Partyalarm

Tage, nein wochenlang hatte das A-Hörnchen seinen 10. Geburtstag und die Party mit seinen Freunden geplant. Eine Cocktailparty in Oma und Opas Partykeller, Hamburger vom Grill und freshe Getränke. Sieben Einladungen hat er verteilt und sieben Kinder sind gekommen. Das war aber auch der vorläufig einzige Erfolg in der Geschichte. Zu lauter Musik und grellen Blitzen schlugen sich fünf der drei Jungs immer so lange im Spaß biss einer heulte. Beim Essen nach einer Stunde stritten sie um Käse, Ketchup und Mayo und bei der eigentlichen Party warn sie zum Tanzen und Spaß haben zu jung, für Dosenwerfen und Luftballons jedoch irgendwie zu cool. 

Die Zeit schleppte sich und ich zerfloss vor Mitleid mit dem Hörnchen, dem nicht entgang, dass die Party floppte. Nach 2,5 qualvollen Stunden brachen wir auf zum Spielplatz, der brachte Linderung bis zur ersehnen Fackelwanderung zum Schluss. Diese ersoff in einem Wahnsinns Gewitter und endete nach gut der Hälfte an Weg wieder im Partykeller.  Was bleibt sind coole Geschenke und die beruhigende Tatsache, dass das Hörnchen es wiedererwartend ziemlich gut fand. 

Was machst du da?

Mein Menne steht vor der Tür. Vor ihm: Treppe. In seiner Hand: Besen. Seine Arme machen schwenkende Bewegungen, die Körperhaltung leicht gebeugt. Das D-Hörnchen kommt des Weges und stellt fest: „Oh! Du fegst die Treppe!“ Er geht und der Menne tut was er tat. A- Hörnchen kommt es wegen und spricht: „Was machst du da?“ Der Menne antwortet knapp: „Wonach sieht es denn aus?“ A-Hörnchen kombiniert schlau und antwortet: „Du fegst die Treppe!“ Er geht. Der meine tut was er tat, als Sekunden später das C-Hörnchen hinter ihm steht. „Was machst du da?“. Wieder antwortet der Menne: „Wonach sieht es denn aus?“ und auch C-Hörnchen kombiniert schlau und antwortet: „Du fegst die Treppe!“. Auch sie geht und macht somit Platz für das B- Hörnchen, das sekunden später in der Szenerie auftaucht: „Was machst du da?“ Der Menne antwortet knapp und in deutlich verzweifeltem Unterton: „Wonach sieht es denn aus?“ B-Hörnchen  antwortet: „Du fegst die Treppe!“ und geht ebenfalls. Zurück bleibt ein verwirrter Mann und ein Hauch von Slapstick; oder Loriot.

Und was sagt uns diese kleine Geschichte? Ich habe auch keine Ahnung. Möglicherweise liefert sie den signifikanten Beweis, dass man mit drei Jahren noch gucken kann, mit 5,7 oder 10 Jahren jedoch leider nicht mehr. Vielleicht sagt sie auch etwas über das Denkvermögen von Kindern aus und beweist, dass die beste Zeit Kinder intensiv zu beschulen zwischen 3 und 5 Jahren wäre. Möglicherweise sagt es aber auch nur aus, dass meine ach- so- schlauen Kinder elendig denkfaul sind. Wer weiß das schon…

19.25

Heute hatte ich mir einen Wecker für 19.25 Uhr  gestellt. Als er piepte hatte ich einen Kloß im Hals. Ich ging zu keinem A-Hörnchen und nahm ihn fest in den Arm. Dann sagte ich ihm: Jetzt vor ganz genau 10 Jahren habe ich dich zum ersten Mal in die Arme genommen!“ Wir weinten beide ein paar Tränen und bauten dann weiter Lego. 

Zehn Jahre alt ist er nun. Ich feiere jeden einzelnen, aber den heute ein Bisschen mehr. Wenn ich damals nur geahnt hätte wie großartig es werden würde die Mama dieses Kindes zu sein!

Und einen Großen 

Morgen wird mein A-Hörnchen 10 Jahre alt. Zu diesem Anlass möchte er Muffins mit in die Schuel bringen und die haben wir eben gebacken. Als ich den Teig in die Förmchen füllte, bat er mein einen deutlich größeren Muffin zu machen. Ich tat was er wollte und ging davon aus, dass das Geburtstagskind den größten bekommen würde. 

