Das Wort zum Sonntag

Im Jahr 313 n. Chr. erließ Kaiser Konstantin die freie Religionsausübung für alle Menschen. Jeder solle die Religion ausüben, die er für sich selbst als richtig oder zutreffend hält. Und obwohl ich mir im allgemeinen nicht viel aus Religion mache, finde ich den uralten Grundegedanken voll gut. Soll doch bitte jeder machen was er will, jeder glauben was er glauben muss und die in Ruhe lassen, die es eben nicht wollen. Heute, läppische 1700 Jahre später, sind wir von diesem Gedanken meilenweit entfernt; trotz im Grundgesetz verankerter Religionsfreiheit.

Kopftuchverbot und Kreuze im Amt, mit Freiheit hat das recht wenig zu tun. Noch immer ist es vielerorts zu kompliziert in den Schulkantinen ein Mittagessen ohne Schweinefleisch anzubieten und wer in Deutschland einen nicht- christlichen aber dennoch religiösen Feiertag celebrieren möchte, muss dies bitte am Wochenende tun; leise. Nein, Religionsfreiheit leben wir hier ganz sicher nicht. Was wir jedoch gern tun ist, so zu tun als ob wir voll von Toleranz wären. So ist der klassisches Kantinendeutsche überhaupt nicht gegen die Ausübung der muslimischen Religion. Wenn es aber in der Kantine eben nur Schweineschnitzel gibt, ist das aber ok weil wir ja auch einfach mal in Deutschland sind. Auch das Gebet ist schon in Ordnung, wenn man es dann nicht sehen muss.

Toleranz und wirklich gelebte Religionsfreiheit ist so einfach und doch unerreichbar. Es bedeutet tatsächlich von Herzen und mit Respekt zu akzeptieren, was der andere glaubt. Auch heimliches lachen oder peinlich berührtes Wegsehen sind ein Element der Nicht-Toleranz. Erst wenn die Konfrontationen mit einer Religion keinerlei paradoxe Reaktion mehr auslösen sind wir bei Toleranz.

2 Gedanken zu “Das Wort zum Sonntag

  1. Oft höre ich,“Religion ist Privatsache“ das mag für die „Wahl der Religion“ gelten aber nicht für die Ausübung. Ich finde es peinlich wenn Muslime sich auf Toiletten zurückziehen müssen um zu Beten.
    Oder auch das Juden nicht ihre Kipa tragen, weil sie nicht auffallen wollen (auch um Gewalt zu entgehen). Ich stelle mir gerade einen muslimischen oder jüdischen Richter, Postbeamten, Finanzamtmitarbeiter… in Bayern vor, der unter dem christlichen Kreuz sitzen muss.

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