Urlaub – allein! 

Meine Freundin war allein im Urlaub! Na ja, sie war mit einer anderen Freundin im Urlaub, aber eben allein, ohne Kinder und Mann. Eine Woche Kaffee saufen am Starnd, klönen, lästern und rauchen ohne heimlich zu sein. Ausschlafen, Bummeln und das alles ohne jaulenden Anhang. Ich war hin und weg! 

Für den Menne war schnell klar: Gibt’s nicht! Die Begründung ist etwas holprig aber dennoch sowas ähnliches wie logisch: Wenn ich eine Woche meine Ruhe habe, muss auch er eine Woche seine Ruhe haben. Da er aber keine Lust hat allein (oder mit einem Kumpel oder sonst wem) in den Urlaub zu fahren, kann er ja keinen Ausgleich schaffen. Die einzige Lösung die er sehe wäre es, wenn ich im eine Woche mit allen Vieren wegführe und er dann seine Ruhe hätte. Da wir uns das aber nicht leisten können, ist Urlaub für Mama gestrichen. 

Danke Schatziiiii. 

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Die Zeit

Regelmäßige Leser kennen den folgenden Post im Grunde; trotzdem! Die Ferien sind zu Ende und es ist mir ein Graus. Wie um alles in der Welt konnten fünfeinhalb Wochen so schnell Zu Ende sein? 

Wir hatten wunderbare Ferien. Wir waren fast ununterbrochen zusammen, haben so gelacht und gestritten und uns wieder vertragen. Wir haben so viel erlebt und ausgestanden und jetzt soll der Trott zwischen Schule, Job und Kindergarten uns einfach so wieder aufnehmen und an uns nagen. Zu viele Pflichten, Stress und Termine. Eine Flut von Kann und Muss und der ständige Spagat zwischen geht und geht nicht – immer das selbe. Und trotzdem gibt es kein Entkommen. 

„Luxus ist der Mangel an Optionen!“, so ähnlich sagte es Robbie Williams kürzlich in einem Interview. Und genau so ist es. In den Ferien gibt es nur uns, unsere Wünsche und ganz viel Zeit. In den vergangenen Wochen haben wir wenig Verpflichtungen angenommen. Wir mussten nicht planen und irgendwelche Dinge in irgendwelche andere Integrieren. An den Meisen Tagen war klar was kommt:Garten. Oder zu Hause. Manchmal einkaufen. Wir haben uns treiben lassen, hatten wir Lust auf Fahrrad sind wir Fahrrad gefahren. Hatten wir Lust auf Eis, gab es eins. Unverplante Zeit zu haben, das ist wahrer Luxus für mich. Zeit nicht optimieren zu müssen und den Moment genießen zu können. 

Mit all dem ist es ab morgen wieder vorbei. Ein Termin jagt den nächsten. Einschulung, Kindergeburtstag, Schulwechsel. Im September dann Elternabende 1,2,3&4. Auch der Job wird an Fahrt aufnehmen. Mein fester Vorsatz ist es, mich weniger durch fixe Termine einengen zu lassen und mehr der Herr über meine Zeit zu sein. 

Zu niedrig 

Die Hörnchen waren schwanger und steckten sich Kissen und rundliches Allerlei unter die Pullover. A-Hörnchen benutzte als Brust-Ersatz eine Rolle Klebeband und eine kleine Schüssel. Um den Lacher auf meiner Seite zu haben, drappierte ich die Utensilien dort, wo Stilljahre und Schwangerschaften nur noch wenig vom einstigen C-Körbchen hinterlassen haben. stolz geschwellter Müsli-Schüssel präsentierte ich mich meinen Hörnchen. 

Das aller aller einzige was man mir entgegenbrachte war der grausame Kommentar des A-Hörnchens: „Zu niedrig!“ Mir fiel alles aus dem Gesicht und der Menne brach in Gelächter aus. Etwas hilflos stammelte ich sowas wie: „Aber da sind die echten!“. A-Hörnchen beeindruckte das wenig. Zu niedrig ist zu niedrig, Peng. So sind sie, die lieben kleinen. Erst saugen sie einen aus und dann muss man sich sowas anhören. Wahnwitzig 

Manchmal verstehe ich Kurt Cobain

Manchmal kann ich mich nicht leiden. Da gehe ich mir selbst so richtig auf den Keks und ich könnte mir eine reinhauen wenn ich Gewalt nicht so verabscheuen würde. Manchmal ist das so. An so Tagen, an denen ich alles verpeilt und irgendwie im Weg stehe. Da will ich was nützliches machen und schmeiße mir selber Steine in den Weg.  Im Nachhinein kann ich dann über mich lachen; aber im ersten Moment ist es einfach nur zum kotzen wenn man malwieder bei Ikea den Schrank zu dem Regal gekauft hat, dass man gar nicht hat. Wenn man malwieder alles umtauschen muss und dann feststellt, dass man den Bon weggeworfen hat – weil man ja immer schon besser weiß, dass man den eh nie wieder braucht. Manchmal ist das so! Da bekommt man den ganzen Tag nix auf die Reihe, plant tausend Dinge und macht am Ende nichts. Manchmal fängt man alles an und stellt dann, wenn das Chaos am aller aller größten ist fest, dass man keine Energie mehr hat alles wieder aufzuräumen. 

