; was soll’s?! 

Und wieder einmal hatte ich mir viel zu viele Gedanken gemacht! Wir verlebten acht herrliche Stunden und kamen alle vollkommen verdreckt und glücklich zu Hause an. Ja, es war anstrengend. Sehr. Vor allem aber war es ein sensationeller Tag mit meinen Hörnchen und eine gute Bestätigung für mich selbst. Dadurch, dass alles so easy war, und ein kleines Bisschen durch die anerkennenden Bemerkungen zweier anderer Mütter, die vollkommen erschöpft hinter je einem Kind her rannten – zusammen mit dem jeweiligen Partner. Meine kleine Horde folgte mir auch den Schritt. Keine Meuterei, kein Streit. Absprachen, Rücksicht und ganz viel Zeit, das waren die drei Themen des Tages. Und damit war es gut! 

Udo Lindenberg 

Kennt ihr diese Listen im Kopf, auf denen Dine stehen, die man in seinem Leben gemacht haben will? Ich habe gestern einen Punkt abgearbeitet; ach was. Ich habe ihn genossen! Ich war gestern bei Udo Lindenberg, auf einem fulminanten Konzert. Dass ich ihn nun endlich live gesehen habe, macht mich um so glücklicher, weiß man doch bei Menschen um die 70 nicht so ganz genau, wie oft man die Gelegenheit noch bekommt. 

Dieser Udo ist ein Phänomen! Denn obwohl der mich und mein popeliges, bisher kurzes Leben ja gar nicht kennt, schafft er es in so vielen Liedern mein Innerstes in passende Worte zu packen und nach außen zu kehren.  Obwohl zwischen ihm, dem Schreiber all dieser Wahrheiten, und mir 40 Jahre und viele Welten liegen, erschaffen viel Lieder das dringende Gefühl in mir, genau für mich und einen Moment geschrieben zu sein. Diese Passgenauigkeit erstaunt mich immer wieder. 

Meine Lieder gestern live zu sehen war großartig, herausragend und einfach schön. Und wenn ich es hinbekommen sollte, mit 70 endlich so einen kleinen Hintern zu haben, dann weiß ich, dass ich irgendwie alles richtig gemacht habe. Wenn ich dann noch in der Lage sein sollte, 2,5 Stunden lang SO herunzuhüpfen, dass ziehe ich vor mir selbst den Hut. 

Danke Udo! 

Ernte

Wie in jedem Jahr gebe ich mir alle Mühe unseren kompakten Garten zu beherrschen und mit zunehmendem Alter der Kinder gelingt mir dies auch zunehmend besser. Tatsächlich genieße Ich unseren Garten das erste Mal seit Jahren in vollen Zügen und so erwachte auch ein alter Wunsch. Ein Kleingarten wäre nett. Nicht riesig, in der Nähe und billig. Nicht anspruchsvoll und irgendwie zu bewältigen. Mal sehen was die Zeit bringt. 

Heute haben wir zunächst unsere erste Ernte eingefahren:


Und großzügiger Nachschub ist in Sicht:


Also, ich denke einem autarkem Leben steht nichts mehr im Weg!! 

Einen Tag an der Front

Wie einige von euch wissen, arbeite ich in verschiedenen Horten als Psychologin. Ich bin dort für einzelne Kinder eingesetzt und habe mit den Aufgaben der Erzieherinnen und Erzieher in der Regel nichts zu tun. Gestern kam alles anders. Ich kam in den Hort und musste feststellen, dass die Erzieherinnen beide krank waren. Schneller als ich sehen konnte stand ich einer Meute Kinder und kurz darauf auch diversen Eltern gegenüber. Meine Aufgabe war es nun dem tobenden Mob Mensch für Mensch mitzuteilen, dass es einen Engpass gibt, es nur eine Notbetreuung gäbe und das Problem auch am Folgetag bestünde. Als Mutter war ich selbst schon oft in einer ähnlichen Situation und jedes Mal habe ich verständnisvoll genickt, ggf. gute Besserung gewünscht und meine Kinder wieder mitgenommen. Was soll ich auch sonst tun, die Verursacher des Problems sind krank, die Überbringer der schlechten Nachricht vollkommen unschuldig und eh gestraft. Und mal im Ernst, krank wird jawohl jeder mal.

