Stress im Kopf

Sehr gern würde ich einen klugen oder wenigstens lustigen Beitrag verfassen. Und je mehr ich über das mögliche Thema nachdenke, desto größer wird die Suppe in meinem Kopf. Bevorstehende Ereignisse mischen sich mit kleinen Anekdoten der Kinder, mischen sich mit to do-Listen und allerlei anderem. Jeder Gedankenstrang endet im Chaos und aus dem selbigen ragt ein nächster. Nervig ist es allemal, wenn man nichts auf die Kanne bekommt, aber was tun? Die Lösung, zumindest in meinem Einzelfall, heißt: Stressabbau. Die vergangenen Wochen waren ein harter Ritt, das Leben war recht anspruchsvoll. Stress ist das Resultat und der setzt uns Menschen zu.

Kurzfristig betrachtet ist Stress ein Segen. Eine temporäre Anspannung macht den Menschen leistungsfähig. Hohe Mengen von Cortisol werden ausgeschüttet, der Körper setzt zusätzliche Zuckerreserven frei, Hirn und Muskeln arbeiten auf Hochtouren. Das war praktisch um dem Säbelzahntiger zu entkommen und bewährt sich auch heute, zB. vor wichtigen Terminen.

Anders ist es mit langfristigem Stress. Denn verweilt der Körper über einige Tage oder sogar Wochen in Anspannung, beginnt das Cortisol ihn zu schädigen. Ins besondere in Verbindung mit Adrenalin sind zwar zunächst noch minimale Höchstleistungen möglich, letztlich baut der Körper aber immer schneller ab. Der Schlaf beginnt schlecht zu werden, schließlich sind chronisch alle Antennen auf Empfang geschaltet. Durch die Überstimulation des Körpers werden auch zB. Talgdrüsen oder andere Hormonsysteme getriggert. Unreine Haut oder Zyklusstörungen sind die Folge, genau wie Stimmungsschwankungen. Der Appetit weicht dem Glauben, keine Zeit zum Essen zu haben, der Körper gerät in Unterversorgung. Schlafmangel und Nährstoffmang führen zu neuem Stress. Wird dieser Zustand eine Weile aufrechterhalten, was der Körper mühelos kann, beginnt das Cortisol sich auch im Hippocampus bemerkbar zu machen. Es blockiert die Strukturen, die für Gedächtnis und Konentration zuständig sind. Auch weniger anspruchsvolle Denkoperationen sind plötzlich anstrengend. Man beginnt Dinge zu vergessen, braucht viel mehr Energie um weiter zu funktionieren. Auch diese Probleme bereiten Stress.

Am Ende der Spiale steht das, was man als Burn Out kennt. Ein ausgebrannter Mensch, der sich selbst der Produktivität und dem „funktionieren müssen“ geopfert hat. Ich selber bin in den letzten Wochen irgendwo in Stufe zwei verloren gegangen. Nun, da meine Stressoren weitestgehend ausgeschaltet sind, gilt es runter zu fahren. Ein ausgeglichenes, gutes Leben ist hier zielführend. Meine Bedürfnisse von den Stressoren abzugrenzen, einen Gang runter zu schalten und im Notfall halt mal was nicht zu machen sind gute Ansätze, die mit Sicherheit wirken – wenn man früh genug beginnt.

2 Gedanken zu “Stress im Kopf

  1. Ich danke dir für die perfekte Analyse meiner Lage.

    Kannst du mir ein gutes Akutkrankenhaus für BurnOut empfehlen, in das ich auch meine drei Kinder und den Hund mitnehmen kann???

    Liken

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