Time what is time

Zeit spielt im Leben vieler Menschen eine enorme Rolle. Pünktlichkeit ist eine Tugend, Zeit kostet Geld und Effizienz muss sein. Von klein auf lernen wir, wie wichtig es ist in der Zeit zu bleiben, sich trefflich zu organisieren und alles im richtigen Moment zu arrangieren. Gerade mit der Pünktlichkeit nimmt man es hier sehr genau. Zu spät kommen ist ein klares no-Go, zu früh kommen aber eigentlich auch. Spätestens wenn wir ins Berufsleben einsteigen, wird die Macht der Zeit noch deutlicher. Wöchentliche Arbeitszeit, Pausenzeiten und dann natürlich der ersehnte Feierabend.

Betrachte ich dieses Konstrukt, finde ich es traurig. Denn eins wird schnell deutlich: Kaum jemand verbringt seine Zeit mit etwas, das er gern tut. Ein großer Teil unseres Lebens verbringen wir mit Dingen, die wir nicht vollständig freiwillig tun. Dies zeigt sich allein daran, dass wir es nicht mit- sondern gegen die Zeit tun. Eine Tätigkeit, die wir gern ausüben, die uns mit Sinn und Freude erfüllt, machen wir gern. Wir schauen nicht ständig auf die Uhr und warten darauf, endlich fertig zu sein. Wichtig an dieser Stelle ist es zu erwähnen, dass erfüllende, schöne Tätigkeit natürlich allerlei Freizeitgestaltung sein können, genauso sicher kann es aber auch jede Form von gesellschaftlichem Einbringen sein. Und wie schön wäre doch gar der Gedanke an eine Arbeit, die diese Zeitlosigkeit erfüllt.

Diese Arbeit ist denkbar. Nicht so, wie Arbeit heute ist, aber dennoch denkbar. Um diese Vision zu realisieren, müssten lediglich ein paar Kriterien erfüllt sein.

1. Finanzielle Unabhängigkeit; (zB. durch Grundeinkommen) denn um sich zu entfalten und das „richtige“ zu finden, braucht es immer wieder auch Leerlauf und vor allem die Sicherheit existieren zu können.

2. Möglichkeiten; die Wahrscheinlichkeit, dass wir in der ersten Tätigkeit die wir ausüben, auch gleich das Nonplusultra finden ist eher gering. Um der Wahrheit näher zu kommen muss man eben experimentieren.

3.Flexibilitat; fixierende Verträge, lange Fristen und hohe Auflagen machen es viel zu kompliziert von A nach B zu kommen. Wenn finanzielle Sicherheit gegeben ist, sind wir auf knebelnde Absicherung nicht mehr angewiesen.

4. Solidarität; mit mehr Wohlwollen in der Gesellschaft und dem Denkansatz, dass die aller meisten mit Sicherheit das geben, was sie grad geben können, kann sich jeder frei und aufgehoben fühlen. Nichtstun zB. ist wesentlich befriedigender, wenn es einem gegönnt wird.

Wir sind von all dem heute meilenweit entfernt. Und selbst wenn die Politik sich für ein Finanzierungsmodell des Grundeinkommens entschließen würde, bliebe als Hauptproblem der Mensch. Denn das Geld nehmen ist ja das eine, es dem anderen aber zu gönnen, eine ganz andere Geschichte.

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