Nun gut, ich stand nun einmal dort, mit einem Telefon, einer klugen Liste und einem Kuli und debattierte mich durch eine Reihe von 40 Namen. Drei Eltern zeigten sich betroffen und sprachen ihr Mitleid für meine doofe Situation aus. Vier weitere waren freundlich und holten einfach ihre Kinder. Fünf Eltern waren deutlich „not amused“ und gaben mir in noch deutlicherem Tonfall zu verstehen, dass DAS ein Nachspiel haben würde, auch wenn ich ja nichst dafür könnte, und die restlichen 28 Eltern beschlossen, dass es angemessen wäre mich anzumotzen.

„Unverschämt!“, „Unhaltbare Zustände!“, „Das sollte ich mir mal rausnehmen..“, „Wissen Sie, wie oft das ist in letzter Zeit vorkam?“, „Krankfeiern auf unsere Kosten..!“ und noch viel mehr wurde mir da um die Ohren gehauen. Ich solle mal an einen finanziellen Ausgleich denken und überhaupt, wie ich mir das vorstelle! Innerlich schmunzelte, denn keiner der Idioten dachte auch nur eine Sekunde darüber nach, wem er all das erzählte. Letztlich ist es traurig, denn viel zu oft bekommen die falschen Personen Ärger ab, der nicht für sie bestimmt sind. Die hohen Krankenstände in den Kindergärten, die Überlastung und damit Langsamkeit in der Pflege, mangelhaft bestückte Supermarktregale. In all diesen Fällen, und noch vielen mehr, sind es nicht die Menschen an der Front, die den Missstand zu verschulden haben. Vielmehr sind sie es, die eh schon unter den schlechten Bedingungen und dem Druck leiden. Die schuldigen sind die, die die Strippen hinter den Kulissen ziehen. Genau die, die es auch eh nicht interessiert, was da wer wem ins Gesicht schreit. Es wäre doch ein Schritt wenn jeder einmal tief durchatmet bevor er das nächste mal einen Busfahrer anblaffet, der zwar Verspätung hat, da aber rein gar nichts für kann.

Mädchen und Jungs

Mein vier jähriger Neffe hat am vergangenen Wochenende geerbt. Das Erbobjekte war ein Paar Turnschuhe vom seiner großen Cousine, dem C-Hörnchen. Pink, glitzernd und mit Blinkfunktion, schlicht und ergreifend wunderschön und auch vom Hörnchen sehr geliebt. Am Montag trug er die neuen Treter stolz zum Kindergarten und es kam wie es kommen musste. 

„Mädchen!“  hieß es da; einige Kinder hänselten ihn. „Warum ziehst du denn Mädchenschuhe an?“ oder „Weißt du nicht, dass das Mädchenschuhe sind?“ Mein Neffe ließ sich nicht beeindrucken. Alles was er zu sagen hatte waren die Worte:“ Wie sollen das denn Mädchenschuhe sein, wenn ich die anhabe?“ 

Du kluges, gutes Kind, genau so ist es! Gut ist was Spaß macht und zu dir passt am bestes, was du an dir sehen willst. Scheißt doch einfach auf diesen Geschlechterkram, diese Dogmen und diese Debatten. Macht was euch gefällt. 

KleinGroß

„Mein Papa ist so groß, der kann mit den Händen an meinem Flugzeug!“, erzählte dass D-Hörnchen dem Erzieher im Kindergarten. Sein Flugzeug, das ist aus Pappe und hängt im Esszimmer an der Decke. Soooooo groß ist Papa! „Meine Mama“, fürte er fort, „ist nicht so groß“, das kleine Männchen strecke sich gewaltig in die Höhe! „Meine Mama… Die ist eher so, KleinGroß!“
Und genauso ist es. Mit 1,59 cm bin ich nicht groß, nicht mal ein kleines bisschen. Wenn man aber selbst nur 1 m groß ist, dann ist das aber groß. Aber eben nicht so groß, wie so richtig große. Das ist dann eben… KleinGroß!