Wenn der Tag gekommen ist

Eben witzelte ich mit meiner Schwester über meine eigene Beerdigung. Lustige Musikauswahl, kluge letzte Worte; allerlei Unfug um eine bedrückende Situation erträglicher zu machen. Eben noch lachte ich sehr und versprach was lustiges dazu zu schreiben. Jetzt, wo ich so darüber nachdenke, gelingt das nicht.

Eine Beerdigung zu planen ist nicht leicht. Sie so zu gestalten, dass sie den Anwesenden gefällt, ist das eine. Sie so zu gestalten, dass sie dem Verstorbenen gefallen hätte, ist das ganz andere. Ich mag den Gedanken, die Sache aufzulockern. Ich mag dem Gedanken, über Lustiges zu lachen; ganz wichtig finde ich es aber auch an gemeinsames zu erinnern, Schönes zu ehren und Schlimmes zu würdigen. Für alle Anwesenden ist dieser letzte Moment das, was im Kopfe haften bleiben wird. Ein bescheidener Redner, welke Blumen oder schlechte Musik, alles bleibt dann für immer.

Ich, als grenzenloser Perfektionist, habe zwei Welten in mir. Zum einen sollte ich wahrscheinlich rechtzeitig alles selber planen, damit es auch gut wird, zum anderen hoffe ich sehr, dass es am Ende Menschen auf der Welt geben wird, die in der Lage sein werden meine wesentlichen Züge und das wofür ich gelebt habe in diesen letzen Akt zu geben.

In einigen Tagen werden wir unseren Opa beerdigen. Hoffentlich gefällt es ihm.

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