Das letzte Loch

Wisst ihr was wirklich stressig ist? Wenn man um eins erfährt, dass der Dachdecker um drei kommt. Der Dachdecker, der an den Balkon am Schlafzimmer muss. Denn dann steht man mit unter so im Schlafzimmer und es fällt einem auf, dass man zwar die Betten der Kinder regelmäßig bezieht, das eigene aber ein wenig vernachlässigt. Dann fällt einem auf, dass man zwar in Bad und Küche auch dringlich in den Ecken saugt und wischt, das Schlafzimmer aber allenfalls im Vorbeigehen mal. Auch das Staubwischen, das im Wohnzimmer und den Kinderzimmern regelmäßig gemacht wird, hat mein Schlafzimmer länger nicht erlebt. Dafür beherbergte es noch die Arzeimittelreste der letzten dreizehn Infekte, hunderte Haargummies, einzelne Ohrringe und all das, was ich in den Hosentaschen unserer Hisen so finde. 

Denn das einzig geordnet und gepflegte in meinem Schlafzimmer ist das Dreckwäschesystem. Die wird dort emsig nach 60 und 30 Grad getrennt, nach blau, rot, schwarz und hell und natürlich nach Wolle. Kurz um, würde ich mich um alles in diesem gottverlassenem Loch so gut kümmern wie um die dreckige Wäsche, würden der Menne und ich nicht die einzig zweisame Zeit eines jeden Tages im dreckigsten, chaotischsten und hässlichsten Raum des Hauses verbringen. 

Ich bin mir sicher, dass fast jeder Haushalt diese Ecken hat, diese schlimmen Zimmer. Wieso aber verwandle ich mein eigenes Zimmer in diese No-Go-Area? Ich sollte es mir wert sein ein schönes Zimmer zu haben! Und deshalb werde ich in Zukunft versuchen endlich auch beim putzen mal an mich selbst zu denken. Den Kindern ist es genau genommen schei** egal ob es bei ihnen sauber ist. Also, einmal weniger bei denen und vier mal mehr bei mir. Klingt nach nem Plan! 

Großer Bruder 

Wir saßen im Auto, die vier Hörnchen und ich. Ich war ganz zufrieden, hörte laut Musik und sang noch lauter. Auf den Rücksitzen war es recht leise; eher die Ausnahme in letzter Zeit. Ich war zufrieden. Irgendwann begannen A- und C-Hörnchen zu sprechen und ich begann zu lauschen. 

„Bundesländer sind wir Gruppen von Städten…. die sind wir Nachbarn und leben alle neben einander….“ Ich hörte was über Stadtstaaten, Hauptstädte und all sowas. Ich lauschte Ausführungen über Russland, Asien und die OstfrieInseln. Es war toll! Mit viel Geschick und Geduld erklärte er seiner Schwester die Welt. So oft habe ich dieser Art Gespräch mit ihm geführt, so viel geredet und erklärt. So oft habe ich gezweifelt ob er mir zuhört und nun die Erkenntnis: Hat er! Viel wichtiger aber die Gewissheit, dass er der definitiv beste große Bruder der Welt ist! 

Ich liebe es meine vier Hörnchen so als Einheit zu erleben. Sie stehen für einander ein, ünterstützen sich und sind wie eine Gang. Gegen die vier kommt keiner an, am wenigsten Mama! 

Ohne Angst

Das D-Hörnchen tat sich etwas schwer mit einer recht hohen Rutsche. Erst wollte er nicht so recht rauf, dann nicht runter. Erst ganz langsam, dann unter Tränen. Irgendwas hakte da bei dem kleinen Kerl und so beschloss er die Rutsche besser von unten zu begutachten. Das tat er eine Weile bis dann ein ebenso kleines Mädchen des Weges kam. Zielsicher ging sie an die Leiter und wollte sie grad erklimmen, da warnt das D-Hörnchen:“Die Rutsche ist hoch, da hatte ich Angst!“ Das Mädchen ist ganz taff, klettert weiter und ruft dann aus rund drei Metern Höhe:

„Ist nicht schlimm für mich! Ich hab keine Hirnangst!“ 

Da war das D-Hörnchen erleichtert. Er sah dem Mädchen beim Rutschen ohne Hirnangst zu und stürmte dann auch die Rutsche. „Jetzt ohne Hirnangst!“ rief er noch begeistert und dann rutschte er. So ist es eben, ohne nerviges Hirn ist alles einfacher. 

