Hier kommt nix weg

Vor vielen Wochen entdeckte D-Hörnchen unglaubliches: Er hat verkleidete Autos. Die kleinen Kammeraden stammten aus Ü-Eiern und haben die tolle Eigenschaft, dass man sie auseinander bauen kann. Da eins weiß ist und das andere gelb, kann man die Autos „verkleiden“ indem man Front und Heck vertauscht. Der schiere Wahnsinn!! 

Einen ganzen Tag hat das D-Hörnchen mit seinen verkleideten Autos gespielt und sie sehr geliebt! Am kommenden Tag waren sie weg. Spurlos verschwunden. Da er so an ihnen hing stellten wir das Haus förmlich auf den Kopf. Jeden Quadratmeter durchsuchten wir zu sechst – ohne Erfolg. Die Autos waren wie vom Erdboden verschluckt. Im Grunde war mir klar: Hier kommt nix weg. Trotzdem war ich ratlos und ein wenig froh als das Thema nach drei Tagen vom Tisch war. Nur noch gelegentlich, alle paar Wochen erwähnte er die verkleideten Autos und dann waren wir kurz traurig. 

Gestern räumte ich dann anlässlich des anstehenden Kindergeburtstages sehr gründlich im Kinderzimmer auf. Anstatt alles in die Kisten zu verfrachten sortierte  und drappierte ich kräftig und brachte unter anderem die Spielküche auf Vordermann. Aus irgend einem Grund öffnete ich hierbei auch die kleine Waschmittelschublade der kleinen Waschmaschine. Und was ich da sah, ließ mein Herz hüpfen! Die verkleideten Autos schliefen den Schlaf der gerechten. Offenbar hatte das D-Hörnchen sie damals, am Tag ihrer Entdeckung ganz besonders liebevoll weggelegt und sie dann leider vergessen. Er ist gar kein D-Hörnchen; er ist ein Eichhörnchen. 

SchonwiedereineGeburtstagstagsparty

Total gern mag ich ja diese kleinen Partys, diese anspruchslosen. Zu Hause, im Garten und im Kinderzimmer. Ein paar Kleinigkeiten und ganz viel Raum zum Spielen. Heute feiert das D-Hörnchen seinen 4. Geburtstag. Seine erste Party und er ist so aufgeregt! 

Gemütlich wird es werden. Beim vierten Geburtstagen sind die Mamas teilweise noch dabei. Die Ansprüche der Kinder sind noch klein und die Freude über alles noch so kleine gigantisch. Viel zu schnell ist das leider vorbei. Es sind nicht meine Kinder, die Ansprüche haben, leider aber immer wieder die Gäste. Aber egal! Heute heißt es nochmals „Topfschlagen“ und „Sackhüpfen“ und alle werden es lieben. Ebenso wie die Brote mit Marmelade, die das Hörnchen sich als liebsten Wunsch zum Abendessen wünscht. Und ganz vielleicht, so seine Worte heute morgen, bekommt er ja sogar noch ein Geschnenk. 

Elternabend 

Nach vier Jahren Grundschule im staatlichen System dachte ich eigentlich, ich wüsste was mich an so einem Elternabend erwartet. Nach 3 Stunden an einer Privatschule bin ich nun eines besseren belehrt worden. 

In der Grundschule kamen zum Elternabend 6 Elternteile, zwei stellten sich später als Paar heraus. Man saß gemütlich im Kreis auf winzigen Stühlen und sprach über den Bio- Anteil im Essen, über ein gesundes Frühstück und über den Schulweg. Irgendwann fragte immer jemand, ob denn nicht der Schulweg gleich in Hausschuhen gemacht werden könnte, das spare ja das doppelte Umziehen, oder ob es denn ok wäre den Schulranzen zu verkaufen und eine Tüte zu nehmen. Die Themen wiederholten sich Jahr für Jahr und die Antworten auch. Der harte Kern von drei Eltern kam immer, die anderen variiereten und hielten somit den Fundus an irren Fragen aufrecht. So war es und so wird es immer sein. 

Heute kamen zum Elternabend 21 von 24 Elternteilen. Es war voll. Die Tische waren gefüllt mit sogenanntem bildungsnahem Publikum. Man sprach über die lustigen Unterschiede zwischen Glockenkurven und Sinuskurven, tauschte Praxisadressen und war sehr hipp. Die Leherschaft gab Antworten auf tausend Fragen und analysierte mit den Eltern die genaue Notenzusammensetzung, den Klausurenschlüssel und den prozentualen Anteil der germanisch-stämmigen Vokabeln im Englischunterricht. Man war interessiert. Schnell war klar, hier gehen zwar die Kinder zu Schule, die Fäden im Hintergrund ziehen aber die Erwachsenen. 

Wieder einmal bin ich gespannt auf das Leben in dieser Christlich geprägten Klasse, in diesem angeblichen Verbund, in dem es aber am Ende nur um eins zu gehen scheint: Leistung. Ob das denn alles so Gottes Wille ist? 

