Jean Paul Marat

„Was wäre ich ein guter Marat geworden! Ich könnte den ganzen Tag in der Badewanne sitzen und von der Revolution sprechen.“

Das sagte ich eben, als ich zu faul zum Aufstehen, danieder lag und den Kopf so sehr voller Flausen hatte. Jean Paul Marat lebte von 1743 bis 1793, er war Mediziner, Naturwissenschaftler, Schriftsteller und Revolutionär. Er veröffentlichte verschiedene Zeitungen zu Zeiten der Französischen Revolution, war Mitbegründer des ersten Justizgesetzes und immer ein Kämpfer für den einfachen Mann des dritten Standes. Entschieden ging er im Sinne der Revolution vor, kämpfte für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit; teilweise, so sagt man, über alle Grenzen hinaus. So sei er der Initiator einiger großen Massaker in französischen Gefängnissen gewesen, bei denen tausende Revolutionsgegner zu Tode kamen.

Marat litt an einer chronischen Hauterkrankung, der Skofulose. Unerträglicher Juckreiz und Entstellungen machten ihn das Leben schwer. Wirklich zur Ruhe kam er in der Badewanne, in der er viel Zeit verbrachte. Dort verfasste er viele seiner Schriften, dachte und empfing sogar Besuch. 1794 wurde er von der Revolutionsgegnerin Charlotte Corday in der Badewanne seines Hauses ermordet. Sowohl Marat als auch die wenig später guillotinierte Corday gingen als Märtyer in die Geschichte ein.

Ich mag die Geschichten um Marat, weil sie die eines Radikalen sind, die eines großen Denkers und die eines Mannes, der anderes war. Auch heute braucht es Menschen an Orten, an denen sie gut sind. Menschen, die sich entwickeln können, die die Zeit und die Ruhe haben großes zu denken und ihren Geist einzusetzen. Und ja, vielleicht wiederholt sich die Geschichte – vielleicht muss es aber ja nicht die von Deutschland 1938 sein. Wie wäre es denn mit viel Solidarität und Kraft das Wirken von 1799 nachzudenken und Freiheit Gleichheit und Brüderlichkeit wieder zu Grundfesten des menschlichen Miteinanders zu machen?

Anmerkung: Ich spreche mich nicht bedingungslos für all das aus, was während der Französischen Revolution stattgefunden hat, imme dann wenn Menschen sterben, geht es mir entschieden zu weit. Dennoch mag ich den Gedanken der Solidarität und trage ihn gern weiter. Gemeinsam sind wir alle besser als jeder für sich.

Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker.

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