Radfahren für den Frieden

Seit Wochen treffen wir morgens, auf dem Weg zum Kindergarten, eine Gruppe Soldaten in Uniform; auf Fahrrädern. Seit Wochen sprechen D-Hörnchen und ich darüber, was die machen und wozu die da sind. Soldaten. Ein Mysterium für einen vierjährigen, der nur den Frieden kennt. Soldaten kämpfen, so wie bei Star Wars. Sie sind die Guten und sollen und anderen Menschen beschützen, wenn die Bösen kommen. Wer die Bösen sind, fragte das Hörnchen. Mit der Antwort:“Na so welche wie Darth Vader eben.“ ließ er sich nicht abspeisen. Die Bösen also. Nun ja, die Bösen sind auch Soldaten, aber Soldaten von den anderen eben.

D-Hörnchen ist erst vier, und manches ist ihm noch unbegreiflich. Dennoch verstand er blitzschnell, dass wenn es Gute und Böse Soldaten gibt, es dann ganz schwer festzustellen ist, welche welche sind. „Die anderen finden unsere Soldaten böse, oder?“, versicherte er sich. Ja, so ist es wohl. Am Ende sind sie eben alle lieb oder alle böse oder alle Mittel. Es kommt doch sehr auf den Standpunkt an, und plötzlich zeigt sich, wie gnadenlos banal und sinnlos Krieg ist.

D-Hörnchen fragte mich noch viel über den Krieg, das Kämpfen und den Sinn darin. Wir konnten keinen finden, was soll auch sinnvolles dabei sein, wenn die Soldaten der einen die Soldaten der anderen tot machen und alle anderen, die keine Soldaten sind sich auch weh tun. Zum Schluss quittierte D-Hörnchen das Thema mit der Feststellung:“So lange unsere Soldaten immer nur Fahrradtour machen, ist bestimmt alles in Ordnung!“ Ich mag den Ansatz. Was soll an so einer allmorgendlichen Radtour schon falsch sein. Wenn das alle so machen würden, wäre die Welt ein bisschen besser.

Ein Gedanke zu “Radfahren für den Frieden

  1. Ich finde es gut wenn Kinder sich schon früh, ok 4 ist jetzt schon sehr früh, mit dem Thema auseinandersetzen. Auch wenn Krieg, egal wo und egal warum, kein Option sein sollte, finde ich es wichtig dass wir wieder einen normalen Umgang mit dem Thema Armee und Soldaten pflegen sollten. Ich arbeite für den IT-Dienstleister der Bundeswehr und sehe somit quasi täglich Soldaten und für mich ist das normal. In anderen Ländern würde sich ein Soldat nie für den Heimweg umziehen. Viele deutschen Soldaten tun das. Vor den Kasernentor in Zivil und danach in Uniform. Manchmal habe ich das Gefühl sie schämen sich und wollen nicht als Soldaten erkannt werden…..draußen.

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