Manchmal stehe ich mir so sehr im Weg, dass ich denke ich kann eigentlich allen andern auch nur im Weg stehen. Nervt. Manchmal eben. Zum Glück wirklich nur manchmal, und eigentlich auch nur ganz kurz. Dann meckere ich kräftig, werfe was an die Wand und schreie eine Tür an. Danach ist es dann besser. Noch nicht ganz gut, aber eben besser. Dann weiß ich schon wieder etwas genauer, dass ich eigentlich ganz ok bin. Und noch ein bisschen später habe ich wieder verstanden, dass ich in Wirklichkeit die beste bin. Und dass das wahre Problem bei Ikea liegt, die es nämlich nicht hinbekommen ihre beschi***nen Waren so zu deklarieren, dass man sie unfallfrei einkaufen kann. Unmöglich sowas! Da kann man ja nur Fehler machen! Und wenn ich schon den Fehler mache, nicht auszudenken wie ausgeliefert all diese durchschnittlichen Menschn nur sein müssen, die nicht so fabelhaft sind wie ich. 

Jetzt ist es besser! 

Das letzte Einhorn 

C-Hörnchen kommt mit einem Playmobil-Pferd in den Raum. Galoppel, galoppel krabbelt sie neben dem Gaul her. „Das ist das letzte Einhorn!“ erklärte sie und ich begrüße artig das imposante Tierchen. D-Hörnchen galoppelt hinterher, auch er ein Playmobil-Pferd dabei. „Das ist auch ein Einhorn.“ erklärt er. „Das ist die Mama davon!“ Ich nickte verständig und erkundigte mich dann wie sie denn heiße. Hierauf antwortet C-Hörnchen etwas affektiert und mit rollenden Augen:

„Das vorletzte Einhorn!“ 

Oh Henri, oh Henri

Wir waren gestern Abend auswärts essen. Strategisch klug saßen wir im Außenbereich, direkt neben der kleinen Spielecke. Es war herrlich lau, das Restaurant nicht zu voll und wir genossen unser Essen. Eine Familie mit einem etwa dreijährigem Kind betrat dieTerrasse und stellte beinahe empört fest, dass es ja keinen Platz mehr gäbe, an dem sie sitzen können. Zwar gab es noch etwa 10 freie Tische, aber der Eine, der Tisch an der Spielecke, war mit uns voll. Mutter wurde zickig und kündigte den Rückzug an, Vater war einfach entsetzt über unsere Dreistigkeit. Nach kurzer Debatte untereinander setzten sie sich an den Tisch hinter uns und das Dama nahm seinen Lauf. Die Eltern waren hoch-angespannt und versuchten mit aller Macht ihr weitestgehend friedliches Kind im Zaum zu halten. An essen war kaum zu denken. 

Bei einem Gang ans Buffet beguckte ich folgende entzückende Situation: Henriiiiii fasste immer wieder einzelne Teile auf dem Buffet an und Vater nahm diese dann. Nach der 4. Zuckerschote sprach Papa:“Alles was du jetzt anfasst, muss der Papa dann auch essen!“ Henriiiii hielt kurz inne und legte dann entschieden seine kleinen Hände auf alle erdenklichen Speisen. Vater fiel fast in Ohnmacht;  ich auch, vor lachen. 

Später am Abend setzte sich Henriiiii vollkommen selbstverständlich mit an den Tisch meiner Kinder (die vier lieben es im Restaurant separat zu essen..!). Er nahm einen Schluck aus B-Hörnchen’s Saftglas und meine Kinder beschweren sich deutlich! Für die Eltern des armen Henriiiiii war das zu viel. Sie holten ihr Kind auf den Schoß, bemitleideten ihn anhaltend und verboten ihm auch nur in die Nähe meiner bestialischen Hörnchen zu kommen. Den Rest des Abends unterhielten sie sich gut vernehmbar über die unmöglichen Kinder vom Nachbartisch und die Erziehungsunfähigkeit der Eltern. Wir ich sowas liiiiieeeeebe!!! 

