Doof – Tag

Um halb neun strahlte mich das D-Hörnchen heute Morgen an. Ich wurde grad wach und alles was mein übernächtigtes Gehirn zu Stande brachte war der brachiale Gedanke:“Was will der denn hier?“. Beim Frühstück nervt mich jedes Geräusch, dass die Kinder machten. Auch als sie danach geschlagene 2 Stunden lang Scottland Yard im Esszimmer spielten, war ich eigentlich von jeder Bewegung, jedem Wort und jedem Geräusch fürchterlich genervt. Objektiv gab es nichts auszusetzen, subjektiv war ich schon um 10:00 Uhr dem Untergang geweiht. Meine Nerven lagen blank, ich hatte keine Ahnung warum. Beim anschließenden Einkauf hätte ich die Kinder liebend gern mit Eiern beworfen, oder mit Kürbissen. Nein, es hat mir keinen Spaß gemacht über jedes Teil zu debattieren und liebevolle Erklärungen zu den Herstellungsprozessen von Erdnussbutter und Mascapone zu liefern. Was hätte ich dafür gegeben, einfach alleine einzukaufen und meine Ohren auf Durchzug zu stellen. Im weiteren Verlauf des Tages wurde ich von zwei Besucher-Kindern, meinen eigenen und einer externen Verabredung des A-Hörnchens genervt. Genervt genervt genervt genervt! Ich war den ganzen Tag so entsetzlich genervt. Auch im Wartezimmer beim Kinderarzt, dass ich um gegen fünf mit dem A-Hörnchen betrat, konnte ich kaum einen Atemzug tun ohne um ein Haar die Kontrolle zu verlieren. Alles kaum auszuhalten heute.

Zu Hause wieder angekommen musste noch das Essen fertig gekocht werden, ich muss an dieser Stelle nicht extra erwähnen, dass der Menne natürlich falsch gekocht hat (was er natürlich nicht hat, aber ich konnte das nicht sehen) und überhaupt war alles schlecht. Oh ja! Es war so unsagbar schlecht alles heute. Als ich nach dem Abendessen einer Freundin mein Leid klagte, stellte sie nur nüchtern fest:“ Das hat man mal. Das ist dann ein Doof – Tag!“ Seitdem ist es etwas besser. Ich bin gar nicht kaputt! Ich bin heute nur ein bisschen doof. Dass ich trotzdem halbwegs fair geblieben bin, niemanden mit Kürbissen beworfen habe und, zumindest weitesgehend, freundlich und liebevoll mit den Menschen um mich herum umgegangen, ist eine großartige Leistung. Ich bin doof, und trotzdem bin ich noch lange kein Arschloch. Heureka!!

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