Verkackt

16.06 war es als ich das erste Mal auf die Uhr sah an diesem Tag. Ich halfterte eine Katastrophe nach der anderen ab, versorgte Menschen in Not. Ob ich Nachmittags noch mal eben einspringen kann, ja klar. Wir knapp, das bemerkte ich schon; aber geht schon. Anna macht das schon, Anna schafft das.

16.06 also und dann die grausame, boshafte Erkenntnis, dass ich bis 16.00 im Kindergarten hätte sein müssen. Ich hatte mein Kind vergessen. Panisch rannte ich aus der Situation, rief im Kindergarten an, zum Glück alles ok. Der Spätdienst ist bis halb fünf da. 16.08 der panische Anruf beim Menne. „Ich hab’s alles verkackt, du musst das Kind holen!!“ Er machte, er schaffte und ich starb einen kleinen Tod. Als ich endlich zu Hause ankam, am Ende und voller Leid und Chaos, klebte ein Zettel an der Tür. „Wo seit ihr?“ hatte das B-Hörnchen geschrieben. Sie spielte oben mit der Schwester und dem Besucherkind – das ich vergessen hatte.

Dieses Mal hat mein Leben mich überholt. Nein, es hat mich abgeworfen, ist einmal über mich getrampelt und hat noch dann liegen lassen. Notbremse. Job ist Job, Ende. Die Kinder gehen vor und das ist ab heute wieder Gesetzt. Ich schäme mich, dass es so weit kommen musste, ich habe versagt.

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