Wohin

Heute Nacht im Traum verließen wir Deutschland. Wir hatten Angst und wollten das Überleben unserer Kinder sicherstellen. Ich weiß nicht wohin wir gingen, aber es war gut dort. Wir saßen friedlich im Garten, aßen Kuchen und die Kinder spielten. Wir waren geflohen vor den Nazis.

Nach dem Aufwachen war ich konfus und irgehdwie nagte in meinem Hinterkopf die Erkenntnis, dass dieser Traum vielleicht so real wir noch nie war. Denn bisher trieb mich nichts ernsthaft davon. Ich mag die Stadt in der ich wohne, die Menschen mit denen ich lebe. Aber ich mag es auch meine Meinung zu sagen, frei zu leben und meine Kinder in Sicherheit groß zu ziehen. Wird das immer so möglich sein?

Für mich als Single wäre die Sache klar. Kampf, zur Not im Untergrund. Schon immer hatte ich einen Hang zu radikalen Lösungen und es wäre klar wie Kloßbrühe, dass ich dem braunen Mob mein Leben nicht überlassen würde. Ulrike Meinhof ließ einst ihre Kinder zurück um für die Sache zu kämpfen – nicht mein Weg. Ich habe diese vier kleinen Menschen in die Welt gesetzt um ihnen alles mitzugeben was sie brauchen, um sie zu starken Individuen zu erziehen, die die Welt verändern können. Dafür brauchen Sie Mama und einen Raum, in dem sie sich frei entwickeln können.

Noch kann man hier gut leben, noch ist es ok. Und wenn dann nicht mehr, wo soll man dann hin? Die Karte der Welt ist erschreckend braun geworden, und erschreckend klein. Bedenkt man dann mit, dass ich irgehdwie arbeiten können muss ist es plötzlich erschreckend. Ich denke ich beginne heute mal nen Sprachkurs.

Isländisch.

2 Gedanken zu “Wohin

  1. Auch wenn ich glaube, dass der politische Zustand in Deutschland mittlerweile wieder sehr bedenklich ist, hoffe ich dass die Gesellschaft noch in der Lage ist aktiv (ohne in den Untergrund zu gehen) gegen diesen braunen Mob vorgehen kann. Ich sehe es nur an mir selber, dass ich viel zu wenig aktiv werde. Aber ich möchte nicht in 20 Jahren gefragt werden: „habt ihr das nicht kommen sehen“ oder „warum habt ihr nichts getan“

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