Um nicht unwissend zu sterben fragte ich dennoch nach:“Ist der Große für dich?“ A-Hörnchen schüttelte den Kopf: „Nee, für Liah! Die mag wohl keiner so richtig und sie bekommt immer den kleinsten.“ Ich guckte erstaunt und fragte weiter, ob er denn Liah mögen würde. Er schüttelte abermal den Kopf und fügte hinzu: „Nicht so richtig, aber ich finde das unfair!“ Wir besprachen den großen Muffin ganz oben in die Dose zu legen, so dass er den Großen wie zufällig an Liah verteilen kann. Ein guter Plan! 

Ich liebe diesen kleinen großen Jungen. Er ist so umsichtig, so fair und so emphatisch. Wenn auch es im Alltag oft schwer ist auf einen Nenner zu kommen, wenn auch er in seinen anfangenden hormonellen Wandlungen manchmal ein ganz schöner Stinkstiefel ist; im Inneren ist mein A-Hörnchen ein Guter, der Beste!! 

Die Glucke

Wieder einmal scheint es die einzig sinnvolle Lösung zu sein, mich zu klonen. Im Ernst, eine ist zu wenig, nicht etwa weil alle mich immer brauchen, sondern viel mehr weil ich dann immer alles selber machen könnte. 

A-Hörnchen spielt heute, wie im letzten Jahr, ein Gitarrenkonzert. Es gibt zwei Jobs:

1. Zwei Stunden vor dem Konzert das nervöse A-Hörnchen zur Halle begleiten, ihn betüddeln, dem Soundcheck beiwohnen usw. 

2. Mit den kleinen Hörnchen später zum Konzert nachkommen. 

Im vergangenen Jahr war ich in Rolle 1. Ich verbrachte eine aufgeregte Zeit mit dem Großen, es war gut. Kurz vor dem Konzert kam der Menne mit den Kleinen an und ich fiel aus allen Wolken. Dreckige Klamotten und ungekämmte Haare, meinem Anspruch nach eine kleine Katastrophe und wie es so in meiner dezenten Natur liegt, tat ich dies auch kund. 

Dieses Jahr spiele ich die andere Rolle. Der Menne ist mit dem A-Hörnchen vorgefahren und ich war bevormundend genug Ihnen die Taschen zu packen und den Dress-code vorzugeben. Ich habe die Busverbindung herausgesucht und genaue Anweisungen hinterlassen, was in den Pausen stattfinden könnte. Und nun sitze ich hier, mit gut angezogenen, sauberen Kindern und sorge mich um das Wohl des A-Hörnchens. Klappt auch alles, wird seine Nervosität gut aufgefangen werden? 

Und bevor es jetzt Vorwürfe hagelt, ich weiß, dass das doof ist. Ich weiß, dass dies alles eine wirklich hässliche Eigenschaft ist und sicherlich meinen schlechtesten Charakterzug  darstellt. Und trotzdem kann ich nicht so recht aus meiner Haut. Ich bin eine elende Glucke und gehe zumindest tief in mir drinnen immer davon aus, dass ich die absolut aller einzige bin, die dieses Hörnchen-Ding gut beherrscht. Ich bin ein Trauerspiel. 

The Weekend 

Inspiriert von einem Artikel aus dem Guardian (Who killed the weekend) möchte ich heute meine Wochenenden beweinen. Lange dachte ich, dass ich es vor allem bedaure am Montag so gerädert zu sein, tatsächlich aber sind Montage eben Montage. Das Problem sind die wenig erholsamen Wochenenden, all die Vorgaben und das Gefühl in diesen zwei Tagen alles nachholen zu müssen, was man in den ersten 5 nicht geschafft hat. Am Wochenende machen die Hörnchen ihren Schwimmkurs, wir kaufen ein und treffen uns mit Freunden, die wir unter der Woche nicht sehen können. Wir hechten von Event zu Event und erledigen das alles am besten noch mit einem selbstgebackenen Kuchen und Bulletten im Gepäck. Wir sind adrett und gut gelaunt, pünktlich und ausdauernd. Nicht zu vergessen die Tatsache, dass es unter der Woche kaum zu schaffen ist zu putzen und die Wäsche zu machen. 