Mein bester Freund 

Seit einigen Jahren habe ich einen besten Freund. Viele meiner Freunde und Bekannten kennen ihn, nur wenigen wissen um die wahre Tiefe unserer Freundschaft. Wir unternehmen fast täglich etwas, oftmals völlig unerwartet. Er ist unkompliziert, macht alles mit und diskutiert selten. Gelegentlich ist er etwas wählerisch, oftmals jedoch zurecht. Er weiß eben was gut für ihn ist, eigentlich kann ich viel von ihm lernen. 

Er ist immer für mich da, fordert aber auch Aufmerksamkeit. Wir ergänzen uns einfach gut. Unsere Freundschaft beruht auf ähnlichen Interessen und Bedürfnissen; es passt einfach! Oftmals, wenn wir allein etwas unternommen haben, bekommt es selbst der Menne nicht mit. Tatsächlich weiß ich nicht ob er ahn wie oft ich mit ihm unterwegs bin. 

Unterwegs sind wir überall. Ganz oben, Mitte, Unten. Er kennt keine Grenzen, braucht dennoch etwas Hilfe. Treppen sind nicht sein Ding und manchmal hat er eine lange Leitung- die trotzdem nicht reicht. Ich trage ihn dann, Liebevoll von Etage zu Etage. Ihn, meinen Staubsauger. Den einzig wahren, meinen Helden des Alltags. 

Der Robbie

Robbie Williams war in Hannover, und da war auch ich! Zum inzwischen 27. Mal beguckte ich den schönen Mann beim singen, kaspern erzählen und einfach Robbie sein. Und wie jedes Mal war es einfach großartig und himmlisch schön! 

Anders als sonst war ich dieses Mal mit meiner Mama im Konzert; wenn auch nicht zum ersten Mal. 1995 kutschierte Mama mich als damals 12 jährige ins 450 km entfernte Berlin zum Konzert und harrte damals wie heute viele viele Stunden vor dem Konzert mit mir aus. Anders als vor 22 Jahren hat sie mich dieses Mal nicht hochheben müssen, auch war die Gefahr mich im Gewühl zu verlieren dieses Mal etwas (wenn auch nicht wesentlich) geringer. Mir ist zum einen wieder einmal sehr deutlich geworden was das damals für ein großes Ding war, zum anderen aber auch wie sehr ich mich darauf freue ein solches Event irgendwann mit meinen Kindern erleben zu dürfen. 

Ein Domizil 

Seit ein paar Tagen haben wir nun ein neues Domizil; unseren Kleingarten. Seit ein paar Tagen sind wir nun kräftig am buddeln und am werkeln. Heute haben wir unsere erste echte Mahlzeit eingenommen, Miraculi, und ein wenig gefeiert. Nun wissen auch alle Nachbarn, dass wir da sind, denn dank BassBox schallte Elsa’s „Ich lass los“ durch die Gärten.  Es ist herrlich und schon nach diesen wenigen Tagen ist klar, dass diese kleine Oase, dieses kleine „weg“ ein Geschenk des Himmels sind.  

Pläne haben wir schon ganz viele; umsetzten werden wir nichtmal einen Bruchteil. Immerhin haben wir das Stück Welt mit Kartoffeln, Gurken und Bohnen an Bord übernommenen. Wenn es gut geht kommen Zwiebeln, Erbsen, Kürbis, Salat und Grünkohl dazu. Und wenn nicht, dann eben nicht. Dann haben wir a) gut zu tun gehabt und b) immer noch einen place be. 

