Ich, ganz alleine

Der Tag war nicht mein Freund gewesen bisher. Schlimme Bauchweh beim C-Hörnchen, ein eher nerviges A-Hörnchen, das D-Hörnchekn hing mir am Rockzipfel und der Menne war arbeiten. Ich war stattlich genervt und ging gegen 12.00 in die Küche um das Mittagessen zu kochen. Zu meiner großen Freude kam keines der Hörnchen hinterher, so dass ich ein paar ruhige Minuten genoss. Beim Zusammensuchen der Zutaten stieß ich  in einer Schublade auf einen Schokoriegel – ein Geschenk des Himmels!!Ich packte den Riegel aus, schaute einmal nach Links und Rechts, und biss herein.

Schritte auf der Treppe, das D-Hörnchen hatte sich offenbar auf seinen Instinkt verlassen und rückte zur Kontrolle an. Noch im Treppenhaus krähte sein Stimmchen: „Was machst du daaaaa?“ Ich schluckte den halb gekauten bissen, innerlich jammernd, runter und antwortete so unauffällig wie möglich: „Ich koche das Mittagessen.“ Er hatte schon längst Lunte gerochen und fragte weiter: „Isst du das schon?“ „Natürlich nicht!“ entgegnete ich ihm, als er die Küche betrat. Den Schokoriegel hatte ich schnell in meine Bauchtasche rutschen lassen. Ein Jammer!! D- Hörnchen hatte sich vorsichtshalber etwas zu spielen mitgebracht. Er reiste mit einem Lego- Hubschrauber und dachte nicht im Traum daran, die Küche wieder zu verlassen. Wir sprachen 3-4 Sätze und ich verging fast vor Gier. Da in allen anderen Zimmern des Hauses ebenfalls Kinder lauerten, gab ich vor zum Klo zu müssen; ALLEIN! Denn zum Glück akzeptiert man es inzwischen, dass ich diesen einen Gang allein erledige.

Ich schritt ins Bad, machte das Radio an und kam mir kurz ungemein rebellisch vor. Dann aber übernahm die Erniedrigung und ich kauerte mich auf die kleine Stufe in der Dusche. Ganz für mich packte ich das Leckerchen aus, aß es Bissen für Bissen; in der Dusche. Wie tief kann man eigentlich sinken, dachte ich noch, während D-Hörnchen ununterbrochen gegen die Tür hämmerte und immer wieder fragte: „Waaaann bist du feeeertig?“ Nachdem ich zu ende gegessen hatte, drückte ich, für die perfekte Tarnung,  noch schnell die Klospülung und öffnete die Tür. D-Hörnchen sah mich kurz an und sagte dann: „Ich geh nach oben!“ So blieb ich, erniedrigt bis auf´s Mark, zurück und hatte wenigstens kurz Zeit diesen Beitrag zu schreiben. Mein Leben ist so toll…

 

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