Meine wahren Bedürfnisse am Wochenende? Ganz einfach eigentlich. Kaffe, Schlafanzug bis 16.00 Uhr und Essen. Raus wenn Lust, rein wenn fertig. Liebend gern mal liebe Freunde treffen, definitiv lieber simpel aus feudal. Gern auch Hausen im Dreck und .. Eben der Seele etwas Freitaum lassen. Regenerieren und den ganzen Trott, das durchgetacktete Leben und den Stress abschütteln und glücklich sein. Eigentlich, und das ist sicher, sind diese gammel-Tage die besten! Und das ganz bestimmt nicht nur für mich. Zielvorgabe für die kommenden Wochen: Üben wieder ein Wochenende zu haben. Ein stinkendes, madiges, ödes Wochenende. Herrlich! Ich freue mich jetzt schon!!! 

Induktiv schlecht gestimmt 

Der Trend des Sommers: Wendepailletten! Der des vergangenen Winters übringebs auch, und der des kommenden. C-Hörnchen ist ebenfalls infiziert und trägt ihr Shirt mit Stolz. Und sie erklärt regelmäßig und in wichtigem Tonfall, dass das Shirt ihre Stimmung wiedergegeben kann. So wie diese Ketten, nur anders. 



Silber ist gute Laune, bunt ist schlechte Laune. Halb und halb ist mittelste Laune und all die Abstufungen sind eben andere Laune. Soweit so Logisch! 

Nun stand die Frage im Raum, ob denn das C-Hörnchen das Shirt entsprechest Laune designed, es also deduktiv funktioniert, oder ob das Shirt induktiv die Laune des Hörnchens bestimmt. C-Hörnern war empört und gab knapp zu verstehen, dass natürlich SIE das Shirt bestimmt und war beleidigt. A-Hörnchen könnte das nicht auf sich sitzen lassen und wischte mit einer flinken Bewegung alle Pailletten von Silber (gute Laune) auf bunt (schlechte Laune). Eine Sekunde später weinte das C-Hörnchen wütende Tränen. A-Hörnchen triumphierte: „Siehte‘! Das T-Shirt verändert sich und du bist schlecht gelaunt!!“

Auf nimmer Wiedersehen 

Heute geht eine Ära zu Ende die fast 10 Jahre angedauert hat. Ich habe den Kindersitz von meinem Fahrrad abgebaut und mich damit von etwas befreit was ich allenfalls drei Wochen lang mochte. 

Als das A-Hörnchen neun Monate alt war haben wir voller Stolz und Ungeduld einen Kindersitz für’s Fahrrad angeschafft. Die ersten Touren waren berauschend, endlich wieder Rad fahren, die Ernüchterung folgte schnell. Der Sitz auf meinem kleinen Rad machte wenig Spaß. Ein Rucksack wäre unmöglich gewesen, schnell traten mich die Füße der Kinder beim Treten. Noch mieserabler war das Fahren mit dem später dazu erworbenen Fahrradanhänger für zwei Kinder. Die Sperrige Kiste war schwer zu ziehen. Radwege zu eng, Verkehr zu stark. Hohe Kantsteine und eng geparkte Autos minimierten das Fahren auf’s wesentliche: Ankommen! 

Es war frustrierend. Das Fahrrad war immer mein Fortbewegungsmittel Nr. 1, jedoch ließ sich keine gute Lösung finden. Hundert mal liebäugelte ich mit diesen schicken, praktischen Lastenfahrrädern, ließ mich aber immer vom Preis abschrecken. Tja, und nun ist es geschafft. Das D-Hörnchen kann das Nötigste mit dem Rad erreichen, der Rest ist Training. Seit eben ist der verhasste Sitz ab. Nach 9 Jahren und drei Monaten, nach Hunderten Kilometern und mindestens tausend Nervenzusammenbrüchen meinerseits. Ich werde ihn nicht vermissen; außer vielleicht als Kofferraum. 

Kill ‚em all

Der Titel des ersten Metallica Albums „Kill’em all“ bekam heute eine ganz neue Bedeutung. Wir haben Mais angepflanzt, sorgfältig in kleinen Töpfen. B-Hörnchen wollte ihn heute, da die große Kälte vorbei zu sein scheint, in den Garten pflanzen. Ich erkläre ihr, wie sie den Acker vorbereiten sollte und wo sie die 12 Löcher für die 12 Pflanzen auszuheben hätte . Danach, so bat ich sie, sollte sie mir Bescheid geben. 

Eben kam ich in den Garten. Der Acker war akkurat umgegraben und geebnet. Die Setztöpfe daneben voller Erde, ohne Mais. B-Hörnchen hatte schon mal vorgearbeitet. Alle Maispflanzen waren im Beet. Nur leider ohne Wurzelwerk- das hatte sie in den Setztöpfchen gelassen. Nun haben neue Maiskörner gesteckt. Hoffen, das ist alles was jetzt bleibt.