Soda kaputt 

Unser Soda Stream war kaputt! Die Geschichte ereignete sich so: Wir hatten das Teil mit im Urlaub und auf dem Rückweg trug der Menne es im Rucksack. Zu Hause angekommen barg ich es aus dem Sack, stellte es an seinen Platz und es war kaputt. Vollkommen verzogen, unbenutzbar! Für mich stand fest, der Menne hatte es während der Reise unvorsichtig behandelt und es geradezu fahrlässig zerstört! Ich sprach ihn betont vorsichtig an und bat ihn sich das Dilemma umgehend anzusehen. Mir war klar, dass er selbst feststellen würde, dass er es kaputt gemacht hat. 

Der Menne nahm den Soda Stream fachmännisch in seine Hände. Er kippte ihn links, kippte ihn rechts und drehte ihn auf den Kopf. Er entfernte zwei vollkommen sandige Nimm2 BonBons, die ich seit längerem in meinem Rucksack beherberge und stellte den nun klebenden Soda Stream gerade wieder hin. Heile. 

Hamburg 

Ich bin ein politisch denkender Mensch und den G20 Politikern hätte ich einiges zu erzählen. Ich bin unzufrieden und oftmals frustriert, wütend und traurig über die Politik auf unserem Planeten und Protest gegen diese Art der Regierung befürworte ich sehr. Früher habe ich viel und gern demonstriert. Ich war laut und manchmal trug ich ein Tuch vor dem Gesicht. Ich habe Wasserwerfer von nahem gesehen und bin vor „den Bullen“ weggelaufen. Proteste, auch die der deutlichen Art, waren schon immer meins. Nicht aber das, was da in Hamburg gerade passiert. 

Mit politischem Protest hat all das nichts zu tun. Steine gegen Menschen werfen, sogar Teppigmesser sind geflogen. Autos anzünden und noch viel mehr; all das hat nicht den geringsten politischen Wert. „Unsere Wut auf die Straße bringen“ , so lautet der Aufruf zu einer der Demos. Bitte Leute, wenn ihr so wütend seit, dann schreit doch, oder stampft. Singt ein Lied oder malt ein wahnsinnig großes Plakat. Diese stumpfe Zerstörung, diese Gewalt ist gut für nix. Im Gegenteil, sie hemmt die notwendigen, politischen Proteste. Euer sogenannter Protest gegen eine menschenverachtende Weltpolitik ist ebenso menschenverachtend, gewalttätig und stumpf, wie das was ihr bemängelt. Politik braucht Kraft und Leidenschaft, eine Priese Kreativität und Überzeugung. Vor allem aber braucht sie Hirn. Und das sollte nun mal zugeschaltet werden. 

Eins zum Schluss, ich unterstütze und lobe in kleinster Weise das Vorgehen der Polizei. Gewalttätiges Vorgehen, Provokation und übertrieben Härte sind das letzte und mit Sicherheit  ein Schritt in die falsche Richtung. 

22-23-24

Wir sitzen auf einem Spielplatz, die Sonne scheint. Alle vier Hörnchen sind unterwegs. Zuvor hatten wir gepicknickt, ich war träge, satt und zufrieden. Nachdem längere Zeit keins der Hörnchen meine Aufmerksamkeit eingefordert hatte, wagte ich einen extremen Schritt. 

Ich platzierte einige Jacken am einen Ende der Bank, räumte das andere Ende frei und legte mich rücklings auf die Bank. Ich nahm sogar die Brille ab und legte mir eine Mütze aufs Gesicht. Dann war bereit mich zu entspannen. 

22-23-24

„Maaamaa!!“, das D-Hörnchen zog mir die Mütze aus dem Gesicht. Ohne Brille erahnte ich ein fast vollständig verspeistes Käsebrot, bedrohliche nah an meinem Gesicht. „Ich habe das fast aufgegessen!“. Anerkennend  nickend machte ich dennoch klar, dass ich eigentlich gedachte mich kurz auszuruhen. Ich zog die Mütze wieder ins Gesicht. 

22-23-24

„Mamaaa!!“ , das B-Hörnchen stand neben mir. Sie fuchtelte aufgeregt mit etwas in meinem Gesicht. Ich setzte die Brille wieder auf und erkannte einen rostigen Cent. Dann richtete ich mich auf. Kapitulation. Aber warum muss ich es auch so übertreiben?!