Chester Bennington

Früher hatte ich eine CD von Linkin Park. Hybrid Theory. Ich habe sie lange und oft rauf und runter gehört. Ich habe sie im Auto gehört, laut. Immer auf dem Weg von der Arbeit nach Hause. Ich hatte einen nicht so attraktiven Job Anfang der 2000er und die CD gab mir jeden Tag das Gefühl verstanden zu werden. Laut und Wüend, aggressiv, zerstörerisch und ganz emotional. Verletzlich und doch stark. Musik gefällt mir immer dann wenn sie mich trifft, und sie trafen! Die CD verkaufte ich versehentlich mit meinem Auto. Aus den Ohren, aus dem Sinn. 

Nun, fast 15 Jahre später, schoben sich Linkin Park wieder in meinen Horizont. Chester Bennington ist tot. Seine Lebensgeschichte liest sich traurig, ein Drama, das kein Happy End fand. Verletzlich und doch stark, tief emotional und dabei zerstörerisch und aggressiv. 

Seit drei Tagen höre ich nun wiede Linkin Park. Sie schaffen was sie immer schaffen; holen mich ab und nehmen mich mit. Ein Jammer sie vergessen zu haben, und ein noch viel größerer ist der Grund aus dem ich sie nun wieder gefunden habe. 

B-Hörnchen ist gerade acht geworden. In der Schule ist sie das, was man eine Überfliegerin nennt. In Mathe und Deutsch liegt sie seit über dem Regeldurchschnitt (so nennt man die 1+ mit * wenn es keine Noten gibt) und ist auch in den anderen Fächern top. Sie zeichnet herausragend, kann sich alles schnell und gut merken und spielt virtuos Block- und Querflöte. Auch sportlich ist sie ganz vorn dabei. Sie ist eine gute Kletterin, bouldert die schwierigsten Strecken und kann hervorragend Schwimmen. Neue Bewegungsabläufe lernt sie schnell und effektiv. Durch ihre schmale aber muskulöse Statur ist sie wendig und kraftvoll. B-Hörnchen liest unglaublich viel, sie ist vielfältig interessiert und kann gut und logisch argumentieren. Man könnte glatt denken: Die kann ja alles! Könnte man, und zwar so lange, bis sie in einen sozialen Konflikt gerät. Denn da hört der Höhenflug aus, B-Hörnchen gerät ins Straucheln und stürzt ab. 

Bis vor kurzem hat sie schlicht kein Wort mit Fremden gewechselt – fremd waren auch ihre Lehrer, die Eltern ihrer Freunde etc. Gab es hier zu Hause Streit, erstarrte sie zur Salzsäule und verstummte. Jeder Konflikt war mit Geduld und viel Empathie meinerseits verbunden. Denn sie auf ihren Emotionen sitzen zu lassen war für mich keine Option. So übten wir fleißig zu sprechen, Emotionen in Worte zu packen, Kissen zu schlagen und eben nicht an der eigenen Emotionalität zu ersticken. Langsam wurde es leichter, auch in der Schule taute sie zusehends auf. Ich war erleichtert. 

Inzwischen haben wir eine ganz neue Facette des emotionalen Umgangs, und wieder ist es alles andere als einfach. B-Hörnchen hat offenbar gut gelernt, Emotionen nach außen zu bringen. Da sie aber immer noch nicht in der Lage ist einen Missstand in Worte zu fassen, lösen Kneifen, Hauen und Haare ziehen das Problem. So traktiert sie ihre Schwester im Streit ohne auch nur ein Wort gesprochen zu haben. Argh!! Man kann nicht alles können, so ist es wohl. Vor ihr und mir liegt abermals viel Arbeit und ich frage mich, ob diese neue Farbe der Streitkultur nun, bei aller Abart die ich Gewalt im allgemeinen zuschreibe, ein kleiner Fortschritt ist. Vor allem aber hoffe ich, dass sie diese Dummheit schnell wieder ablegt und durch etwas sozialverträglicheres Verhalten ersetzt. Denn den der hat, den mag am Ende meistens keiner. Am wenigstens er selbst fürchte ich. 

Kochen 

Aus der Serie „A-Hörnchen kocht“ präsentiere ich dieses Mal: 

Limettenbrot mit   karamellisiertem Obstkompott und Limetten-Honig-Joghurt an Früchten der Saison. 

Einkauf, Rezept und Durchführung lagen beim Hörnchen; ein wenig durfte ich helfen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Es war lecker, sah toll aus und er hat sechs Personen sat bekommen. Zu allem Überfluss war es auch noch weitestgehend gesund – zumindest nicht schrecklich ungesund. Ich bin stolz auf meinen Großen. Zudem finde ich, dass Kochen eine total sinnige Freizeitbeschäftigung ist. Viel besser als Handy, Computer, chillen oder kleine Geschwister taktieren.