Mama lahmt

Ab und zu erwischt es auch eine Mutti. Heute morgen stellte ich fest, dass ich krank bin. Alle alle, Ofen aus. Ich blieb liegen, der Menne übernahm. Soweit so gut und zum Glück problemlos. Jedoch blieb mein Fehlen nicht lange unbemerkt und so war es zunächst das D-Hörnchen, das seine Bahnen zog. „Schläfst du noch Mama?“ ich knartschte ihm zurück, dass ich krank wäre und schlafen müsste. Er hatte mittelmäßig viel Verständnis und ging. Minuten später das C-Hörnchen:“Mama, bist du echt krank?“. Wieder erklärte ich, dass es stimme und ich schlafen wolle. Auch A- und B-Hörnchen müssen sich, jeweils in Begleitung der zwei Kleinen, von den Tatsachen überzeugen. Zum Frühstück ist klar: Mama ist krank und liegt im Bett.

Nach dem Frühstück, ich wäre fast wieder eingeschlafen, müssen sich C- und D-Hörnchen abermals davon überzeugen, dass ich immer noch krank bin. Damit ich mich nicht einsam fühle, spielen sie im Wohnzimmer, direkt nebenan. Noch eine weitere Stunde später kommt C-Hörnchens Freundin zu Besuch. Auch sie soll sich persönlich davon überzeugen, dass Mama krank ist:“ Guck mal, die liegt da nur rum!“, erklärt C-Hörnchen. Als Attraktion Nr. 1 beschließe ich mir einen Moment der Ruhe zu verschaffen, ich jage alle weg. Von nun an bin ich krank und doof.

Die Mädchen spielen im Zimmer über mir. Sie üben Blockflöte. Keine von beiden beherrscht auch nur einen Ton. Meine Ohren beginnen zu rauschen. Im Flur direkt unter mir spielen A- und D- Hörnchen ein dubioses Spiel, dessen Haupt-Inhalt es ist laut zu quietschen und ab und zu zu kreischen. Ich bitte die Flötistinnen die Tür zu schließen udn jage die Quietscher in ein Kinderzimmer. Zurück ins Bett. Ich dämmere dahin, krank im Delirium. Fast gut.

„MAMA! SCHLÄFST DU???“. D-Hörnchen steht neben dem Bett. 30 Minuten waren vergangen. Er tätschelte meinen Kopf und erklärte auch krank zu sein. Im selben Moment kriecht er ins Bett des Mennes und deckt sich zu. Ich bin wieder wach.

So ein Tag zu Hause ist doch was feines. Natürlich, um das voran zu stellen, hatte ich den Menne jeder Zeit bitten können, mir alles vom Hals zu halten. Natürlich wäre ihm das locker gelungen. Aber wisst ihr was? Das hätte mich nicht glücklicher gemacht. Krank zu sein, nicht mit meinen Lieben sein zu können und allein ein trauriges Dadein im Bett zu fristen ist nix. Von daher war alles gut so wie es war. Nr dieses Krank hat gestört.

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