Easy-up Pants 

Manche Artikel für Babys und Kleinkinder habe ich viele Jahre lang nicht verstanden – so auch diese Höschenwindeln zum rauf und runter ziehen. Für mich war klar: Windel voll – Windel Müll. Windel leer – Windel Po! Warum man seinem Baby hinterher laufen soll um die Windel rauf und runter zu ziehen, erschloss sich mir nicht. Jetzt endlich habe ich das Konzept verstanden! 

D-Hörnchen ist grad vier geworden. Tags ist er seit 1,5 Jahren trocken, Nachts noch nicht. In den vergangenen Wochen begann er zunehmend zu bemerken wenn er nachts mal muss und rief dann zu jeder Nachtzeit und aller meistens früh morgens: „Iiich muuss auf Kloo-hooo!“ Vor etwa einer Woche erklärte ich ihm dann, er könne auch gern aufstehen und einfach die Windel abmachen (kann er schon lange!) und dann aufs Klo gehen. D-Hörnchen war begeistert und legte sogleich los. 

Den Teil mit „Windel ab machen“ hat er gut verstanden. Leider den mit „aufstehen “ weniger. Nacht für Nacht baute er sich nun seine Windel ab, schlief ein und wenn dann das Pipi kam… Schleif er halt. D-Hörnchen war genervt, wir erwachsenen allemal und die Waschmaschine beklagt langsam ein Burn Out. Heute dann die Lösung: Easy-up Pants – Windeln in Unterhosenform. Ab heute wird also alles besser! Also, ab nachher, oder so. Denn den ersten Abend verbrachte das D-Hörnchen damit, immer und immer wieder zum Klo zu gehen, allein! Er war begeistert und wenn der erste Gaudi raus ist, kann er vielleicht endlich malwieder ruhig schlafen. 

Helden der Nacht

Es sind Nächte wie diese, die aus Eltern wahre Helden machen. Um 4.15 weinte das D-Hörnchen; wie so oft in letzter Zeit. Und wie so oft hatte er  Pipi im Bett, fror und war sehr neben der Spur. Wie so oft wechselte der Menne das Bettzeug und versuchte das kleine Wesen zu beruhigen. Erfolglos, wie sich zeigte. Bauchweh schienen das Problem zu sein, ein Streichen über seine Bauchdecke zeigte: Kleiner Bauch, bretthart. Ich übernahm die Situation und begann zu trösten.  

Da liegen schlimm Aua machte und sitzen allgemein doof ist kauerte das kleine Männchen auf meinem Schoß. Ich wiederum kauerte etwa eine Stunde lang auf einem kleinen Kissen auf dem Fußboden, versucht mich an einen Schrank anzulehnen, der aber einen halben Meter von der Wand abgerückt war und hielt so das Gewicht. Lange. 

Die Nacht brachte nichts gutes mehr, und der darauf folgende Tag hatte es in sich. Inzwischen ist klar, das Männlein hatte einen – oder viele- Pups quer sitzen. Inzwischen ist wieder Abend ich ich hoffe mit aller Macht, dass heute Nacht alle Pupse ihren Weg finden und mein kleines Hörnchen in Ruhe lassen. Denn so ohne Schlaf… das ist nicht meins! 

Zickiges  Püppchen

Wir  saßen  mit  einigen  Freuden  zusammen  und  aßen Burgr . A  suchte  Tomatan  von  seinem,  B  die  Gurken  und  der  Menne  und  ich  pulten  die  Zwiebeln  feinsäuberlich  von  unseren  Buletten. C  war  erfreut  und  begann  sich  die  verkannten  Schätze  einzuverleiben.  Als  er  bei  dem  Berg  Zwiebeln  angekommen  war  kommentierte  der  Menne,  das  ginge  auch  nur, weil  C  aktuell  keine  Freundin  hätte, die  sich  über  Zwiebelatem  beschweren  könnte . Nach  kurzem  Gelächter  erklärte  dann  A, dass  genau  dort  der  Unterschied  zwischen  einer  Freundin  und  einem  zickigem  Püppchen  läge. Nach  weiterem   kurzem  Gelächter  musste  der  Menne  mich  dann  anhalten  das  Lachen  einzustellen. 

Was  soll  ich  sagen?!  Ich  bin  der  Inbegriff  eines  zickigen  Püppchens.  Na  ja,  vielleicht  äußerlich  nicht  ganz  so,  wie man  sich  das  Püppchen  vorstellt;  aber meine  inneren  Werte  stimmen.  Ich  kann  hervorragend  motzen  wenn  der  Menne  nach  Bier ,  Zwiebeln  oder  Knoblauch  stinkt.  Ich  pikiere  mich  ständig  über  furzen  und  rülpsen  und  gelegentlich  rutscht  mir  ein   Satz  raus  wie:  „So  kannst  du  unmöglich  das  Haus  verlassen!“  An  dieser  Stelle  bleibt  nichts  zu  sagen,  außer  dass  ich  mich  selbstverständlich  für  diese  gnadenlos  schlechte  Eigenschaft  schäme  und  in  Zukunft  versuchen  werde,  mein  Inneres  Püppchen   zu  verbannen  –  oder  aber  ihr Manieren  beizubringen. 

