Helmut Kohl 

Auch ich werde heute nicht an daran vorbei kommen über den Tod von Helmut Kohl zu schreiben. So will ich einmal zusammenfassen, was Helmut Kohl für mich, mit meinem 1982er Geburtsdatum bedeutet und was für mich bleibt. 

Helmut Kohl war der Kanzler meiner Kindheit. Er wurde Kanzler in dem Jahr, in dem ich geboren wurde. Es gab immer nur Kohl, an wenig andere Namen erinnere ich mich aus meiner Kindheit. Mit der Jugend kam ein intensives politisches Engagement. Kohl wurde zum Feindbild. Demonstrationen, Diskussionen und Parolen begleiteten mich in der Zeit zwischen 1995 bis 1998. Die Spendenaffähre, Waffenhändler und der gehasste Kapitalismus; Kohl war, neben den Nazis, sinngeber der Proteste. Noch heute weiß ich genau wo ich von Kohls Abwahl erfahren habe. 

Und was bleibt? Wenig von dem Groll ist übrig geblieben. Gerhard Schröders Amtszeit war nichts besser, vielleicht sogar schlechter. Die Welt hat so viel gesehen seit Kohl, vieles hat sich relativiert. Die Linke in Bremen schrieb jüngst, er habe die „Liste der Spender von einst nun mit ins Grab genommen“. Für mich ein konsequenter Akt, vielleicht allein dadurch gerechtfertigt, dass ein Mensch sich selbst treu geblieben ist. Die Probleme, die ich einst mit Helmut Kohl in Verbindung gebracht habe, sind größtenteils geblieben, haben sich modifiziert oder verschoben. Heute sehe ich die Dinge anders, und so sehe ich auch Helmut Kohl heute anders. Was bleibt ist ein großer, grauer Mann, der viel bewegt, einiges angestoßen und einiges umgestoßen hat. Einiges Gutes, einiges schlechtes und vieles anderes. 

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