Streik im Lande

Die Kitas im Land Bremen werden mal wieder bestreikt. Im Klartext heißt das, heute alles dicht, Kinder zu Hause. D-Hörnchen fragte mich heute morgen, wieso denn der Kindergarten zu hätte. Da ihm der Begriff „Streik“ nichts sagte, erklärte ich also den komplexen Zusammenhang: Deine Erzieher wollen mehr Geld verdienen, weil sie viel anstrengende Arbeit machen. Der Chef von deinen Erziehern möchte ihnen aber nicht mehr Geld geben. Deshalb arbeiten die Erzieher jetzt nicht mehr; um den Chef zu ärgern.

Ich fand das recht simpel und neutral erklärt und das D-Hörnchen nickte verständig. „Mama, bist du der Chef von meinen Erzieherinnen?“ Ich schüttelte den Kopf. „Ist dein Chef der Chef von den Erzieherinnen?“. Wieder verneinte ich. „Aber wer ärgert sich denn dann?“, fragte das D-Hörnchen und traf den Nagel damit auf den Kopf.

Streik ist ein Mittel um Druck aufzubauen. Dieser Druck muss bei denen ankommen, die handlungsfähig sind – in diesem Falle die Arbeitgeber. Und hier harkt der Kita-Streik. Der Haupt-Druck landet bei den Eltern. Auch die Arbeitgeben der Eltern haben, so dann sie sozial eingestellt sind, und den Druck nicht einfach bei den Eltern lassen, etwas auszuhalten. Der Arbeitgeber der Kita-MitarbeiterInnen hingegen bekommt von all dem wenig ab. Denn weder Eltern noch Eltern-Arbeitgeber geben die Last weiter. So erwarte ich mit Bauchschmerzen das, was mir schon vor zwei Jahren beinahe das Genick gebrochen hätte: Ein laaaaaanger Kita-Streik. Denn die Gewerkschaft kann es sich leisten; und der Arbeitgeber erst recht.

4 Gedanken zu “Streik im Lande

  1. Der Arbeitgeber erst recht. Muss er doch auf der einen Seite die streikenden Mitarbeiter nicht bezahlen und hat sich auf der anderen Seite das Recht eingeräumt, die KiTa-Gebühren trotz nicht erbrachter Leistungen einzuziehen…

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  2. Kitastreik? Autsch! Zum Glück sind die Österreicher zu bequem, um in Streik zu gehen, weil das nach Arbeit klingt.
    Bei uns gehört dafür Jammern zum Leben wie das Atmen 😉

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  3. Ja 😐 leider trifft es das gut. Ich bin selbst Erzieherin und finde das ist keine gute Lösung – eine bessere ist mir bisher aber auch nicht eingefallen

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  4. Ich glaube, eher nicht, dass es zu langen Streiks kommt.
    Ich denke, es wird noch ein oder zwei Warnstreiks geben
    und wenn es nicht fruchtet, streiken die, auf die die ganze
    Bevölkerung angewiesen ist: Müllabfuhr, Verkehrsbetriebe,
    Arbeitsamt, Umweltbetriebe…
    Ich bin Erzieherin in Bremen und so, wie ich die Lage einschätze,
    kommt es nicht soweit.
    Wobei ich schon der Meinung bin, dass vom Öffentlichen Dienst
    viel erwartet wird und nicht viel für diesen getan wird.
    Und war es nicht beim letzten Streik so, dass die Träger Beiträge
    zurückzahlen mussten. Da traf es dann a bissal die Arbeitgeber.
    Sagen wir mal: Ich hoffe es sehr.
    Herzliche Grüße…
    Julie

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