Wer das Eichhörnchen beherrsch, beherrscht die Welt

Der erste Vokabeltest in der neuen Schule stand an und A-Hörnchen musste lernen, dass das was in der Grundschule „Englisch Unterricht“ hieß, in Wirklichkeit Ringelpiez mit Anfassen war. Bis vor wenigen Tagen dachte das Hörnchen, schon ganz gut englisch zu können, jetzt ist er anderer Meinung. 37 ganze Sätze waren zu bezwingen. Allein das Fehlen der Pronomen war desaströs, die Erkenntnis, dass „They are“ und „They’re“ das selbe bedeuten und nicht essbar sind gab ihm den Rest. 

Auch die einzelnen Nomen hatten es in sich und das arme Hörnchen quälte sich mächtig. Am schlimmsten war das Eichhörnchen! Schon zu meiner Schulzeit konnte ich nicht verstehen, wie man sich so ein beklopptes Wort für etwas so niedliches ausdenken kann. Dem A-Hörnchen erklärt ich kurzum, mit dem Englischen wäre es so:  Wer das Eichhörnchen beherrscht, der beherrscht die Welt. Heute, am Morgen des Tests, saßen die meisten Vokabeln. Am wichtigsten war aber, dass er wusste was Eichhörnchen heißt. Und so ging er mit dem Selbstbewusstsein eines Squirrels in seinen ersten Test an der neuen Schule – da kann doch nix schief gehen! 

Als kleine Ergänzung: Das englische Wort für Eichhörnchen, squirrel, leitet sich aus dem griechischem Begriff „skiouros“ ab, was soviel bedeutet wie „Schattenwesen“. 

Dienstag wäre gut! 

In der letzten Woche verfasste ich frei fast identische Briefe an zwei Lehrer und eine Erzieherin. Inhalt war jeweils die Tatsache, dass mein Hörnchen in den Ferien Geburtstag hatte und nun gern nachfeiern würde. Zurück bekam ich am Freitag wiederum drei fast identische Briefe:   „Liebe Frau Hörnchen, gern feiern wir den Hörnchengeburtstag nach. Am besten passt es uns Dienstag!“ Dienstag also, warum auch immer, aber alle wollen am Dienstag. Für Montag heißt das nicht mehr und nicht weniger als 72 Muffins zu backen. Nussfrei und vegan, mit Streuseln versteht sich.

Was soll ich sagen, meine Küchenmaschine und ich hatten eine heiße Nacht. Wenig überraschend auch der Fakt, dass der Menne ausnahmsweise außer Haus ist. Ist er sonst nie, aber es sei ihm gegönnt. Und wer wäre ich wenn ich nicht leichtfüßig erst die Hörnchen abfüttere, dann zu Bett bringe und erst danach voller Hingabe alles backe was nicht schnell genug weggekommen ist. Guten Appetit also, und Happy Birthday nachträglich. 

Sonntag to go 

Heute ist Montag und da das doof ich, denke ich lieber an Sonntag. Denn gestern, da hatten wir es schön! Unser Garten hat uns beschenkt und alles war so, wie ich es immer wollte. Gemeinsam mit den Hörnchen habe ich geerntet, im strömenden Regen. Buschbohnen gab es, einen ganzen Eimer voll. 


Zum Abend haben die Hörnchen ambitioniert Bohnen geschnibbelt und das besonders ambitionierte C-Hörnchen hat sogar ihren Finger filitiert. Das bisschen Blut war schnell vergessen und so gab es bald eine tolle Pfanne mit höchst-eigenen Bohnen und Kartoffeln. Denn die waren letzte Woche gut; eine ganze Schubkarre voll haben wir ausgebuddelt. 

Und weil es so schön war, haben wir noch schnell die restlichen Beete in Schuss gebracht. Grünkohl und Kürbis kommen, besonders cool sind die Erbsen und dann habe ich noch ein Feld mit einer Überraschung. Denn das was da wächst sieht zwar nett aus, ich habe aber keine Ahnung mehr was es ist. 

Kürbis
Erbsen
Überraschung

Baby-Grünkohl

Ihr seht also, wir avancieren zu qualifizierten, autarken Selbstversorgern. Einkaufen war gestern; ach nee. Da war ja Sonntag. Was mich in Wirklichkeit freut, ist das gemeinsame machen und wurschteln im Garten. Wir mit uns, nach unseren Regeln. Voll gut.