Lazarus

Das er sterben würde wusste David Bowie, und einen kleinen Teil dieser Tatsache, seiner Auseinandersetzung mit dem Leben wurde von zu „Lazarus“. Gestern Abend durfte ich Lazarus erleben, ja genießen. Es handelt von dem Leben zwischen zwei Welten, dem Verhandeln mit den eigenen Dämonen – der eigenen Vergangenheit und der Auseinandersetzung mit ihr. Es handelt von zerrissen sein und davon nicht wieder zum Glück zurückfinden zu können. In unserer Welt kaum leben zu können, vor Einsamkeit und Verzweiflung; in die eigene aber nicht zurückkehren können – weil man auf die Rückkehr der einzig wahren, großen Liebe wartet; davon handelt Lazarus. Es ist schwer, bizarr und traumhaft schön. Bowie schwebt über dem Geschehen, ist in vielen Momenten deutlich zu erkennen. Wohlig warm, das Gefühl, eingefasst und Schwermut und Bewunderung.

Und mittendrin schießt mir mein, im März diesen Jahres verstorbener, Opa durch den Kopf, seine mahnenden Worte in den letzten Tagen deines Lebens: Lass nichts unbearbeitet, stelle dich deinen Dämonen. Manches aus deinem Leben wartet auf dich und will bearbeitet werden. Verstecke dich nicht, hab keine Angst.

Danke Opa, Danke David. Und ja, so ist es wohl. Verharren und darauf zu warten, dass sich alles löst ist nicht der Weg ins Glück. Das Leben selber anzupacken, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu erkennen und nichts zu verbuddeln führt einen nach Hause; dort hin, wo man richtig ist. Das Leben nimmt einem keiner ab, auch nicht die richtige Entscheidung. Bleiben oder gehen, lieben oder lassen – das alles entscheidet das Herz und niemand sonst.

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