Morgenstund

6.00. Udo singt mich brutal aus den tiefsten Träumen. Ich bin müde. So unglaublich müde. Schmerz im ganzen Körper, so müde! Mit Tränen in den Augen verlassen meine Füße das Bett. Fast tödlich, ich kann nicht. Langsam ziehe ich die Gliedmaßen wieder unter die warme Decke, da beginnt sich die Vernunft zuzuschalten. Die Kinder müssen zur Schule. Ihre Wecker klingeln gleich, Frühstück,…. Auch die Freundin wird pünktlich zum Abholen kommen. Es gibt keinen Ausweg.

Während ich unter Qualen ins Bad wanke, bebend vor Kälte, Schnerz und Müdigkeit geht mein Hirn immer und immer wieder alle Optionen durch. Kein Ausweg. Kein Ausweg, für die nächsten vielen Jahre. Acht, vielleicht neun oder auch nur sieben. Ewig. „Eines Tages hat man sich dran gewöhnt!“ sagen die alten. Ich nicht. Ich kann nicht mehr. Ich habe das Gefühl, ein so ausgeprägtes Schlafdefizit kultiviert zu haben, dass ich ab sofort Gehirnzellen in Energie umwandeln muss um der Müdigkeit nicht zu erliegen. 8.00 Uhr Schulbeginn ist eine Zumutung. Meine Gesundheit ist ernsthaft in Gefahr – vielleicht gehen wir alle drauf. Wenn aber nicht, sollte jedoch ernsthaft bedacht werden, wie gut wir sein könnten, wären wir nur ein mal ausgeschlafen.

Und trotz alledem knüppelt das Leben mich weiter. Aufstehen, Kinder, Job. Weder meine Kinder noch meinen Job will ich aufgeben, jedoch mag ich beides zwei Stunden später noch viel mehr. Ich funktioniere nicht am Morgen. Ab neun, oder danach. Mittags bin ich gut, nachmittags bombastisch. Aber morgens um sechs … nein.

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